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Bildungsbericht Schweiz An Herausforderungen mangelt es nicht

Legende: Video Immer mehr wollen an eine Uni oder Fachhochschule abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.06.2018.
  • Im Jahr 2015 verfügten 91 Prozent der über 25-Jährigen in der Schweiz über einen Berufsabschluss oder eine Matura.
  • Dieser Anteil soll bis in einigen Jahren auf 95 Prozent steigen, wie es im neusten Bildungsbericht heisst.
  • Ein Effort ist dabei vor allem bei den Jugendlichen nötig, die im Ausland geboren wurden: Von ihnen hatten 2015 nur 73 Prozent einen Abschluss.

Beim Abschluss der sogenannten Sekundarstufe 2 gibt es grosse Unterschiede zwischen 25-jährigen Schweizerinnen und Schweizern und ihren Kollegen mit Migrationshintergrund. Dies zeigt der Bildungsbericht 2018.

So verfügen 94 Prozent der Schweizer über eine Berufsausbildung oder eine Matura, bei den im Land geborenen Ausländern sind es 86 Prozent. Bei den im Ausland geborenen Ausländern sind es jedoch bloss 73 Prozent.

Vierjährlicher Bildungsbericht

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Der Bildungsbericht 2018 fasst das aktuelle Wissen über das Schweizer Bildungswesen von der obligatorischen Schule bis zur Weiterbildung sowie über dessen Leistungsfähigkeit zusammen. Erarbeitet hat ihn die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung in Aarau. Der Bericht erscheint seit 2010 alle vier Jahre. Vorgestellt haben ihn das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) sowie die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren.

Risiko der lebenslangen Arbeitslosigkeit

«Wer keinen Abschluss auf der Sekundarstufe 2 hat, geht das Risiko ein, später permanent arbeitslos zu sein», sagt Stefan Wolter, Hauptautor der Studie. Das bedeute möglicherweise Folgen während 40 Jahren. «Wir müssen dieses Problem deshalb lösen», betont er.

Deshalb liegt der Fokus in den kommenden Jahren auf den Jugendlichen, welche die Schule nicht vollständig in der Schweiz durchlaufen haben. Aktuell hat ein Drittel der 15- bis 17-Jährigen in der Schweiz einen Migrationshintergrund.

Rückstand kann kaum aufgeholt werden

Das Bildungsdefizit der im Ausland geborenen Jugendlichen steht in Verbindung mit einem grundsätzlichen Mangel in unserem Bildungssystem: Es schafft es nämlich nicht, dass schwache Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer Schulkarriere Anschluss an die Besten finden.

Die Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz, Siliva Steiner, spricht von einem «besorgniserregenden» Problem. Sie weiss aber auch, wie man dieses Problem anpacken kann – denn die Defizite zeigten sich schon am Anfang einer Schulkarriere.

Ansetzen müsse man deshalb, bevor die Kinder überhaupt in die Schule gehen. «Wir müssen die Eltern im frühkindlichen Bereich besser unterstützen», ist Steiner überzeugt. So könne den Kindern der Eintritt in den Kindergarten erleichtert werden.

Die EDK-Präsidentin will die Kantone deshalb motivieren, mehr in die frühkindliche Förderung zu investieren.

Herausforderung Digitalisierung

Zur Digitalisierung fällt es den Verfassern des 300-seitigen Berichts schwer, Prognosen zu machen – es gibt dazu noch wenig Forschungsmaterial. Sie halten aber fest, dass die Berufsbildung in diesem Bereich stark gefordert ist. Sie muss schliesslich der Wirtschaft die notwendigen Fachleute liefern.

Vorlesungssaal aus der Studenten-Perspektive.
Legende: Immer mehr Jugendliche verfügen über einen Hochschul- oder Fachhochschul-Abschluss. Keystone

Bald 60 Prozent mit höherem Abschluss

Zur Weiterentwicklung der Bildung hält der Bericht fest, dass sich der Prozess hin zu tertiären Abschlüssen an Universitäten oder Fachhochschulen fortsetzt. Statt der heute 40 Prozent dürften bis 2045 rund 60 Prozent der Bevölkerung über einen solchen Abschluss verfügen.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Elisabeth Frehner-Isenring (Denia)
    An der Uni ZH musste ich dann zu Beginn des Seklehrerstudiums Phil I einen Aufsatz schreiben. Und siehe da. Der war gut. Und alle andern Noten im Laufe des Studiums bewiesen, dass der Lehrer an der Kanti SG nicht ehrlich war. Rechtschreibung und Grammatik waren immer top . Die wurden nie getestet durch Prüfungen. Er machte nur einen Aufsatz pro Semester. Willkür der Lehrer. Das ist heute nicht mehr möglich. 1971 abgeschlossen. Andere Schüler hätten auch unter ihm gelitten. Hiess es später.
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  • Kommentar von Elisabeth Frehner-Isenring (Denia)
    Frau Müller. Ich hatte im Maturazeugnis eine 5 in Mathe und in andern Naturwissenschaftsfächern war ich auch nicht schlecht. Aber in Deutsch eine 3,5, weil mein Deutschlehrer mich 4 1/2 Jahre praktisch gemobbt hat. Und hätte ich da Mathe studieren sollen? Nein, ich wollte mir und andern beweisen, dass ich Deutsch kann. Und überhaupt, was bedeuten schon Noten? Im Leben muss man die Fächer anwenden können, nicht "nur" in der Schule. Und die Muttersprache ist sehr wichtig für alle Fächer.
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    1. Antwort von Megan Mueller (Megan N.)
      Ich bin zwar in der Schweiz geboren und aufgewachsen aber ich zähle Englisch als meine Muttersprache und sicher nicht Deutsch. Ich beherrsche Englisch in Wort und Schrift einiges besser. Und Noten sind sehr wichtig. Versuchen sie mal mit schlechten Noten in den USA an einer Uni zugelassen zu werden ? Nur Noten zählen eben.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Frau Mueller, wir sind aber hier in der Schweiz. Für kein einziges Studium spielen die Schulnoten eine Rolle. Für einzelne Lehrmeister spielen die Schulnoten eine Gewisse Rolle bei der Auswahl aber auch bei den Berufslehren werden Vorstellungsgespräch und Eintrittstest zunehmend wichtiger.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Politik u. Medien sollten sich endlich einmal einigen, von was sie berichten wollen. Von BILDUNG oder AUSBILDUNG! Hier geht es ausschliesslich um Ausbildung! Bildung ist aber ganz etwas anderes. Diese fängt bereits mit der Geburt an u. ist quasi kostenlos - ein Leben lang. Denn wie kann es sein, dass ausgebildete Menschen so mit der Umwelt, Flora u. Fauna, den Menschen, dem kollektiven Verhalten, Konsum, usw. so umgehen, gleich welchen Berufes oder Standes? Bitte die Themen nicht vermischen!!
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