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Schweiz Bauern sind nach starkem Jahr bereits wieder unter Druck

Schweizer Landwirte haben letztes Jahr pro Betrieb fast 95‘000 Franken verdient. Das ist ein Plus von zehn Prozent innert Jahresfrist, wie der neueste Agrarbericht festhält. Weniger rosig sieht es für das laufende Jahr aus. Die Landwirtschaft ist grossen Schwankungen ausgesetzt.

Legende: Video Das fette Jahr ist vorbei abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.11.2015.

Es ist eine erfreuliche Nachricht für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern. Die Arbeit auf Feld und Hof hat sich im vergangenen Jahr besser ausgezahlt: Das landwirtschaftliche Einkommen pro Betrieb stieg um zehn Prozent auf knapp 95'000 Franken.

Der Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), Bernard Lehmann, erklärt den Anstieg zum einem mit der sehr guten internationalen Preislage. Zum anderen mit den eher höheren Mengen und der positiven Preisentwicklung im Inland: «Das gab dann in der Summe ein sehr gutes Jahr.»

Eher trübe Aussichten

Allerdings ist die Schweizer Landwirtschaft Jahr für Jahr grossen Schwankungen ausgesetzt. So rechnet das BLW bereits für 2015 mit sinkenden Einkommen, die allenfalls gar unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegen könnten.

Neben den schwankenden Erlösen aufgrund von Mengen und Preisen seien die Landwirte der Preisentwicklung auf der Beschaffungsseite ausgesetzt, erinnert Lehmann. Hier hätten die Bauern einen gewissen Spielraum, die Kosten durch bessere Effizienz beziehungsweise höhere Produktivität mittelfristig etwas zu beeinflussen.

Versicherung zu welchem Preis?

Auch eine Versicherung könnte laut Lehmann mithelfen, die gröbsten Schwankungen abzufedern. Es sei denkbar, etwas für den Fall schwankender Preise zu machen. Das BLW analysiere zurzeit verschiedene Möglichkeiten.

Die USA haben bereits ein solches Versicherungssystem. Gleichzeitig wurden dort aber den Bauern die Direktzahlungen heruntergefahren. Diese machen jedoch in der Schweiz rund die Hälfte des bäuerlichen Einkommens aus.

Agrarbericht 2015

Der jüngste Agrarbericht skizziert die Entwicklung des bäuerlichen Einkommens wie folgt: 2013 lag das Nettoeinkommen der Betriebe bei insgesamt 3 Milliarden Franken. 2014 stieg es auf über 3,2 Milliarden Franken. 2015 geht das Bundesamt für Statistik (BFS) noch von einem Gesamteinkommen von 2,86 Milliarden Franken aus.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    Mit anderen Worten sind innerhalb der letzten 14 Jahre (2000-2014) fast rund 25% aller Bauernbetriebe verschwunden. Es sind vor allem kleinere, ineffizient arbeitende Bauernbetriebe und durchaus so gewollt heisst es beim Bund, damit grössere Betriebe das Land dazu kaufen können und effizienter werden. Wenn das so weiter geht, gibt's am Schluss nur noch ein paar Bauerngrosskonzerne mit einfältigem Sortiment, ob das im Sinne der Konsumenten und dem Trend Regional ist?
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Roger Stahn: Wenn die Konsumenten bereit sind, einen höheren Preis für Produkte aus kleinen, regionalen Betrieben zu bezahlen, dann müssten diese Betriebe nicht aufgeben. Wenn sich aber zu viele Konsumenten nicht um ökologische und soziale Fragen scheren und nur dem günstigsten Preis nachrennen, den sie ja durchaus im Ausland finden, dann bleibt uns nichts anderes übrig als die Grossbetriebe effizienter zu machen, damit sie halbwegs mithalten können.
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    2. Antwort von Jürg Baltensperger (Baltensperger)
      Ich bin sehr wohl bereit, höhere Preise für bessere Qualität - zum Beispiel bio-Qualität - zu zahlen. Nur leider produzieren unsere Bauern überwiegend konventionell und vergiften damit nicht nur das Essen sondern auch unser Land. Von dem her lieber im Ausland einkaufen - dann bleibt das Gift wenigstens in deren Böden und Grundwasser.
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Die Grosshändler stehen in einer Preisschlacht gegeneinander, indem sie den Produzenten die Preise auspressen - und das Europaweit. Es kann doch nicht sein, dass der Bauer von seiner Arbeit nicht leben kann, obwohl er mehr tut für unsere Gesundheit als das subventionierte Gesundheitswesen, inkl. Pharmaindustrie, das auf unsere Kosten in Saus und Braus lebt.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Es scheint, dass der Bundesrat die Bauern ihrem Schicksal überlässt. Immer mehr Landwirte sind gezwungen, ihren Betrieb aufzugeben. Aufgrund des starken Frankens erhalten die Bauern zudem von den Milchverarbeitern weniger Gelder. Der Bund sollte seine Prioritäten endlich dort setzen, wo Not am Mann ist, nämlich hierzulande, für die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung. Es kann doch nicht sein, dass wir die Milch bald importieren müssen.
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