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Schweiz Berner sollen bald die Lizenz zum Kiffen bekommen

Bern will in einem Pilotversuch Cannabis legal und kontrolliert verkaufen. In ausgewählten Apotheken sollen die Kiffer, die bei einer Studie der Universität Bern teilnehmen werden, straflos Cannabis beziehen können. Dadurch soll der Schwarzmarkt verkleinert und die Prävention verbessert werden.

Legende: Video Die Lizenz für Berner Kiffer abspielen. Laufzeit 3:22 Minuten.
Aus 10vor10 vom 19.04.2016.

Das Gesetz verbietet es und doch tun es in der Schweiz rund 250'000 Menschen regelmässig: Kiffen. Nun will Bern – neben den Städten Zürich, Basel und Genf – einen neuen Weg im Umgang mit der Droge gehen. In einem geplanten Versuchsprojekt sollen Kiffer, die bei einer Studie der Universität Bern mitmachen, Cannabis legal in einer Apotheke kaufen können.

Grosse politische Unterstützung

Die Stadtregierung und das städtische Parlament haben dem Pilotversuch mit grosser Mehrheit von 55 zu 11 Stimmen zugestimmt. Wenn das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Studie bewilligt, soll sie drei Jahre lang dauern. Bis zu 1000 Kiffer ab 18 Jahren könnten sich bei der Universität registrieren, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Wer registriert ist und bei der Studie mitmacht, soll damit die Lizenz zum straflosen Kiffen bekommen.

Über legalen Konsum zum Ausstieg

Der Leiter der Studie, Präventivmediziner Matthias Egger an der Universität Bern, erhofft sich viel von diesem Versuch: «Man würde dem Schwarzmarkt Kunden entziehen und könnte ihn so verkleinern.» Ziel ist es auch, herauszufinden, ob bei den registrierten Kiffern die Prävention besser funktioniert, sagt Regula Müller, Sucht-Koordinatorin der Stadt Bern, gegenüber SRF: «Wer heute Cannabis konsumiert, sagt dies niemandem, weil es verboten ist. Wenn es hingegen erlaubt ist, holt man sich Hilfe.»

Und Hilfe hätten viele Kiffer nötig: Jeder Dritte, der täglich Cannabis konsumiere, sei von der Substanz abhängig – meist, ohne es zu merken, sagt Boris Quednow, Professor für Pharmakopsychologie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Seine Hoffnung: Mit der Entkriminalisierung des Konsums würden sich mehr Cannabis-Abhängige behandeln lassen. Der Pilotversuch in Bern mit der Lizenz zum Kiffen soll die Grundlagen für eine sachliche Diskussion über eine allfällige Legalisierung von Cannabis schaffen.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Da baebeled man die Suchtkiffer, aber die Gelegenheitskiffer laesst man im Regen -, respektive der Illegalitaet stehen. So gesehen nicht gut! Speziell Menschen die Canabis als Heil- respektive Schmerzlinderungsdroge brauchen haben weiterhin Probleme, legal an den Stoff zu kommen...
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Wenn ich morgens um 7 Uhr bereits am Zürich HB stehend unfreiwillig mitkiffen muss, wer schützt mich, bitte schön? Wen hat es interessiert, dass mir vom Haschgeruch sofort übel wurde und ich eine Stunde am HB auf einer Bank sitzen musste (und mein Chef nicht erfreut über mein Telefonat war)? Und dass ich sowieso nie im Leben einen Kiffzug nehmen will, einfach weil ich es ablehne, ohne wenn und aber? Wer schützt mein ungeborenes Kind in meinem noch flachen Bauch?
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  • Kommentar von Bruno Janthiang (Bruno Janthiang)
    Gesetzlich gesteuerte Belästigung von Menschen, die nichts mit Drogen zu tun haben.
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