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Schweiz Berset will Angebot für psychisch Kranke ausbauen

Menschen mit psychisch bedingtem Invaliditätsrisiko sollen früher erfasst und auch nach Eintritt ins Berufsleben permanent beraten werden. Sozialminister Alain Berset stellte die Pläne zur Weiterentwicklung der Invalidenversicherung vor.

Legende: Video IV-Reform: Mehr Hilfe für psychisch erkrankte Jugendliche abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.12.2015.

Die IV sei daran, sich von einer Renten- in eine Eingliederungsversicherung zu entwickeln, sagte Sozialminister Alain Berset am Montag vor den Medien. Es gehe nun darum die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens weiter zu verbessern.

Allen voran Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sollen nach den Worten des Gesundheitsministers möglichst im Job behalten beziehungsweise möglichst rasch wieder eingegliedert werden. Daher müssten Personen mit psychisch bedingtem Invaliditätsrisiko künftig früher erfasst und über die Eingliederung hinaus von der IV begleitet und beraten werden.

IV-Weiterentwicklung.
Legende: Besonderes Augenmerk in der IV-Weiterentwickung: der Übergang von der Schule zur Arbeitswelt. Keystone/Archiv

Es geht im weiteren um Kinder und Jugendliche mit Geburtsgebrechen im Alter von 0 bis 13 Jahren. Hier soll unter anderem die Liste der anerkannten Geburtsgebrechen angepasst werden. Damit könnten auch gewisse seltene Krankheiten aufgenommen und der Übergang der 20-Jährigen von der IV in die Krankenversicherung vereinfacht werden.

Bei den Jugendlichen von 13 bis 25 Jahren steht der Übergang von der Volksschule zur ersten beruflichen Ausbildung im Zentrum. Hier verfügt die IV noch über keine gezielten Unterstützungsmassnahmen. Die bei Erwachsenen bewährten Instrumente der Früherfassung und der sozialberuflichen Integrationsmassnahmen sollen deshalb auf Jugendliche ausgeweitet werden.

Millioneneinsparungen stehen nicht im Vordergrund, umso mehr, als die finanzielle Sanierung der IV besser als vorgesehen vorangeht.
Autor: Alain BersetSozialminister

Die Millioneneinsparungen stünden nicht im Vordergrund, umso mehr, als die finanzielle Sanierung der IV gut auf Kurs sei und besser als vorgesehen voranschreite, betonte Berset: «Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung sind die Menschen, denen die IV noch besser helfen kann.»

Stufenloses Rentensystem für mehr Anreize

Im heutigen Rentensystem mit vier Stufen ist es für viele IV-Rentnerinnen und Rentner nicht attraktiv, mehr zu arbeiten, weil sich wegen Schwelleneffekten ihr verfügbares Einkommen nicht erhöht. Damit der Anreiz besteht, die Erwerbstätigkeit im Rahmen des Möglichen zu erhöhen, soll deshalb für Neurenten ein stufenloses System eingeführt werden.

Der Bundesrat stellt in der Vernehmlassung bis zum 18. März 2016 zwei Varianten zur Diskussion: Zum einen die IV-Vollrente ab 70 Prozent Invalidität wie heute oder erst ab 80 Prozent, wie sie das Parlament bereits einmal verworfen hatte.

3 Kommentare

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  • Kommentar von urs güttinger (ursg)
    Die IV ist eine Versicherung. Wie alle Versicherungen zahlt Sie nicht gerne im Schadenfall. Würden Sie einer Versicherung trauen, die behauptet, dass Sie im Schadenfall Ihr bestes will? Das ist die heutige Situation bei der IV. Die IV will jetzt auch noch Druck machen können, dass man sich zu hoffnungslosen und demütigenden Versuchen zur Arbeitseingliederung hergibt. Will ich das nicht, bin ich ja offensichtlich ein Betrüger und will nur abzocken. Somit muss die IV nicht zahlen. IV-Ziel erreicht
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  • Kommentar von U. Müller (ponca)
    Habe eben im Radio darüber gehört. Und was war die Antwort Herrn Bersets zu diesem Problem? Druck machen! Genau das falsche "Gegenmittel"! Also noch mehr Druck als man in der heutigen Arbeitswelt eh schon hat?! Aber sich fragen, weshalb immer mehr, vor allem Junge, unter psychischen Störungen leiden? Fehlanzeige! Habe mal im Zug gehört, wie sich eine ca. 20-Jährige über den Lernstress und schlaflose Nächte beklagt hat. Ein Junger sagte ihr dann, das kenne er, Tabletten würden helfen!
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      Warum wohl haben Junge psychische Störungen,weil das Moloch Geld und Wirtschaft die Menschheit beherrscht,immer mehr und immer höher,die Politiker haben jetzt schon Angst im nächsten Jahr könnte die Wirtschaft einbüssen und setzen alle Hebel an im In-und Ausland in Bewegung,vielleicht will das die nächste Generation gar nicht und möchte lieber etwas Lebensqualität.
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