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Schweiz Banken überholen den Bundesrat

Das Bankgeheimnis war für die Schweizer Banken lange ein Heiligtum. Unantastbar war es. Doch jetzt kann es ihnen nicht schnell genug gehen. Die Banken drängen auf den automatischen Informationsaustausch.

Der Bundesrat soll in Sachen automatischer Informationsaustausch offensiv vorgehen. Das ist der Rat einer Expertengruppe um den ehemaligen Seco-Chefökonomen Aymo Brunetti. Der Bundesrat aber sieht das anders: Er will nicht vorpreschen, hat Entscheide auf den Herbst verschoben.

Das geht den Banken aber zu langsam. Ganz plötzlich. Lange waren sie Verfechter des Bankgeheimnisses. Jetzt streben sie einen automatischen Informationsaustausch mit der EU an. Je schneller, desto besser. Damit könnten «sich die Schweizer Banken den freien Marktzutritt» in der EU sichern, sagt Christoph Gloor, Vizepräsident des Schweizerischen Privatbankenverbandes. Ähnlich sieht es auch der Chef der Schweizerischen Bankiervereinigung, Claude Alain Margelisch. «Zentral ist, dass man uns pro-aktiv einsetzt, um bei der Gestaltung der neuen Standards dabei zu sein.

Die Banken fürchten, dass sie ohne den automatischen Informationsaustausch Einbusse auf dem europäischen Markt hinnehmen müssen.

Auch die SP wünschte sich, dass der Bundesrat vorwärts mache beim automatischen Informationsaustausch – und bot ihm einen Deal an: Die SP sagt im Gegenzug Ja zur «Lex USA». Jetzt ist alles anders – und der Nationalrats-Entscheid am Dienstag zu dem umstrittenen Gesetz noch offener.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Logisch machen die nun Druck.Es ist ja auch eine Initiative in der "Pipeline" mit dem Namen "Ja zum Schutz der Privatsphäre."Bis nur die Unterschriften zusammengekommen sind,und der Gesetzes-Text im Parlament durch ist,dürfte einige Zeit verstreichen.Logisch bemühen sie nun die Banken,dass ihre"Interessen"rechtzeitig zum Ziel führen.Nach dem Motto:"Der Schnellere ist zuerst(am Ziel".Was die Gefährdung der Arbeitsplätze betrifft,wird es vermutlich mehrheitlich ausl.Arbeitskräfte betreffen.
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  • Kommentar von jo term, zürich
    diese Banker kommen mir vor wie Strichjungen , die alles für Geld machen.
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    1. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      Guter Vergleich.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Es geht nicht um Geld allein, nein Geld und Steuerhinterziehung etc. sind nur der willkommene Anlass die Macht der USA in einem Gebiet weiter auszubauen. Typische Politik, wie diese schon seit jeher betrieben wird. - Zu dumm nur, dass sich "unsere" Banken auf so ein Spiel eingelassen haben. Sie hätten auch von sich aus darauf verzichten können, unversteuerte Vermögen anzunehmen. Aber eben, in schweizerischen Banken haben "Ausländer" das Sagen.
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