Zum Inhalt springen

Schweiz Bazl will klarere Regeln für Drohnen

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat einen neuen Vorschlag für unbemannte ferngesteuerte Luftfahrzeuge präsentiert: Es will Drohnen in drei Gruppen unterteilen. Zwei davon dürfen grundsätzlich ohne Bewilligung abheben. Aber nur «grundsätzlich», denn ganz so einfach ist es nicht.

Laut Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sind in der Schweiz bereits über 20'000 Drohnen im Umlauf. Grund genug für das Amt, das neue Phänomen der unbemannten kleinen Flugobjekte stärker zu reglementieren. Dies bestätigt das Bazl gegenüber SRF News aufgrund eines Blick-Artikels, Link öffnet in einem neuen Fenster. Dafür hat das Amt einen Vorschlag ausgearbeitet.

Die Drohnen in drei Gruppen unterteilt

  • Gruppe A: Drohnen von 500g bis 30kg darf man grundsätzlich ohne Bewillligung fliegen.
  • Gruppe B:
    Drohnen über 30kg brauchen eine Bewilligung.
  • Gruppe C: Drohnen, die mehrere hundert Meter hoch fliegen und von weit her ferngesteuert werden können, erfordern eine entsprechende Ausbildung zum Drohnenpiloten und die Drohne muss wie ein Flugzeug in den Luftraum integriert werden – für beides sind die Gesetze erst jetzt in Ausarbeitung.

Spezielle Bewilligungspflicht bei Gruppe A

Die vier meistverkauften Drohnen beim grössten Online-Händler digitec sind alle leichter als 500 Gramm und können deshalb ohne Bewilligung geflogen werden.

Viele Drohnen auf dem Markt fallen in die Kategorie A – sind also schwerer als 500 Gramm aber leichter als 30 Kilogramm. Sie sind unter folgenden Bedingungen bewilligungspflichtig:

  • Im 5-km-Umkreis eines Flughafens
  • Näher als 100m an Gruppen von über 25 Personen, die «dicht beieinander stehen»
  • Sobald die Drohne aus dem Blickfeld des Piloten fliegt

In sogenannten «Luftraumkontrollzonen» wie der Stadt Zürich oder Basel darf die Drohne ausserdem nicht höher als 150 Meter fliegen.

Für alle, die filmen wird es kompliziert

Wer wie die meisten eine Kamera an seiner Drohne montiert hat, muss zusätzlich den Datenschutz , Link öffnet in einem neuen Fensterbeachten. Personen dürfen nur gefilmt werden, wenn sie damit einverstanden sind oder unkenntlich gemacht werden.

Aber auch das Filmen von Gärten und Wohnungen ist höchst heikel. «Das bewusste Aufzeichnen von Privatem, also einer Wohnung oder einem Garten, ist gemäss Strafgesetzbuch , Link öffnet in einem neuen Fensterverboten».

Es gibt aber einen Graubereich: Möchte man primär den eigenen Garten filmen und nicht vorsätzlich den Privatbereich von anderen, droht keine Strafe.

Kurz zusammengefasst:

  • Ja, man darf mit einer kleinen Drohne im eigenen Garten und über öffentlichem Grund fliegen.
  • Nein, man darf dabei keine Personen filmen, die damit nicht einverstanden sind.
    Ausser man erkennt sie nicht oder macht sie im Nachhinein unkenntlich.
  • Nein, man darf den Garten oder Balkon des Nachbarn nicht filmen.
  • Nein, man darf nicht über Menschengruppen fliegen, ausser man hat eine Bewilligung.

Gilt für alle Drohnen

Wer mit seiner Drohne einen Schaden anrichtet, muss dafür haften. Flieger einer Drohne über 500 Gramm brauchen deshalb eine Haftpflicht-versicherung bis eine Million Franken. Der Nachweis muss mitgeführt werden. Wer mit seiner Drohne filmt, muss sich an den Datenschutz halten und darf nicht in die Privatsphäre anderer eindringen.

Sonderfall Zürich

Im August verbot die Stadt Zürich das Drohnen-Fliegen auf öffentlichem Grund grundsätzlich. Per 1. April 2015 ist dieses Verbot wieder aufgehoben. Es gelten wieder wie überall sonst auch die hier beschriebenen Regeln.

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Baumann, Pratteln
    Warten wir doch einfach mal das erste Verbrechen/den ersten Terroranschlag mit Drohnen ab und diskutieren dann weiter.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Immer diese neue Gesetze und jetzt auch für Spielzeug! Die Schweiz ist sicher die Weltmeister in neuen Gesetzen! Nur das der Bund Busen verteilen kann oder kommt man gerade in den Knast! Ich finde das doof!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Grogg, Herzogenbuchsee
    Ich finde es schade, dass Drohnen von vielen Leuten als grundsätzlich negativ angesehen werden. Mir bereitet es Freude, ein solches Gerät selber zu bauen, zu experimentieren, ständig zu optimieren, damit interessante Luftaufnahmen zu machen und die technischen Grenzen auszuloten. Es ist ein Hobby, welches bei verantwortungsbewusster Ausübung niemandem schadet – ganz im Gegenteil. Der gesetzliche Rahmen existiert für Modellflugzeuge eigentlich schon lange und das Datenschutzgesetz sowieso.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen