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Klimawandel bringt Landwirtschaft in Zugzwang
Aus HeuteMorgen vom 21.07.2021.
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Bauern und Klima Muss Klimaschutz beim Bauern anfangen?

Ob starke Niederschläge oder grosse Trockenheit – die Bäuerinnen und Bauern bekommen den Klimawandel immer häufiger zu spüren.

Die starken Niederschläge der letzten Woche haben auch der Landwirtschaft zugesetzt. Vor allem Gemüsebauern müssen mit spürbaren Einbussen rechnen. Und laut den Klimaforschern wird es in Zukunft wegen des Klimawandels vermehrt zu extremen Wetterereignissen kommen.

Kilian Baumann, Bio-Bauer aus Suberg im Berner Seeland und Nationalrat der Grünen, hat die Unwetter der letzten Woche deutlich zu spüren gekriegt. «Wir hatten extremen Hagelschaden und auch Überschwemmungen bei unserem Bauernhaus, das seit 200 Jahren am selben Ort steht», erzählt er. In den letzten fünf Jahren sei sein Haus bereits zweimal von Überschwemmungen betroffen gewesen.

«Fleischkonsum reduzieren»

Gerade die Landwirtschaft müsste dringend für den Klimaschutz einstehen, fordert Baumann, der auch die Kleinbauernvereinigung präsidiert. Schliesslich führe der Klimawandel zu mehr Stürmen und Hagelschlag und dann auch wieder zu extremer Trockenheit.

Um der Klimakrise entgegenzuwirken, stellt Baumann auch unbequeme Forderungen: «Wir müssen den Fleischkonsum reduzieren. Insbesondere in der Schweiz ist er viel zu hoch.» So könnte der Tierbestand reduziert werden, sagt Baumann.

Auf Klimawandel vorbereiten

Dass es einen Klimawandel gibt, bestreitet auch SVP-Nationalrat Martin Haab nicht. Der Präsident des Zürcher Bauernverbandes ist aber kritisch gegenüber staatlichen Klimaschutzmassnahmen. Die kleine Schweiz könne da ohnehin nicht viel ausrichten.

Viel wichtiger sei es, dass sich die Bäuerinnen und Bauern auf den Klimawandel vorbereiteten. Zum Beispiel mit trockenresistenten Pflanzensorten. «In trockenen Gebieten im Süden ist zum Beispiel Hirse/Sorghum als Futterpflanze Gang und Gäbe», betont Haab. «Bei uns kennt man das nicht oder noch fast nicht. Vielleicht gibt es bei uns in Zukunft einen Wechsel beim Anbau von Silomais in Richtung Futtersorghum.»

Angst vor hohen Treibstoffpreisen

Zum im Juni gescheiterten CO2-Gesetz hatte der Schweizer Bauernverband die Ja-Parole gefasst, sich aber nicht wirklich dafür eingesetzt. Für das CO2-Gesetz war auch Erich von Siebenthal, Landwirt aus dem Berner Oberland und SVP-Nationalrat.

Er weiss aber, dass viele Bauernkollegen aus Angst vor höheren Treibstoffpreise Nein gestimmt haben. «Wir haben eigentlich gar keine Wahl», erklärt er. «Wir müssen noch mit Diesel und Benzinmotoren unsere Arbeit erledigen und können nicht ausweichen auf einen anderen Motor.»

Der Klimawandel beschäftigt die Schweizer Bauern. Nicht umsonst gibt es mittlerweile auf vielen Bauernhof-Dächern Solarzellen. Bei der Frage, wie weit staatliche Klimaschutzmassnahmen gehen sollen, gibt es aber keinen Konsens.

SRF 4 News, HeuteMorgen, 21.07.2021, 06:00 Uhr

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110 Kommentare

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  • Kommentar von markus aenishaenslin  (aenis)
    Klima Massnahmen muss bei den Amis anfangen. Wenn sich gewiesen Herren ein Ausflug ins Weltall gönnen, mit zukünftige Visionen Reise ins All für 250000 Dollar und hier zu Lande, überall die Klima Daumen Schrauben ansetzt werden, den verstehe ich die Klima Bewegung auch nicht mehr. Besonders die junge Dame aus Schweden. Wo wäre die Protestnote in Sachen Klimaschutz an Seite von den USA?
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Klima- und Umweltschutz beginnt bei jedem Menschen und damit bei deren "Konsum-Verhalten"!! Dasselbe gilt für: AGRAR-Politik, Wirtschafts- und Weltwirtschafts-Politik!!
    AGRAR-Politik = die Landwirtschaft, findet weiterhin in der "NATUR" statt = verantwortungsbewusste - nachhaltig öko-logische LW mit Mischkulturen = im Einklang mit Natur und Tier zur Erhaltung der "Lebensgrundlage" der Bevölkerung!!
  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Viele leugnen die Klimaveränderungen, ebenso viele auch die stetige Bevölkerungszunahme u.deren Zusammenhang mit Intensivlandwirtschaft, Natur-, Arten-, Umwelt- und Klimaschutz. Seit 20J wächst die Weltbevölkerung exponentiell, trotz vielfältigen Katastrophen, im Schnitt 1.2%, das sind derzeit gegen 100Mio/J. Weiter so, und die Menschheit wird sich in ca 1/2 Jahrhundert verdoppelt haben, das bestätigt jeder Rechner. Stelle mir vor, dass dann wohl andere Probleme auf uns zu kommen werden.