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Schweiz Bauern finden nicht genügend Flüchtlinge für Integrationsprojekt

Vor einem Jahr haben der Bund und der Bauernverband gemeinsam ein Arbeitsintegrations-Projekt für Flüchtlinge lanciert. Nun zeigt sich: Der Bund kann den interessierten Landwirtschaftsbetrieben nicht genügend Personen vermitteln. Nur gerade ein Drittel der Stellen ist besetzt.

Legende: Video Bauern finden kaum Flüchtlinge für Feldarbeit abspielen. Laufzeit 04:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 03.05.2016.

14 Bauernbetriebe möchten dieses Jahr im Rahmen eines Arbeitsintegrations-Projekts total 17 Flüchtlingen eine befristete Stelle bieten. Für 3200 Franken pro Monat.

Doch das Angebot stösst auf wenig Begeisterung: Erst gerade sechs Stellen konnten bisher besetzt werden, wie der Schweizerische Bauernverband gegenüber «10vor10» bestätigt. Drei interessierten Landwirtschaftsbetrieben musste man sogar absagen, weil keine Flüchtlinge gefunden wurden.

Unter diesen Betrieben ist auch der Gemüseproduzent Beat Bösiger. Er hat im letzten Jahr im Rahmen des Projekts noch einen Flüchtling aus Eritrea beschäftigt: «Wir wollten auch dieses Jahr wieder einen Flüchtling aufnehmen. Aber leider hat sich bisher niemand beworben. Jetzt mussten wir eine Arbeitskraft aus dem EU-Raum einstellen».

Ernüchterung beim Bauernverband

Markus Ritter, Präsident des Bauernverbands, möchte trotzdem am Projekt festhalten, das auf drei Jahre angelegt ist. Vor einem Jahr hat er zusammen mit Mario Gattiker, Staatssekretär im Bundesamt für Migration, das Prestige-Projekt mit einer Medienkonferenz lanciert.

Zwei Migranten pflegen ein Pferd in einem Stall.
Legende: Zwei Flüchtlinge arbeiteten vergangenes Jahr auf einem Bauernhof in Enges (NE). Keystone

Nun ist seine anfängliche Euphorie etwas verflogen: «Es ist gerade im zweiten Projektjahr schwierig geworden, Leute zu finden. Sie müssen auch die Bereitschaft aufbringen, diese Arbeiten zu machen. Im Moment sind wir schon etwas ernüchtert.»

Bei der Suche nach Gründen erwähnt er gegenüber «10vor10» vor allem kulturelle Hintergründe: «Viele Flüchtlinge sind sich die Arbeit in der Landwirtschaft weniger gewohnt. Bei ihnen zu Hausen machen vielleicht eher die Frauen die Arbeit in diesem Bereich. Aber es ist natürlich schwierig, wenn man in einem neuen Land nicht bereit ist, vielleicht einmal ein oder zwei Saisons in der Landwirtschaft tätig zu sein.»

Ritter verweist auch auf die unterschiedliche Motivation der Arbeitskräfte. Dazu kommen auch sprachliche Barrieren und ein ungewohnter Arbeitsrhythmus.

Aufwendige Suche nach Arbeitskräften

Verantwortlich für die Rekrutierung der Flüchtlinge ist das Staatssekretariat für Migration (SEM). «Die Bereitschaft bei den Flüchtlingen ist grundsätzlich da. Oft scheitert aber ein Einsatz an den Rahmenbedingungen», sagt Mediensprecher Martin Reichlin.

So würden zum Beispiel Flüchtlinge zu weit vom Arbeitsort wohnen oder bereits in andere Projekte integriert sein. Zudem gestalte sich die Suche nach Flüchtlingen oft sehr schwierig.

Reichlin erklärt: «Es handelt sich um ein Projekt auf nationaler Ebene. Die Anfrage des Bauernverbandes läuft erst über den Bund, dann über die Kantone und schlussendlich in die Regionen. Das braucht eine gewisse Zeit.»

Projekt läuft weiter

Trotz den Schwierigkeiten wollen sowohl das SEM wie auch der Bauernverband am Projekt festhalten. Dieses läuft im Sommer 2018 aus. Die Arbeitsintegration in der Landwirtschaft startete letztes Jahr mit acht Betrieben und 13 Flüchtlingen.

Die Arbeitskräfte wurden dabei zwischen drei Monaten und einem Jahr angestellt. Zwei Flüchtlinge haben das Projekt im letzten Jahr verlassen. Unter den aktuellen Projektbetrieben befinden sich erneut vier Bauernhöfe, welche bereits 2015 teilnahmen.

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89 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Das macht gar nichts. Denn, würden haufenweise Flüchtlinge angestellt, würden auch hier ansässige Migranten und Secondos die Arbeiten nicht mehr machen wollen, die wir Schweizer nicht mehr ausführen.
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  • Kommentar von P. Bracher (P.Bracher)
    Und da wundert es doch nicht, dass das Frustpotenzial der Schweizer und Schweizerinnen stetig wächst, auch meines. Offensichtlich sind die allermeisten nicht bereit zu geben sondern nur zu nehmen. Der Sozialstaat wird ausgeschlachtet, dies zum Leid für alle die wirklich Hilfe benötigen würden. Da nützt auch kein Schönreden der Frau Bundesrätin.
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  • Kommentar von Marianne Känzig (Marianne Känzig)
    Macht es Spass, liebes SRF? Auch unter den CH-Arbeitslosen und SH-Empfängerinnen scheint es ja nicht genügend Anwärterinnen zu geben. Richtig ist: Nicht jede/jeder kann diesen Job machen. Im Artikel steht nirgends, dass sich jemand von den Flüchtlingen geweigert hätte. Es steht auch ganz klar da, dass die Suche schwierig ist weil zuerst zum Bund dann in den Kanton und dann erst zum Ziel. Aber eben. Das muss man schon im Text suchen. Hauptsache viele Klicks und viele unerträgliche Kommentare.
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