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Schweiz Bauern mit Anbindeställen wehren sich gegen Tierschützer

Der Schweizer Tierschutz erhöht den Druck auf die Bauern: Er fordert finanzielle Konsequenzen für die Anbind-Haltung von Kühen. Einige Schweizer Bauern wehren sich dagegen – sie haben eine nationale Interessengemeinschaft gegründet.

Kuh frisst Heu
Legende: Wie frei sich Schweizer Kühe im Stall bewegen können, ist unterschiedlich. Keystone

Wer schon einmal auf einem Bauernhof war, kennt das Bild vermutlich: Im Kuhstall werden die Tiere in einer Reihe gehalten, jede Kuh ist am Hals angebunden, mit einem Rahmen oder einer Kette. So zumindest ist das Bild in Anbindeställen. 60 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe setzen nach wie vor auf diese Art der Milchkuhhaltung.

Der Schweizerische Tierschutz (STS) findet das bedenklich. Ihr Geschäftsleiter Hans-Ulrich Huber sagt gegenüber Radio SRF, dies sei nicht tiergerecht. «Eine Kuh läuft auch gerne herum, geht vor allem gerne auf die Weide. Sie hat auch soziale Gefährten. Wenn man sie einfach nur anbindet, ist das tierschutzwidrig.»

Finanzielle Einschränkungen drohen

Anbinde-Ställe gleich ganz verbieten – wie es die Europäische Union diskutiert – will der Schweizer Tierschutz nicht. Aber finanzielle Hilfe soll ein Bauer für seinen neuen Stall nur noch bekommen, wenn sich die Kühe darin frei bewegen können.

Eine Gruppe Schweizer Bauern wehrt sich gegen diese Kritik am Anbindestall. Mit der neu gegründeten Interessengemeinschaft (IG) Anbindestall Schweiz wollen sie verhindern, dass solche Betriebe finanziell schlechter gestellt werden. Das fordert auch der Präsident der IG, der Berner Bauer Hansruedi Scheuner. «Es geht uns darum, dass Leute, die das wollen, ihre Tiere auch in Zukunft im Anbindestall halten dürfen.»

Verband mit beiden Haltungen einverstanden

Der Schweizerische Bauernverband seinerseits zeigt Verständnis für die Landwirte mit Anbindstall. Man solle die verschiedenen Milchkuhhaltungen nicht gegeneinander ausspielen, heisst es beim Verband auf Anfrage von Radio SRF; jede Haltungsart habe ihre Berechtigung.

kipm;heis

31 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Falls es diese noch nicht gibt, braucht es wissenschaftliche Untersuchungen zur Frage, was die Tiere weniger belastet (Krankheit, Sozialverhalten, ev. Höhe der Stresshormone im Blut usw.). Ein gut geführter Anbindestall kann besser sein ein Laufstall, in dem die Tiere schlecht gehalten werden. Es lässt sich nicht alles reglementieren -> möglichst viele Freiheiten lassen bzw. auf Reglementierung verzichten, wo immer möglich. Dafür Rahmenbedingungen schaffen, dass gute Handlungen fördert.
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  • Kommentar von Peter Escher, Wallis
    Hans Wurst / CHF 1.80 für einen Liter UHT Milch; und WIEVIEL erhält der Bauer von diesem Betrag und WER macht die Arbeit bis die Milch abgeliefert wird ? !!!
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  • Kommentar von Peter Reinhard, Brechershäusern
    Kaum ist die Frist, zur Anpassung an die Tierschutznormen abgelaufen und das für viele Bauern mit grossem finanziellen Aufwand,wird mit neuen finanziellen Massnahmen gedroht, falls man nicht einen Laufstall baut. Ich glaube unsere Kühe haben es besser im Anbindestall als viele Kinder in unserem Land zu Hause. Also was soll der ganze Blödsinn . Haben wir keine grösseren Probleme mehr . Wir Bauern wollen uns nicht alles gefallen und vorschreiben lassen.
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    1. Antwort von Hans Wurst, 6300 Zug
      Solange die Konsumenten CHF 1.80 für einen Liter UHT Milch bezahlen müssen, müssen die Bauern akzeptieren, dass bei der Kuhaltung drein geredet wird. Es gibt nie die Subventionen alleine!
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