Banken wenig begeistert von neuen Kapitalpuffern

Der Bundesrat hat die Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers beschlossen – die Banken müssen also mehr Eigenmittel zurücklegen. Die Geldinstitute reagieren kritisch: Zu früh, kaum umsetzbar, zu unklar, lauten die Vorwürfe.

Geldnote auf Münzen.

Bildlegende: Wie stabil der Markt ist, darüber wird gestritten. Keystone

Dieses neue Instrument soll verhindern, dass die Gefahr einer Immobilien-Blase weiter zunimmt. Banken brauchen also zusätzliches Eigenkapital, wenn sie Hypothekarkredite vergeben wollen.

Die Banken sehen den antizyklischen Kapitalpuffer kritisch. Die Massnahme sei zu grob definiert und sie zeitgerecht umzusetzen sei schwierig, schrieb die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) in einer Stellungnahme. Die Aktivierung des Puffers komme zu früh.

So auch der Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB): Der Bundesrat hätte abwarten sollen, bis die im letzten Sommer selbstauferlegten Massnahmen der Banken gegen eine drohende Immobilienblase Wirkung zeigen.

Die Banken sind skeptisch, ob der antizyklische Kapitalpuffer die Nachfrage zu dämpfen vermag, und ob es nicht zu einer Verteuerung der Kredite komme. Darunter würden in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen leiden. Zudem sei die Überhitzungsgefahr in den einzelnen Schweizer Regionen sehr unterschiedlich.

Der Hauseigentümerverband hätte es lieber gesehen, wenn vor der Einführung der Spielraum der Finanzmarktaufsicht voll ausgeschöpft worden wäre. «Mit dem Puffer verteuern sich die Wohnkosten für alle, auch für die Mieter.»

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Kapitalpuffer gegen Immobilienblase

1:53 min, aus Tagesschau vom 13.2.2013