Zum Inhalt springen

Umstrittener Imam Bieler Stadtpräsident fordert die Ausschaffung

Erich Fehr hat erstmals Stellung genommen zum Hassprediger, der auf Staatskosten lebt. An der «Rundschau»-Theke verurteilt der Bieler Stadtpräsident die Aussagen des libyschen Imams aufs Schärfste.

Legende: Video «Man kann diese Aussagen nur aufs Schärfste verurteilen» abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.08.2017.

Abu Ramadan predigt in der Bieler Ar’Rahmen-Moschee, man müsse die Feinde des Islams «zerstören». Er wirbt für eine Abkehr vom Staat. Muslime sollten sich gegenseitig vor der Justiz schützen, selbst wenn sie Vergewaltigungen begangen hätten. «Man kann diese Aussagen nur aufs Schärfste verurteilen und kritisieren», sagt der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP).

Der Prediger nutze die freiheitliche Gesellschaft aus, «um Unfreiheit und Unfrieden zu säen». Das sei nicht nur «höchst verwerflich», sondern er schade damit auch der grossen Mehrheit der Muslime, die in der Schweiz bestens integriert seien.

Legende: Video Hans Fehr: «Solche Leute haben hier nichts verloren» abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.08.2017.

«In der Schweiz nichts verloren»

Auf die Frage, ob Abu Ramadan die Niederlassungsbewilligung entzogen werden müsste, erklärt Fehr: «Da sind wir uns einig». Er sei der Meinung, solche Leute hätten in der Schweiz «nichts verloren». Wer die offene demokratische Gesellschaft nicht respektiere, dürfe «nicht Stimmung dagegen machen können.»

Man habe jedoch bis zu den Recherchen der «Rundschau» und «Tages-Anzeiger» keine Signale bekommen, dass etwas Strafrechtliches vorliegen könnte. Fehr sagt, er würde es begrüssen, wenn die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung einleiten würde: «Dann hätte man eine Klärung.» Gleichzeitig verwies er auf die Unabhängigkeit der Justiz.

Imam-Ausbildung als Lösung?

Ob die Ar’Rahmen-Moschee nun geschlossen werden müsste, liess Fehr offen. Wichtig sei, dass aus den Reihen der Gläubigen radikalisierte Personen gemeldet würden. Der Bieler Stadtpräsident spricht sich zudem für eine Imam-Ausbildung in der Schweiz aus.

Es könne nicht sein, dass Imame eingeflogen würden, «die mit unseren Sitten und Bräuchen nicht vertraut sind». Ein weiterer Ansatz könne sein, dass Moscheen ein öffentlich-rechtlicher Status gegeben werde. Das würde sie laut Fehr zu mehr Transparenz zwingen und aus der finanziellen Abhängigkeit der Geldgeber – beispielsweise aus Saudi-Arabien – lösen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

92 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Aus dem Auge aus dem Sinn? Und dann? Blauäugig wer denkt das Problem sei dann gelöst. Im Gegenteil: Die Erfahrung von vielen Anschlägen zeigt doch, dass solche Personen dann erst recht aktiv werden und von ihrem neuen Ort aus Anschläge planen! Und wo? Genau! Häufig genug genau in dem Land, von dem sie ausgeschafft wurden. Wer mit Hass auf ideologischen Hass reagiert wird Gewalt ernten. Solche Leute dürfen keinen Asylstatus geniessen. Die Ausschaffung birgt jedoch ein enormes Gefahrenpotential.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Schultheiss (Peter Schultheiss)
    Die „zweisprachige“ Stadt Biel/Bienne (BE) zählt 55'000 Einwohner. Der Anteil der muslimischen Bevölkerung liegt bei 5'500 Einwohner (10%). Tendenz: Weiter stark steigend!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christoph Bode (Bodi1969)
    Bevor er "SOFORT" ausgeschafft wird - erst Mal nachdenken. Vorher wäre es sinnvoller alle Informationen zu seinem Netzwerk und den daran beteiligten Personen von ihm zu bekommen. Dann über Ausschafung nachdenken ... .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen