Beim Eintritt ins Spital den Austritt planen

Bundesrat Alain Berset möchte die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verbessern. Insbesondere dort, wo Kranke und Verunfallte weitere Pflege benötigen. Eine Studie dazu zeigt, dass die Spitex heute viel häufiger in Anspruch genommen wird als noch vor einigen Jahren.

Eine Frau in einem Spitex-Kittel hält die Hand einer älteren Frau.

Bildlegende: Ältere Menschen setzen auf externe Hilfe – wie etwa jene der Spitex. Keystone

Von einem Spital ins nächste: So sieht der Weg für zehn Prozent der Patienten aus. Für die Hälfte führt dieser Weg in eine Rehaklinik. Das zeigen die Daten des Gesundheitsobervatoriums. Leicht weniger Patienten wechseln vom Spital ins Pflegheim oder in die Spitex. Während die Wechsel ins Pflegheim stabil geblieben sind, haben jene in die Spitex deutlich zugenommen – um jährlich zehn Prozent.


Lieber Spitex als ins Altersheim

1:29 min, aus HeuteMorgen vom 26.01.2015

Auch nach einem Reha-Aufenthalt braucht es oft noch Hilfe der Spitex zu Hause – mehr als früher. Studienautor Marcel Widmer erklärt das so: «Das ist einerseits die Demografie. Die Leute werden älter. Andererseits wechseln die Leute nicht mehr so schnell ins Alters- oder Pflegeheim und brauchen deshalb mehr externe Pflege.»

Spitex sieht «dringenden Handlungsbedarf»

Die Spitex sei sehr viel mehr gefordert, sagt auch Erika Ziltener, Präsidentin der Patientenstellen. Es brauche also genügend gutes Pflegepersonal und sinnvolle Dienste – auch in der Nacht und am Wochenende. Für Ziltener verdeutlicht die Studie die Problematik, «und sie zeigt den dringenden Handlungsbedarf auf».

Nötig wäre eine gute Koordination im gesamten Gesundheitswesen nach dem Grundsatz: beim Eintritt ins Spital schon den Autritt planen. Gesundheitsminister Alain Berset trifft sich am Montag mit Akteuren des Gesundheitswesens zur zweiten nationalen Gesundheitskonferenz. Das Thema ist die koordinierte Versorgung.