Zum Inhalt springen
Inhalt

Behörden greifen durch Baselbieter Polizei verbietet Treffen der «Grauen Wölfe»

Die Polizei begründet das Verbot damit, dass ein Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung bestehe. Hintergrund ist, dass die linksradikale Gruppierung «Antifa» zu einer Gegendemonstration aufgerufen hatte.

Legende: Video Polizei verbietet Anlass der «Grauen Wölfe» abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 17.03.2017.
  • Die Polizei Basel-Landschaft verbietet in Absprache mit der zuständigen Sicherheitsdirektion die geplante Veranstaltung der ultranationalistischen türkischen «Grauen Wölfe» von kommenden Samstag.
  • Die Veranstaltung war als kultureller Event deklariert und hätte in Reinach (BL) stattfinden sollen.
  • Zudem verbietet die Baselbieter Polizei jegliche Art von Gegenbewegungen.

Nach den neusten Entwicklungen seien die Behörden in ihrer Lagebeurteilung zum Schluss gekommen, dass die Sicherheit und öffentliche Ordnung für die Bevölkerung unter den neuen Voraussetzungen nicht mehr gewährleistet sei. Sie werde das Verbot der Veranstaltung selbst sowie jeglicher ebenfalls untersagter Gegenbewegungen durchsetzen, hielt die Baselbieter Polizei fest.

Am Freitagmorgen hatte die linksradikale Gruppierung «Antifa» angekündigt, eine Gegendemonstration durchzuführen.

Bis zu 500 Personen erwartet

Zur verbotenen Veranstaltung in einer oft für türkische Anlässe genutzten Halle in einem Gewerbegebiet waren bis zu 500 Personen aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland erwartet worden. Offiziell wurde auf einem Flyer mit einer Sängerin und einem Sänger für den Event geworben.

Organisiert hatten den Anlass Schweizer Ableger der Grauen Wölfe, darunter der Türkische Kulturverein der Mevlana-Moschee Basel. Als «Graue Wölfe» werden die Mitglieder der rechtsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung bezeichnet.

Erleichterung in Reinach

Legende: Video Baselbieter Polizei verbietet Anlass der «Grauen Wölfe» abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.03.2017.

In Reinach ist man froh, dass der Anlass nun nicht stattfindet. «Es deutete alles darauf hin, dass es Sachbeschädigungen oder Gewalttätigkeiten geben könnte», sagt Gemeindepräsident Urs Hintermann. Er habe auch viele Telefonanrufe und Mails von besorgten Anwohnern erhalten. Nun sei er erleichtert, dass die Veranstaltung und auch die Demonstration verboten wurden.

Polizei hat ihre Meinung geändert

Noch am Donnerstag hat die Baselbieter Polizei keinen Anlass für ein Verbot der Veranstaltung gesehen. Durchgeführt werde der Event von einer Organisation, die nicht verboten sei, hiess es.

Schon in den vergangenen Tagen hatten Veranstaltungen rund um die türkische Verfassungsabstimmung in der Schweiz und auch im Ausland für Aufregung gesorgt. So untersagte die Polizei im Kanton Aargau den Auftritt eines türkischen Politikers in Spreitenbach AG, worauf dieser nach Opfikon ZH auswich.

Mehr in der «Arena»

Mehr in der «Arena»

Dieses und andere Veranstaltungsverbote diskutiert am Abend auch die «Arena». Die Sendung stellt die Frage: Wie mit fremden Redner umgehen. Um 22.25 Uhr auf SRF1.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

57 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.