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Schweiz Blatter: «Ich hätte nach der WM 2014 aufhören sollen»

Im Interview mit der «Rundschau» spricht der suspendierte Fifa-Präsident Blatter über die Vorwürfe gegen seine Person. Zudem spricht er der Ethikkommission die Kompetenz für die Suspendierung ab. Nun kommt die Antwort.

Legende: Video Blatter: «Ich habe sicher nichts Falsches getan» abspielen. Laufzeit 17:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 25.11.2015.

Zum ersten Mal äusserte sich Sepp Blatter zu seiner Suspendierung durch die Fifa-Ethikkommission. Der gesundheitlich angeschlagene Blatter gab sich kämpferisch. Seine Amtsenthebung sei nicht nur für ihn persönlich eine Demütigung gewesen, sondern auch für das Amt des Präsidenten an sich, sagt der Walliser. «Es ist wie eine polizeiliche Order. Das schmerzt, aber bringt mich nicht um.»

Die Suspendierung hat die Ethikkommission der Fifa ausgesprochen – also genau jenes Gremium, das Blatter selbst eingeführt hat. Dieser wehrte sich gegen das Vorgehen der Kommission. Sie könne nur Funktionäre sanktionieren, aber nicht den Präsidenten der Fifa. «Wenn man den Fifa-Präsidenten loshaben will, dann müssen das diejenigen tun, die ihn gewählt haben.» In Sepp Blatters Fall wäre dies also der Fifa-Kongress.

Ethikkommission widerspricht Blatter

Zur Sperre, welche die Ethikkommission fordert, sagte der Walliser nichts. «Ich kann nichts bestätigen, weil es vertraulich ist, und ich wäre der schlechteste Mensch, wenn ich es ausplaudern würde.» Nach Recherchen der «Rundschau» handelt es sich bei der beantragten Sanktion um eine lebenslängliche Sperre.

Bei der Zuständigkeit der Kommission gibt es offenbar verschiedene Ansichten. Das Gremium sieht sich sehr wohl auch für den Präsidenten zuständig und widerspricht nun Blatter. «Der Ethik-Code gilt weltweit für alle am Fussball Beteiligten. Da gibt es überhaupt keine Ausnahmen», sagt Andreas Bantel Sprecher der Ethikkommission.

«Ich muss nicht meine Unschuld beweisen»

Im Gespräch mit der «Rundschau» zeigte sich Blatter als suspendierter Präsident, der sich nichts vorzuwerfen hat. Man solle jetzt beweisen, dass er ein schlechter Mensch sei. «Nicht ich muss meine Unschuld beweisen. Ich bin mir nicht bewusst, dass ich etwas Falsches gemacht habe.» Er sei vielleicht nicht so vorsichtig gewesen, wie man sein sollte, aber er habe sicher nichts Falsches getan.

Trotzdem gestand er sich ein, dass er den Absprung verpasst habe und nach der Weltmeisterschaft 2014 hätte aufhören sollen. Er sei schon genug lang im Geschäft gewesen.

Im Interview sprach Blatter auch über Michel Platini, die WM in Deutschland und über das Bundesverdienstkreuz.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Das Interview kann etwa so zusammen gefasst werden: Mein Name ist Hase, ich weiss von nichts! Irgendwie eine traurige Gestalt...
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  • Kommentar von Erica Bieri-Wallimann (eribiwa)
    Ich sah Herrn Blatter nicht,wie hier kommentiert wird,als gebrochenen Mann oder Schlange.VomSpital zurück würden andere in einemInterview bei Fragen im Zusammenhang mit einer beispiellosen ungerechten Vorverurteilung nicht so fest dastehen!HerrBlatter regte sich wohl innerlich auf,da er weiss,dass das falsche Verhalten anderer in diesem Geflecht,auf das er nicht zu 100%Einfluss hatte,auf ihn übertragen wird.Herr Brotz zeigte ein kompletteres Bild als andere und gab fair Gelegenheit zu antworten!
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  • Kommentar von Werner Blatter (blatti)
    Wie Politiker halt.... Schuld sind immer die anderen! Selbstverantwortung? Fehlanzeige
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