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Legende: Audio Spitex: Wer bezahlt das Verbandsmaterial? abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
02:05 min, aus HeuteMorgen vom 08.01.2019.
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Bei der Spitex oder in Heimen Wer soll das Pflegematerial bezahlen?

Seit einem Jahr müssen die Krankenkassen Verbandsmaterial der Spitex nicht mehr bezahlen. Seither ist Feuer im Dach.

Die Regel gilt seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vor einem Jahr: Krankenkassen müssen nicht mehr für Verbände zahlen. Wundverbände und Injektionshilfen zum Beispiel, die in Heimen oder von der Spitex gebraucht würden, seien bereits durch die Pauschale in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abgedeckt und dürften nicht mehr zusätzlich verrechnet werden.

Dieser Entscheid habe grosse Folgen, sagt Gesundheitspolitikerin und SP-Nationalrätin Bea Heim: «Mit dem Bundesverwaltungsgerichtsentscheid entsteht eine Finanzierungslücke.»

Wer soll das teure Material nun bezahlen, wenn nicht die Kassen? Laut Gesetz muss dieses über die sogenannte Restfinanzierung von der öffentlichen Hand übernommen werden. Gemeinden sind darüber aber wenig erfreut. Und nicht alle kommen ihrer Pflicht nach, sagt Heim: «All dieses Pflegematerial, das die Pflegefachleute anwenden, wird zum Teil von einzelnen Gemeinden noch übernommen. Von anderen wird es nicht mehr übernommen.»

SP-Nationalrätin Bea Heim
Legende: Bea Heim fordert, dass die Kassen die Kosten für das Verbandsmaterial übernehmen. Keystone

Sollen Krankenkassen die Kosten übernehmen?

Sie kenne Fälle, wo Patienten, die eigentlich durch die Spitex daheim hätten gepflegt werden können, zurück ins Spital mussten. Das mache die Pflege teurer. Die SP-Politikerin fordert deshalb, dass sich die Krankenkassen an den Kosten des Pflegematerials beteiligen.

Das sei keine Lösung, sagt hingegen Sebastian Frehner. Der SVP-Nationalrat ist wie Heim Mitglied der Gesundheitskommission. «Es nützt nichts, wenn man jetzt sagt, ‹Die Krankenkassen übernehmen das und dann ist alles gut›. Das bezahlt ja wieder jemand.»

SVP-Nationalrat Sebastian Frehner
Legende: Sebastian Frehner fordert, die Pflegefinanzierung generell zu überdenken. Keystone

Und dieser Jemand seien die Krankenkassenprämienzahler. Man müsse die Finanzierung der Pflege generell überdenken. Eine Gesamtschau also. So sieht es auch FDP-Politiker Joachim Eder. Er präsidiert die Gesundheitskommission des Ständerates. «Es ist eine Herausforderung und wir müssen das gesamtheitlich anschauen.» Das macht die Gesundheitskommission des Ständerates Mitte Januar.

Eine rasche Lösung auf die Frage, wer das Pflegematerial bezahlen soll, scheint nicht in Sicht.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    In erster Linie muss jetzt das verordnete Pflege- Material der KK wieder verrechnet werden dürfen. Erst dann soll die Politik neue Wege gehen, was die Pflegekostenexplosion angeht.
    Ev. die Angehörigen, mit professioneller Anleitung u. unterstützend begleiten, klingt für mich ideal, kombiniert mit Steuererleichterung und Entlohnung, ist wohl immer noch Kostengünstiger.
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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Der Arzt schreibt die Verbands - Verordnung, etc. per Rezept, dann wird das Material u. die BP ( Behandlungspflege ) die die Spitex durchführt, oder die FaGe, PF in APH, auch von der KK bezahlt. Die Spitex oder die APH arbeitet doch nicht in eigener Regie, sondern immer nach Verordnung vom ARZT.
    Oder dürfen die Ärzte neuerdings keine Wundverordnung, d. h. Behandlungspflege per Rezept verordnen?
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Irgendwie funktioniert das nicht. Bei der zu fruehen Gossung nach eienr OP kassiert das Spital alle angebrochenen Pillen- und Verbandpackungen. Ein Rezept gibt's zwar fuer Pillen und Spitex, aber nicht fuer Verbandsmaterial. Beim ersten Besuch wird noch eine Verbandspatrone geschenkt, aber gleichzeitig aufgefordert, den Rest in der Apotheke zu holen, die Caesch sehen will....
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    In den Gesundheitskomissionen der Räte sind 15 NR und 8 SR direkt mit Krankenkassen finanziell verbunden. Wen wundert da eine solche Politik, die die Krankenkassen immer weiter finanziell entlastet und die kranken und älteren Einwohner der Schweiz hängen und auf Kosten sitzen lässt. Insbesondere die "Büezerpartei" SVP und der kleine Bruder FDP sind da an vorderster Front vertreten. Nachlesbar auf lobbywatch. Zeit für die Offenlegungspflicht für Parteispenden und die Einkommen der Politiker!
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