«Bei Generika werden Schweizer systematisch diskriminiert»

Generika sind zu teuer. Davon ist Preisüberwacher Stefan Meierhans überzeugt. Mit einem Ländervergleich will er nun Druck ausüben.

Eine Maschine verteilt rote Arzneikapseln in Blisterpackungen.

Bildlegende: Kein Land zahlt so viel für Generika wie die Schweiz, sagt Preisüberwacher Meierhans. Keystone/archiv

«Das Thema Generika und patentabgelaufene Medikamente ist mir ein grosses Anliegen», sagt Stefan Meierhans in der «Samstagsrundschau». Denn erstens werden in der Schweiz weniger Nachahmer-Medikamente verkauft, obwohl sie günstiger sind. Ihr Anteil am kassenpflichtigen Medikamentenmarkt beträgt bescheidene 15 Prozent.

Studie soll Fakten liefern

Zweitens will der Preisüberwacher in den nächsten zwei Wochen eine Studie veröffentlichen, die zeigt: Nirgends wird so viel für Generika bezahlt wie hierzulande.

Das System zur Festlegung des Preises müsse geändert werden, fordert Meierhans. Hier könne die Schweiz vom Ausland lernen. Das aktuelle System belaste die Prämienzahler zu stark.

Dem Monsieur Prix schwebt ein sogenanntes Festbetrag-System vor: Dabei wird nicht mehr ein Marken-Medikament entschädigt, sondern nur noch der heilende Wirkstoff.

Dies würde einen entsprechenden Druck auf die Original- und Generika-Hersteller ausüben, ist sich der Preisüberwacher sicher.

Weitere Baustellen im Gesundheitswesen

Wird der Schweizer Konsument bei Generika also systematisch diskriminiert? «Das kann man durchaus sagen», bestätigt Meierhans. Aber dies sei bei weitem nicht der einzige Bereich: Auch bei den Implantaten beispielsweise zahle man in der Schweiz zu viel.

Meierhans sieht generellen Handlungsbedarf im Gesundheitswesen. «Wir geben über 10 Prozent der Wirtschaftsleistung im Gesundheitswesen aus», sagt Meierhans. Seit 1996, als die Grundversicherung obligatorisch wurde, hätten sich die Gesundheitskosten zudem verdoppelt. «Deshalb glaube ich, dass wir überall im Gesundheitswesen hinschauen müssen – sei es bei den Laborkosten, den Spitalkosten, den Medikamentenpreisen oder Preisen für Hilfsmittel.»

Immer mehr Beschwerden

Der Preisüberwacher hat letztes Jahr über 2500 Beschwerden pro Jahr erhalten – rund dreimal mehr als noch vor 10 Jahren.