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Schweiz Bio-Produkte und Berufsbildung: Schweiz und USA kooperieren

Am Ende seiner USA-Reise hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung und ein Abkommen über Bio-Produkte unterzeichnet. Weiter liess er sich über die Verhandlungen um das Freihandelsabkommen der USA mit der EU informieren.

Legende: Video «USA wollen Schweizer Berufslehre importieren» abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.07.2015.

Schneider-Ammann sprach in Washington mit dem US-Handelsbeauftragten Michael Froman über den Stand der Verhandlungen um ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU.

Vergleichbare Bedingungen wie EU

Froman habe ihm bestätigt, dass das TTIP-Abkommen noch in der Amtszeit von Präsident Barack Obama machbar sei, sagte er. Schneider-Ammann gab gegenüber Froman der Hoffnung Ausdruck, dass die Schweiz und die EFTA über den Fortgang der Verhandlungen so gut wie möglich informiert würden.

Die Schweiz wolle eine Chance haben, sich auf einer möglichen transatlantischen Handelsplattform bei Bedarf ebenfalls einfinden zu können. «Für uns ist es enorm wichtig, dass wir unserer Industrie in Richtung zweitwichtigster Exportmarkt USA vergleichbar gute Rahmenbedingungen bieten können wie sie die EU haben wird», sagte Schneider-Ammann.

Zusammenarbeit bei Berufsbildung

Zuvor hatte Schneider-Ammann in Washington eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit der Schweiz und der USA in der Berufsbildung unterzeichnet. Er freue sich, dass die USA grosses Interesse am Schweizer Modell zeigten, sagte er. Das System der Berufslehre ist in den USA weitgehend unbekannt. In der Schweiz dagegen sei die Lehre ein Kernelement des Bildungssystems.

Die Absichtserklärung sei zunächst für drei Jahre gültig und helfe beiden Staaten, einen aktiven Austausch in der Berufsbildung zu pflegen, sagte Schneider-Ammann. Auch könnten die Privatwirtschaft durch die Erklärung stärker einbezogen und Pilotprojekte in den USA gestartet werden.

Zahl der US-Berufslehrlinge verdoppeln

Die amerikanische Handelsministerin Penny Pritzker sagte, Wirtschaftsführer in den USA beklagten sich im Gespräch oft darüber, dass ihnen gut ausgebildete Arbeitskräfte fehlten. Das System der Berufsbildung könne helfen, diesen Missstand zu beheben und die amerikanische Wirtschaft zu stärken.

Ziel von Präsident Obama ist es, die Zahl der Berufslehrlinge in den USA in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Dafür stellt die Regierung 100 Millionen Dollar zur Verfügung. 18 in den USA tätige Schweizer Unternehmen haben sich bereits verpflichtet, das Programm zu unterstützen und Lehrlinge einzustellen.

Bio-Vorschriften gegenseitig anerkennen

Ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der Bio-Vorschriften der Schweiz und der USA unterzeichnete Schneider-Ammann mit der stellvertretenden Landwirtschaftsministerin Krysta Harden.

Der ökologische Landbau habe in den vergangenen Jahren stetiges Wachstum sowohl in der Schweiz wie in den USA gesehen, sagte Schneider-Ammann. Natürliche und gesunde Produkte erfreuten sich in der Schweiz immer grösserer Nachfrage.

Markt für Bio-Bauern erweitern

Die Schweizer Landwirte und Lebensmittelhersteller könnten die Nachfrage der Schweizer nach Bio-Produkten aber nicht alleine abdecken, sagte der Wirtschaftsminister. Die Schweiz hänge von Agrareinfuhren ab. Andererseits gebe es in der Schweiz eine Reihe von Unternehmen mit Bioprodukten, die grosses Interesse hätten, den US-Markt zu bedienen, sagte Schneider-Ammann.

Das neue Abkommen werde den Markt für Bio-Bauern erweitern. Die administrativen Hürden für kleine und mittlere Unternehmen, mehr Bio-Produkte für die Verbraucher zu liefern, würden gesenkt. So werde die Vermarktung von Schweizer Bio-Produkten wie Schokolade, Käse und Müesli in den USA erleichtert. Das Gleiche gelte für Produkte, die den Bio-Siegel der USA trügen und in die Schweiz exportiert würden.

Wichtiges Kapitel des ökologischen Landbaus

Harden bezeichnete das Abkommen als ein Kapitel in der Erfolgsgeschichte des ökologischen Landbaus, das neue wirtschaftliche Chancen für amerikanische Produzenten schaffe. Die Konsumenten wiederum erhielten eine grössere Auswahl an organischen Produkten.

Die amerikanische Handelsbeauftragte für Landwirtschaft, Darci Vetter, sagte, das Abkommen sei ein Schritt zur Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und der Schweiz. Ein grösserer Agrarhandel zwischen den zwei Ländern führe zu mehr Arbeitsplätzen und wirtschaftlichen Vorteilen für beide. Die Vereinbarung tritt am Freitag in Kraft.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Katharina Müller, 8400 Winterthur
    Hat der gute Herr Schneider auch schon mal was von Monsanto gehört??? Einmal mehr versetzt uns ein Bundesratsmitglied in Angst und Schrecken!!
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Im Kern des "Bio-Gedankens" liegt die Nachhaltigkeit - und die Nachhaltigkeit bevorzugt die lokale Produktion. Ich hoffe sehr, dass herr Schneider-Ammann diese Tatsache berücksichtigt hat in den Vertragsabschlüssen. Bio- Kunden wollen keine Erdbeeren aus Mexiko, sondern einheimische Produkte. Der Transport ist heute viel zu billig - macht er doch auf eine Flasche Wein aus Chile gerade 20 Rappen aus. Das Land mit den schlechtesten Standards haben die grösseren Chancen mit solchen Handelsabkommen.
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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Bio aus den USA nein Danke, sind sicher alles Gentech Samen oder Setzlinge da es in den USA keine Natürliche Samen mehr gibt! Ich kaufe nie Essen von der USA bei denen ist der Boden schon lange verseucht mit Monsanto und Co. und von einem Kriegstreiber kaufe ich wenn möglich nichts!
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    1. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      Herr Fetz,ich habe lange gesucht und absolut keinen Bericht über Bio-Lebensmitteln aus der USA gefunden.Was will uns Schneider-Amman wieder hinterrücks unterjubeln?Da die Schweizer gegen ein TTip-Abkommen sind,versucht er andere Wege uns über den Tisch zu ziehen.Dieser Mann wird immer gefährlicher.
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