Zum Inhalt springen

Berechnung der Mieten Der Referenzzinssatz bleibt auf rekordtiefen 1,5 Prozent

  • Der Referenzzinssatz verbleibt auf dem rekordtiefen Stand von 1,5 Prozent, auf den er Anfang Juni gefallen ist.
  • Die Mieterinnen und Mieter in der Schweiz können deshalb vorerst keine neuen Ansprüche auf eine Senkung ihrer Mieten geltend machen.

Der Durchschnittszinssatz, der per 30. September 2017 ermittelt wurde, ist gegenüber dem Vorquartal von 1,58 Prozent auf 1,56 Prozent gesunken, wie das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) am Freitag mitteilte. Der Referenzzinssatz bleibt somit kaufmännisch gerundet weiterhin bei 1,5 Prozent.

Aus diesem Grund ergebe sich seit der letzten Bekanntgabe kein neuer Senkungs- oder Erhöhungsanspruch. Ansprüche könnten nur dann erhoben werden, wenn der Mietzins im einzelnen Mietverhältnis noch nicht auf dem aktuellen Referenzzinssatz basiere, schreibt das BWO.

Keine Garantie auf tiefere Mieten

Der Mieterverband empfiehlt denn auch jenen Mietern, eine Mietzinsreduktion zu verlangen, wenn sie dies seit der letzten Senkung des Referenzzinssatzes noch nicht getan haben.

Der Hauseigentümerverband macht in einer Mitteilung allerdings darauf aufmerksam, dass ein Senkungsanspruch nur bestehe, wenn aufgrund der Referenzzinssatzreduktion mit dem bestehenden Mietzins ein «übersetzter Ertrag» erzielt werde. Zudem könne der Vermieter die Teuerung sowie allgemeine Kostensteigerungen für Unterhalt sowie wertvermehrende Investitionen verrechnen.

Eine Anhebung ist nicht in Sicht

Angesichts der Zinsentwicklung hatte das BWO den Referenzzinssatz im vergangenen Juni erstmals seit 2015 auf den Tiefstwert von 1,5 Prozent gesenkt. Dadurch ergab sich für die über zwei Millionen Mieterhaushalte in der Schweiz im Grundsatz, dass sie eine Reduktion der Mieten um fast drei Prozent verlangen konnten.

Seit seiner Einführung ist der Referenzzinssatz noch nie gestiegen. 2008 lag er noch bei 3,5 Prozent, danach sank er immer weiter. Der Hauseigentümerverband rechnet damit, dass der Referenzzinssatz auch bei der nächsten Publikation am 1. März 2018 auf dem tiefen Niveau verharrt.

Berechnung der Mieten

Für die Mietzinsgestaltung wird in der Schweiz seit dem 10. September 2008 auf einen einheitlichen hypothekarischen Referenzzinssatz abgestellt, der sich in Schritten von einem Viertelprozent verändern kann. Dieser ersetzt den in den einzelnen Kantonen früher massgebenden Zinssatz für variable Hypotheken.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Gegen solche "Mieterabzockereien" kann es nur eine Alternative geben: Sparen für die 20% Eigenmittel und dann eine Wohnung kaufen! Mit dem tiefen Hypozins würden die monatlichen Zins- plus Nebenkosten weit unter den öftres erhobenen Wucherpreisen der Vermieter liegen! Ein Vorschlag, der in der heutigen reinen Spass- und Konsumgesellschaft kaum realistisch ist! Sparen ist nicht "in"! Leben, kaufen und sich jeden Luxus leisten ist der Slogan! Zum Sparen bleibt trotz hohen Einkommen nichts übrig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Und wo schon wieder ist der Referenzzinssatz für Renten der Pensionskasse?? Wer finanziert die Marge? - sicher nicht der Bund, der die Referenzzinssätze festlegt. Aber alle Mieter, die gleichzeitig in Pensionskassen zwangsversichert sind. Wirklich ein gut ausgeklügeltes System. Wer besitzt Ihre Mietwohnung?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen