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Schweiz Bieler Rentner stellt sich als Opfer dar

Peter Hans Kneubühl wird der Prozess gemacht. Vor zwei Jahren verbarrikardierte sich der Bieler Rentner in seinem Haus und schoss einem Polizisten in den Kopf.

Legende: Video «Kneubühl-Prozess: Absurde Szenen im Gerichtssaal» abspielen. Laufzeit 5:09 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.01.2013.

Der Bieler Rentner Peter Hans Kneubühl ist im Prozess gegen ihn zu seinen persönlichen Verhältnissen befragt worden. Kneubühl stellte sich als Opfer von Staats- und Polizeigewalt dar.

Der ehemalige Lehrer sprach im Gerichtsgebäude etwas wirr von andauernden Polizeiüberfällen schon vor vielen Jahren, angeblichen Anklagen und angeblichen Verhaftungen als linker Umweltschützer. Auch der Staatsschutz habe ihn verfolgt und sein Name habe auf einer schwarzen Liste figuriert.

Auch Schwester soll schuld sein

Kneubühl stellt sich auch als Opfer seiner Schwester dar: Er habe in der Familie alles erledigen müssen; sie habe die Polizei auf ihn gehetzt. Eine Erbstreitigkeit mit der Schwester führte schliesslich auch zur Zwangsräumung des Hauses, vor dem Kneubühl im Herbst 2010 auf die Polizei schoss und dann flüchtete.

Verletzter Polizist sagte aus

Zu Beginn der Gerichtsverhandlung wurde der Polizist befragt, den Kneubühl bei der Zwangsräumung seines Hauses mit einem Schuss in den Kopf schwer verletzt hatte. Er war zur Tatzeit im Herbst 2010 Mitglied der Sondereinheit Enzian.

Der Polizist sagte, nach seiner Verletzung habe er sich etwa zwei Monate lang im Spital befunden. Heute gehe es ihm gesundheitlich recht gut und er arbeite wieder zu 80 Prozent. Allerdings sei er nach den Ereignissen nicht mehr so belastbar und habe oft Kopfweh.

Kneubühl konnte dem Polizisten Fragen stellen. Kneubühl legte Wert auf die Frage, welche Informationen die Polizisten vor ihrem Einsatz hatten und wer ihnen warum welche Befehle erteilte.

Darauf konnten die Polizisten keine Antworten geben. Leicht genervt stellte er fest, dass die beiden offensichtlich die falschen Auskunftspersonen seien. Ansonsten wurde die Verhandlung in sachlichem Ton geführt.

Schuldfähigkeit Kneubühls im Zentrum

Beim Prozess gegen den Bieler Rentner geht es vor allem um die Frage, ob Peter Hans Kneubühl schuldfähig ist. Im Überweisungsbeschluss der Staatsanwaltschaft heisst es, seine Persönlichkeit sei «als schizoid-zwanghaft zu bezeichnen». Er leide an Verfolgungs- und Beeinträchtigungswahn mit querulatorischer Komponente.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Igea Beko, Langenthal
    Eine Strafe ist das eine, eine Verunglimpfung von Hans Kneuenbühl als schuldunfähig oder "verrückt" (was genau auch immer hier "begutachtet" würde) zu erklären ist aber das andere. Folgen von Zwangsmedikationen, Zwangsbehandlungen und das Wegschliessen auf Dauer ist eine Unrechtsstaatliche Massnahme gegen jemanden, der offensichtlich, sehr genau weiss was er tat und sich so klar äussert. Man muss nur einmal die drei Interviews von Telebärn schauen.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Die 3 hier bisher abgegebenen Kommentare sind etwa so wirr, wie der Eindruck den man vom Kneubühl gewinnt, wenn man seine Kommentare hört... Ob der Typ schuldfähig ist oder nicht, spielt nur eine nebensächliche Rolle. Wichtiger ist, dass er niemehr einen solchen Schaden anrichten kann. Ein klarer Fall für eine unbestimmte Verwahrung!
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    1. Antwort von Beat Gurzeler, Winterthur ZH
      Wenn einer einen solchen " Stuss " herauslässt, gibt es nur einen Grund dazu, er will garnicht hören oder Wissen was alles dahinter steckt, darum die Verwahrung auf unbestimmte zeit. Gehören Sie vielleicht auch dieser " Sippe " an ?
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    2. Antwort von K. Wolf, Wollerau
      Sehr geehrter Herr Flückiger Auch ich als differenziert denkender Mensch leide unter diesen Stammtisch-Foren. Ein Grossteil solcher Forenschreiber ist psychisch belastet und lässt einfach Dampf ab. Wer sich aufgrund eines Presseartikels und ohne Kenntnisse der genauen Umstände solche Wertungen anmasst, kann und darf nicht ernst genommen werden. Tröstlich ist, dass die grosse Mehrheit der Bürger viel differenzierter überlegt und abwägt, aber halt nicht in solche Foren schreibt.
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  • Kommentar von Patrick Bieri, Oensingen
    Im Gespräch wird bestätigt, dass kein Geständnis vorliegt und auch die Tatwaffe nicht gefunden worden ist. Zudem geht aus dem Bericht von Herrn Uster (Seite 58) hervor, dass man bei der Schussabgabe nur das Mündungsfeuer gesehen hat, nicht aber den Schützen. Und wenn es eine Drittperson war, die geschossen hat? Jedenfalls wird es für die Anklage schwierig, wenn Herr Kneubühl schuldfähig sein sollte. Also...wird er wohl eher schuldunfähig sein.
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