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Berufs-WM in Abu Dhabi Schweizer Lehrabgänger bringen 20 Medaillen nach Hause

Das Nationalteam der Schweiz hat so gut abgeschlossen wie noch nie. In der Nationenwertung steht sie auf Platz zwei, hinter China.

Legende: Video 20 Medaillen für die Schweiz an Berufsweltmeisterschaften abspielen. Laufzeit 2:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Schweizer Nationalteam holte an der Berufs-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi zwanzig Medaillen, davon elf Mal Gold.
  • Die Goldmedaille ging unter anderem an einen Automatiker, eine Bäckerin, einen Möbelschreiner und an eine Fachfrau Gesundheit.
  • In der Nationenwertung landet die Schweiz auf Platz zwei hinter China.

Sie haben geschliffen, gemauert, gepflegt und gegärtnert. 11 junge Berufsfrauen und 27 junge Berufsmänner haben an den Berufs-Weltmeisterschaften World Skills in Abu Dhabi um Medaillen gekämpft. Vier Tage lang mussten sie verschiedene Aufgaben meistern.

Als der Sand ausging

Die beiden Landschaftsgärtner mussten sich an einem Wüstengarten versuchen, mit Sand Palmen und Steinen. «So etwas haben wir vorher noch nie gemacht», sagt Landschaftsgärtner Benjamin Räber. «Eigentlich kein Problem, wäre uns nicht nach kurzer Zeit der Sand ausgegangen. Und mehr aufzutreiben, scheint in der Wüste offenbar nicht möglich zu sein», sagt er nach dem Wettkampftag. «So mussten wir halt Steine vergraben.»

Stahlplatten aus Österreich eingeflogen

Rico Cioccarelli ist der technische Delegierte der Schweizer Delegation und hat alles im Griff. Auch das Chaos, dass sich da und dort abzeichnet. «Wir mussten in allerletzter Minute extra Stahlplatten aus Österreich einfliegen lassen, sie hatten hier nur solche mit der falschen Dicke.» Eine Herkulesaufgabe, die der Bündner mit höchster Gelassenheit meistert.

Unter Zeitdruck und im Lärm arbeiten

Die Schneiderin Flurina Rüesch arbeitet hoch konzentriert an ihrem Schnittmuster. Das Ziel ist ein blau-weissen Damenkleid. Unter hohem Zeitdruck und im permanenten Lärm in der riesigen Messehalle zu arbeiten, ist höchst anstrengend. «Man muss all die Dinge einfach ausblenden und sich auf seine Aufgabe konzentrieren», sagt sie.

Kein Geld für Austragung von Mega-Event

Eigentlich wollte die Schweiz die übernächsten World Skills in Basel ausrichten. Seit mehreren Jahren hatte sich ein kleines Team darauf vorbereitet, der Besuch von Bundesrat Schneider-Amman für die Lancierung vor Ort in Abu Dhabi war schon geplant.

Doch im letzten Moment zog der Bundesrat den Stecker, die Regierung lehnte den Bundesbeitrag von 30 Millionen Franken ab. «Das sind heute Mega-Events, die in der Schweiz kaum mehr ausgerichtet werden können.

Die Strategie von World Skills international ist, noch mehr zu wachsen – und das macht es schwierig», sagt dazu Josef Widmer, Stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Forschung, Bildung und Innovation. So werden die World Skills 2021 in Shanghai stattfinden. Aber die nächsten Berufsmeisterschaften stehen schon bald an: 2018 finden die Swiss Skills in Bern statt.

«Tagesschau» 19.30 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Unsere Bundesräte überbieten sich wieder einmal mit klugen Entscheiden, so ein Berufs-Wettbewerb sei ein Mega Event, koste 30 Millionen und könne in der Schweiz kaum mehr ausgerichtet werden. Dazu im Gegensatz, eine Milliarde für eine Winter-Olympiade ist kein Problem, ab soviel Weisheit kann man nur den Kopf schütteln.
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  • Kommentar von Matthias Hund (Matthias Hund)
    Interessant wäre noch zu erfahren, wieviele Nationen und Teinehmende dabei waren und wieviele Medaillen es zu gewinnen gab.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    ja, wirklich eine riesenfreude. nach wie vor finde ich die lehre etwas was das schweizerische bildungssystem auszeichnet. tragen wir sorge zu dieser kostbarkeit. und jede firma, ob klein ob gross, die lehren anbieten und die junge menschen in ein praxisbezogenes berufsleben einführen und belgeiten, sei auch ein gorsser kranz gewunden.
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