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Schweiz Bauern wollen nicht buckeln: Demonstration in Bern

Tausende Landwirte aus der ganzen Schweiz haben in Bern gegen die Sparpläne des Bundesrats in der Landwirtschaft protestiert. Der Bundesrat habe sein Wort gebrochen, hiess es von Seiten des Bauernverbands. Bestellte Leistungen seien zu bezahlen.

Bauern tragen ein Transparent mit der Aufschrift "Qualität hat seinen Preis" während des Umzugs der Bauerndemo in der Altstadt von Bern, (keystone)
Legende: Die Bauern werfen dem Bundesrat Wortbruch vor. Keystone

In Bern haben Tausende von Bauern gegen Sparpläne des Bundesrats in der Landwirtschaft protestiert. Der Bauernverband schätzte die Teilnehmerzahl auf über 10'000. Die Kundgebung begann beim Bärengraben mit einem Marsch durch die Altstadtgassen zum Bundesplatz.

Dort übergaben Vertreter des Schweizer Bauernverbands (SBV) einem Vertreter der Bundeskanzlei zuhanden des Bundesrats ein Forderungspapier der Bauern.

Kernpunkt ist, dass der Bund die Gelder für die Landwirtschaft nicht kürzen soll, wie das der Bundesrat im Rahmen seiner kürzlich bekanntgegebenen Sparmassnahmen plant. Vielmehr sollen sie auf gleicher Höhe verharren.

Legende: Video Bauern demonstrieren gegen Kürzungen abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.11.2015.

«Kein Verständnis für die Bauern»

Der Bundesrat halte seine Versprechen nicht, sagte SBV-Präsident Markus Ritter in einer Rede. Mit der Agrarpolitik 2014-17 habe der Bund den Bauern zusätzliche Aufgaben auferlegt, aber auch gleich viel Geld wie bisher versprochen.

Nun wolle aber der Bundesrat den sogenannten landwirtschaftlichen Zahlungsrahmen für die Jahre 2018 bis 2021 um insgesamt rund 800 Millionen Franken kürzen. Das habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Deshalb brauche es eine Kundgebung.

Auch dass der Bundesrat schon im Bundesbudget 2016 zu Lasten der Bauern gegen 100 Millionen Franken sparen will, kritisierten Redner. Die Landesregierung zeige überhaupt kein Verständnis für die Situation der Bauern, sagte etwa SBV-Direktor Jacques Bourgeois. Schliesslich müssten die Bauern 2015 voraussichtlich einen Einnahmenverlust von elf Prozent hinnehmen.

Gabeln für den Bundesrat

Nebst dem Forderungspapier überreichten die SBV-Vertreter dem Vertreter der Bundeskanzlei auch eine Ess- und eine Heugabel zuhanden des Bundesrats. Die Essgabel als Symbol für die Bedeutung der Lebensmittelversorgung für die Bevölkerung, die Heugabel als Symbol für die Arbeit der Bauern bei der Lebensmittelproduktion. Die Heugabel könne der Bundeskanzlei eventuell auch dienen, dem Bundesrat Beine zu machen, sagte Ritter.

Ständeratspräsident Claude Hêche erhielt als Vertreter des Parlaments von den Bauern hingegen einen Lebensmittelkorb. Dies deshalb, weil das Parlament bisher den Spareifer des Bundesrats in der Landwirtschaft bremse.

Friedliche Kundgebung

Den Abschluss der Kundgebung bildete ein rund zweiminütiges Glockengeläut. Es sollte nach den Worten von SBV-Präsident Ritter Bundesbern «wecken». Schon während des Umzugs hatten Treichler in den Berner Altstadtgassen für ohrenbetäubenden Lärm gesorgt.

Aus allen Landesteilen waren Bauern nach Bern gereist. 5000 Personen hatten sich für die Anfahrt in Cars angemeldet, der Rest war selbständig nach Bern gekommen. Die Berner Kantonspolizei sagte kurz nach Schluss der Kundgebung, sie habe keine besonderen Vorkommnisse verzeichnet. Es sei – wie erwartet – zu gewissen Verkehrsbehinderungen gekommen.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Nur wenige Bauern sind wirklich erfolgreiche Unternehmer. Die grosse Masse sind einfach «politisch nett verpackte Sozialhilfeempfänger». Das sind doch die Realitäten! Kein Wirtschaftszweig in der Schweiz wirtschaftet dermassen am Markt vorbei wie unsere Landwirtschaft. Kein anderer Wirtschaftszweig kann sich solches «auf Halde produzieren» auf Dauer leisten. Die Bauern können, unter gütiger Mithilfe ihrer «Mutterpartei»!
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  • Kommentar von L. A. Eisenring (eigalu)
    Sie können nicht SVP wählen und Polen und andere billigere Arbeitskräfte einstellen um zu profitieren. Das Geld für die Bauern wird mit Ausländern erwirtschaftet und die aus dem Ausland stammenden Menschen kaufen die Produkte der Bauern. Weniger Ausländer, = kein Wachstum, = weniger Geld für die Bauern. Wir sehen jetzt das Resultat. Danke Bauern. Danke SVP. Danke Herr Plocher und Friends
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  • Kommentar von L. A. Eisenring (eigalu)
    Die Bauern sollten es einmal anders betrachten. Die Bauern wählen SVP. Sie gönnen Finanzielle Hilfe nur den Bauern, keinem anderen Bürger, keinem Hilfesuchendem aus dem Ausland. Sozialhilfe nur den Bauern! Die Lebenssituation der Bauern ist ein Bumerang, weil Sie den anderen nichts gönnen!
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