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Bern-Biel und Bern-Olten BLS jagt SBB zwei Fernverkehrsverbindungen ab

Legende: Video BLS will schnelle Intercity-Verbindungen übernehmen abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.04.2018.

Um diese Strecken geht es: Die BLS soll ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 die Verbindungen Bern-Biel und Bern-Burgdorf-Olten übernehmen. Dies schlägt das Bundesam für Verkehr (BAV) vor. Es startet eine Anhörung zur geplanten Konzessionsvergabe.

Das SBB-Fernverkehrsnetz: Dieses bleibt mehrheitlich bei der SBB. Deren Konzession ist Ende 2017 abgelaufen. Im Hinblick auf die Erneuerung griff die BLS das bisherige SBB-Monopol an und bewarb sich um die Intercity-Linien Interlaken-Bern-Basel und Brig-Bern-Basel. Die BLS bemühte sich aber auch um die Regio-Express-Linien Bern-Olten, Biel und Le Locle-Bern.

Grafik Konzessionen

Damit kämpft die BLS: Die BLS hat den Start für die beiden Intercity-Linien um zwei Jahre verschoben. Basel-Interlaken könnte sie erst 2024 statt 2022 übernehmen, Basel-Brig ab 2025 statt 2023. Grund dafür ist, dass die Bahn nicht rasch genug neues Rollmaterial anschaffen kann. Auch der Halbstundentakt zwischen Bern und Le Locle könnte die BLS erst später einführen. Die beiden Regio-Express-Linien Bern–Olten und Bern–Biel kann sie dagegen wie geplant ab 2020 betreiben. Aufgrund der Unsicherheiten auf den anderen Linien will das BAV der BLS nur diese beiden Verbindungen zusprechen.

Das hat das BAV entschieden: Das Bundesamt entschied die Fernverkehrskonzession vorerst um zwei Jahre verlängern. Damit bleibt vorerst alles beim Alten. Das BAV verschaffte sich aber ausreichend Zeit, um die verschiedenen Eingaben zu prüfen.

Das sagt die SBB zum Vorschlag: Sie hat die Stossrichtung des BAV für den künftigen Fernverkehr zur Kenntnis genommen. Sie betrachtet dies als einen Paradigmenwechsel im ÖV-System. Vor einer inhaltlichen Stellungnahme will die SBB das Gespräch mit den Beteiligten suchen.

So geht es weiter: Der Vorschlag des Bundesamts geht bis am 23. Mai in die Anhörung bei den betroffenen Kantonen, Verkehrsverbünden, Transportunternehmen und Infrastrukturbetreiberinnen. Formell entscheiden will das BAV Mitte Juni. Die Konzession soll für 10 Jahre vergeben werden. Die beiden Bahnen hatten eine Konzessionsdauer von 15 Jahren beantragt.

Legende: Video Reaktionen von BLS und SBB abspielen. Laufzeit 1:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.04.2018.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Patric Huber (Patric Huber)
    Schade, es wäre spannend gewesen zu sehen ob sich die BLS in Sachen Pünktlichkeit, Sauberkeit und Störungen mehr Mühe gibt als die SBB bei welcher Basel wohl kaum eine hohe Priorität hat. In allen anderen Punkten gibt es wohl kaum Verbesserungen oder Vergünstigungen durch ein Gerangel von staatlichen und ebenso subventionierten Bahnbetrieben.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Etwas vom grossartigsten der Schweiz: Die SBB, seit 1902 Garant für Sicherheit, Pünktlichkeit und das Aushängeschild der Schweiz schlechthin. Soll es wirklich durch das BAV zerstört werden und dem Kapitalismus preisgegeben werden? Das Ergebniss wäre klar und bewiesen: s. Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und andere. Teuer, unpünktlich, dem Verdienst der Aktionäre ausgeliefert mit dem einzigen Zweck, deren Säckel zu füllen. Arme Schweiz.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    "Toll unsere fast Staatsbahnen", statt mit einander "gegeneinander" auf Kosten von "uns Steierzahler"!
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