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Schweiz Bischof Markus Büchel: «Es ist Zeit für eine gute Reaktion»

Papst Franziskus hat den Bischöfen den Auftrag gegeben, herauszufinden, in welchen Situationen die Menschen heute leben. Im «Tagesgespräch» von Radio SRF hat Bischof Markus Büchel über die Resultate der Umfrage der Bischofskonferenz reagiert – und über die Zukunft der Kirche diskutiert.

Legende: Video «Audioslideshow: Bischof Markus Büchel im «Tagesgespräch»» abspielen. Laufzeit 3:58 Minuten.
Vom 04.02.2014.

An einer Synode zum Thema Familie wird der Vatikan im Oktober ergründen, wie es den Menschen heute geht. Die schweizerische Bischofskonferenz hat mit diesem Auftrag von Papst Franziskus die Gläubigen befragt. Das Resultat: Die Kirche ist den Menschen in der Ehe- oder Familienkrisen kaum mehr eine Hilfe. Sie haben auch für Ehe- oder Sexualvorschriften wenig Verständnis.

Bischof Markus Büchel hat im «Tagesgespräch» von Radio SRF auf die Resultate der Umfrage reagiert. Auf die Frage, ob ihn das Ergebnis schmerze, sagte er: «Es tut ein Stück weit weh. Andererseits ist dieses Weh genau der Grund für die Bischofssynode. Papst Franziskus hat gesehen, heute gibt es viele Menschen, die Sorgen haben. Sie können die Kirchenlehre mit ihrem persönlichen Leben nicht mehr zusammenbringen», so der Bischof des Bistums St. Gallen.

Büchel bedauert, dass die Kirche nicht bereits früher Schritte gemacht hat, um diese Probleme anzupacken. Es sei jetzt Zeit gut darauf zu reagieren.

Geschiedene nicht weiter «bestrafen»

Viele Katholiken sind bezüglich der Verweigerung der Sakramente für Wiederverheiratete mit der Kirche uneins. Knapp 90 Prozent der rund 23'600 wünschen sich eine kirchliche Anerkennung und Segnung solcher Partnerschaften.

In der Praxis werde dies teilweise gemacht, sagt Bischof Büchel. Die Lehre sei eines, die Praxis etwas anderes. Deshalb gibt Büchel selber einer geschiedenen und wiederverheirateten Person die Kommunion. «Wenn ein Mensch in der Eucharistiefeier vor mir steht, dann nehme ich an, er weiss, was wir glauben. Wenn jemand die Kommunion erhalten will, darf ich sie ihm nicht vorenthalten.»

Die Menschen müssten die Lehre der Kirche und den Sinn der Weisungen und Gebote verstehen können, ist der Bischof überzeugt. «Daran muss die Kirche arbeiten, damit die Menschen sich wieder in ihren Glauben vertiefen können.»

11 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Hürlimann, Glarus
    Die Kirche sollen Ehrlicher sein.
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  • Kommentar von Katharina Müller, 8400 Winterthur
    Der Mensch meint noch immer, er sei die Krönung der Schöpfung und beseelt. Noch immer herrscht die Meinung, der Mensch stehe über dem Tier. Schaut man genau hin, zeigt sich, dass wir Menschen den Säugetieren angehören. Wir sind nichts als Lebewesen, die kommen und vergehen, an sich ohne Sinn. Es gilt, dem Leben einen Sinn zu geben, es zu geniessen, jetzt das Leben leben, bewusst mit Eigenverantwortung und mit Verantwortung gegenüber unsern Nachkommen.
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  • Kommentar von J-P.Simon, glühender Nietzscheaner, Bern
    Nächstenliebe,H.Knecht,eine der vielen Empfehlungen,dessen Breite von Interpretationen das katholisch-konforme Ehebett ist und darüber hinaus.Die Schreibe von A.Käser spricht mal wieder Bände einer Wahrheit.Die Ohren vieler Menschen mussten das in Falschheit gesprochene Wort wund hören und haben nie gelernt,das man sich auch selbst zu achten hat. Mit fatalen Folgen. In einer narzisstischen Selbstverblendung mauserten sie sich in einen krankhaften Egoismus. Ihre Ich-Stärke war äusserst Mangelhaft
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