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Schweiz Bauern wollen mit Flaschendepot Tiere schützen

Ein Depot auf Wasser, Saft oder Süssgetränk: Ob in der Schweiz auf Trinkbarem in Flaschen und Dosen ein Pfand fällig wird, entscheidet das Parlament noch in diesem Jahr. Die Bauern haben ihr Urteil schon gefällt.

Legende: Video Bauern unterstützen Pfandflaschen abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.02.2013.

Das Thema Flaschenpfand ist in Bundesbern schon lange ein Thema. Zwei Mal bereits unterlagen die Links–Grünen Befürworter eines solchen Depots der bürgerlichen Mehrheit.

Das Blatt hat sich gewendet. Die parlamentarischen Vertreter der Bauern unterstützen nun die Befürworter. Denn immer häufiger beklagen Landwirte Schäden an ihren Tieren – wegen weggeworfener Getränkeflaschen und Dosen.

In den letzten 12 Monaten habe sich bereits zum dritten Mal eine seiner Kühe wegen solcher Abfälle verletzt, sagt Erich Walker, Milchbauer aus Solothurn, in der «Tagesschau».

Beim Mähen einer Wiese könne er Aludosen im hohen Gras nicht sehen. Und so landeten Alufetzen zuerst im Futtertrog und dann im Magen seiner Kühe, so Walker.

Angst vor Mehrkosten

In den 1200 Solothurner Betrieben seien im vergangenen Jahr bei 2000 Kühen Fremdkörpern im Magen diagnostiziert worden, berichtet Peter Brügger, Bauernsekretär Solothurn. Vor allem wegen Alu-, Pet- oder Scherbenteilen verletzten sich die Tiere. Darum müsse jetzt das Flaschen- und Dosenpfand her, sagt er.

Detail- und Grosshändler lehnen ein solches Pfand hingegen ab. Das Depot sei mit einem grossen Mehraufwand und Mehrkosten verbunden. Zudem fürchten sie einen unnötigen Eingriff ins gut funktionierende Recyclingsystem der Schweiz.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich von Braun, Stuttgart - großer Kanton
    Hallo liebe Leser, ein Blick über die Grenze in den großen Kanton würde zeigen, wie das funktionieren kann. Anfänglich bei uns mit größten Widerständer von Seiten der Industrie, aber das ist ausgestanden. Ein Zusatznutzen ist das Flaschenpfand für meist Obdachlose, die mit ihren Tüten umhergehen, die trotz Flaschenpfand weggeworfenen Flaschen aufsameln und zu Geld machen. Ein nicht mal geringes Zusatzeinkommen für diese Leute und gleichzeitig damit das Sauberhalten der Umwelt. Euer ...
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    1. Antwort von A. Berger, Bottighofen
      Obdachlose beim einsammeln von PET auf dem Land bei den Kühen???? Leider hab ich sowas noch nie gesehen.
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  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    Als Tierarzt kann ich bestätigen, dass das Problem nicht nur im Kt Solothurn auftritt. Hat ein Bauer Pech und seine Wiesen liegen entlang viel befahrener Strassen, so sind Fremdkörper im Futter ein ständiges Problem. Im Gegensatz zu Nägeln oder Drähten, die mit einem Magneten im Magen "eingefangen" werden können, sind Scherben/Aluteile nicht magnetisch und somit besonders gefährlich. Wenn durch ein Pfand nur ein Bruchteil weniger in der Wiese landet, so ist der Kuh schon etwas geholfen.
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  • Kommentar von Marcel Frauchiger, Bad Ragaz
    In anderen Ländern wird nicht der gegenstand bestraft, sondern das Wegwerfen von Produkten. Würde das achtlose Wegwerfen von Zigarettenkippen, Flaschen und dergleichen mit Bussen von 50-100 Franken gebüsst würde dies schneller aufhören wie mit Pfand. Zudem sollte der Betrag pro Wiederholung verdoppelt werden. Wenn Bauer mit Kamera dies filmen dürte würde er schnell reich :-)
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    1. Antwort von Tamara Aeby, Solothurn
      In Kanton Solothurn ist seit 2010 das Littering-Gesetz in kraft, was eine Busse von 40CHF mit sich bringt beim wegwerfen von Zigarettenkippen, Flaschen und dergleichen. Leider hat die Polizei keine Zeit um dies zu büssen, da sie überlastet sind die falsch parker zu büssen... Ein Gesetz ändert nichts am ganzen wenn es niemand umsetz.
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Bussengelder gehen an den Staat, sogar bei privaten Parkplatzverboten etc. Der Bauer hat davon nichts, ausser Arbeit, sofern es ihm am Herzen liegt, solche Leute zu überführen. Mit einer Kontrolle durch die Polizei ist nicht zu rechnen, dafür ist so ein Feld zu wenig interessant.
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