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Schweiz Bisher keine Anfragen für Schweizer Hilfe im Syrien-Konflikt

Ob die Hilfe des Labors Spiez oder allfällige Überflüge – bislang gibt es keine offiziellen Anfragen an die Schweiz im Syrien-Konflikt. «Wir machen uns Gedanken, was eine Ausweitung des Konflikts für uns bedeuten würde», sagte Bundespräsident Maurer. Konkret entschieden sei noch nichts.

Ueli Maurer
Legende: Besorgt über die Entwicklung in Syrien: Bundespräsident Ueli Maurer. Keystone

Ein Militärschlag des Westens in Syrien steht möglicherweise bevor – und beschäftigt auch den Bundesrat. Bundespräsident Ueli Maurer sagte, er beobachte die Entwicklung mit grosser Sorge. «Ein offener Konflikt und ein Eingreifen von Drittstaaten dürften keine Lösung des Problems sein», sagte Maurer gegenüber Schweizer Radio und Fernsehen. «Wir haben jedes Interesse an einer politischen und möglichst friedlichen Lösung in Syrien.»

Auf die Frage, ob der Bundesrat einen Militärschlag unterstütze, sagte Maurer: «Die Schweiz als neutrales Land wird sich dazu nicht äussern können und wollen.»

Eine Eskalation sei immer der allerletzte Schritt. Ob dieser bereits getan sei, «können wir aus unserer Froschperspektive vielleicht nicht endgültig beurteilen». Maurer sagte, er sei grundsätzlich gegen die Anwendung von Gewalt, wenn nicht alle anderen Optionen tatsächlich ausgelotet worden seien.

Informelle Gespräche

Nach Maurers Worten gibt es derzeit noch keine Anfragen für eine allfällige Zusammenarbeit mit der Schweiz – weder für allfällige Überflüge über Schweizer Gebiet noch für die Arbeit des Forschungslabors in Spiez. Der Bundesrat hatte der internationalen Gemeinschaft angeboten, die Spiezer Experten könnten bei der Aufklärung des Giftgaseinsatzes in der Nähe von Damaskus behilflich sein.

Nach Maurers Worten wurden informelle Gespräche geführt, bei denen es um humanitäre Hilfe ging. Eine offizielle Anfrage dazu gebe es aber bisher auch dazu nicht. «Wir machen uns Gedanken, was eine mögliche Ausweitung des Konflikts für uns bedeuten würde – für die Flüchtlingsorganisationen international, möglicherweise auch national. Aber es sind noch keine Entscheide gefallen.»

Sollte die Schweiz nun mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen? Maurer äusserte sich zurückhaltend. «Man muss die Entwicklung abwarten. Das Problem kann nur international gelöst werden. Sicher würde sich die Schweiz auf irgendeine Art solidarisch beteiligen, aber es ist zu früh, um irgendwelche Signale auszusenden.»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Einmal mehr hat wenigstens der Bundespräsident Ueli Maurer die "Nerven nicht verloren". Die Schweiz hätte bis jetzt keine Hilfsanforderungen zum Fall Syrien erhalten. Zudem gibt Maurer zu einem eventuellen Militärschlag ein klares Votum ab: "...Die Schweiz als neutrales Land wird sich dazu nicht äussern können und wollen..." (Zitatende). Die einstige Genfer Aussenministerin würde bestimmt bereits das Kopftuch im Gepäck versorgen und Richtung Syrien fliegen!
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Entwicklung abwarten. Es ist zu früh, um irgendwelche Signale auszusenden. Das sind klare Worte des Realisten Maurers an die Fantastin Sommaruga.
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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Warum sollte die "neutrale?" Schweiz als Vermittler angerufen werden? Ein Land das in viele Länder, auch in kriegführende, Waffen in grosser Zahl liefert?
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