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Schweiz Blatter warnt vor Fifa-«Zerstörern»

Vorwürfe über Korruption der Fifa im Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2022 an Katar halten sich hartnäckig. Präsident Joseph Blatter spricht dabei von «Kritikern, welche die Fifa zerstören wollen». Derweil stockt die Demokratie-Reform des Verbandes weiter.

Fifa-Präsident Joseph Blatter hat in einer flammenden Rede vor Kritikern gewarnt, die den Fussball-Weltverband angeblich «zerstören» wollen.

Sepp Blatter fasst sich an die Brille
Legende: Blatter ist seit 1998 Präsident der Fifa. Reuters

«Sie wollen zerstören, nicht nur das Spiel, sie wollen auch die Institution zerstören, weil unsere Institution so stark ist», sagte der 78-jährige Schweizer vor den Delegierten der Asiatischen Fussball-Konföderation AFC in São Paulo.

Blatter reagierte damit auf die jüngsten Vorwürfen der «Sunday Times», es habe weitere Korruptionsfälle im Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2022 an Katar gegeben. Der Walliser appellierte an die AFC-Delegierten: «Zeigt Einheit und bewahrt diese Einheit. Das ist der beste Weg, um all diesen Zerstörern in der Welt zu begegnen.»

Keine Demokratie-Reform der Fifa

Am Dienstag und Mittwoch wird in der brasilianischen Metropole der 64. Fifa-Kongress abgehalten. Erwartet wird, dass Blatter auf dem Fifa-Kongress seine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit als Präsident des Weltverbandes offiziell macht. Zuletzt hatte er bereits in einem Interview erklärt, dass er bereitstehe, wenn die Mitgliedsverbände der Fifa dies wünschten.

Die Demokratiereform des Fussball-Weltverbandes wiederum wird entgegen aller Planungen am Kongress nicht abgeschlossen werden können. Aus Fifa-Kreisen verlautete, die 209 Delegierten würden nur darüber abstimmen, ob es künftig generell eine Altersbeschränkung und eine Begrenzung der Amtszeiten für Fifa-Funktionäre geben soll.

Europäer stellten sich quer

Über konkrete Inhalte dieser Reformpunkte soll erst beim Kongress 2015 entschieden werden. Schon beim Kongress auf Mauritius im Vorjahr waren diese Punkte nach einem Disput zwischen Europas Delegierten und Anhängern von Fifa-Präsident Joseph Blatter vertagt worden.

«Ich war enttäuscht von den Europäern, die zuerst eine Speerspitze der Reform waren und dann ihre Haltung, warum auch immer, geändert haben», sagte der für die Reformgestaltung zuständige Theo Zwanziger.

Offenbar soll es kein Alterslimit, dafür aber eine Beschränkung der Amtszeiten auf zwölf Jahre für alle Fifa-Ämter geben. Die europäischen Verbände wollten im Vorjahr eine Beschränkung nur für den Präsidenten, nicht aber die Exekutivmitglieder. In diesem Jahr würde eine einfache Mehrheit für den vorläufigen Beschluss reichen. Für eine Satzungsänderung mit konkreten Zeitangaben wäre eine Dreiviertelmehrheit nötig. Diese ist ohne Zustimmung der 53 Europa-Delegierten nicht möglich.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel, 1723 Marly
    Hat mal einer seriös nachgeschaut, was von dem ganzen Zirkus in Südafrika geblieben ist (ausser die vollen Tasche der Fifa Funktionäre).
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  • Kommentar von D. Daniele, Obergösgen
    Solange Ihr hier nur schreibt, aber ab Morgen schön brav einen Monat vor der Kiste sitzen werdet, verstehe ich den Aufruhr hier nicht. Ich werde mir kein einziges Spiel ansehen, wird vielleicht nicht viel nützen, aber ich bin Konsequent, alles andere hier ist laryfary! Grosse Sprüche klopfen kann jeder, aber wer ist auch bereit diese WM zu Boykottieren?
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    1. Antwort von Karl-Heinz Sägesser, Buochs
      Jawohl Hr. Daniele, bin auch dieser Meinung....Brot und Spiele, wie im alten Rom und der Rest spielt keine Rolle....Menschen werden geprügelt und krepieren auf der Strasse denn man hat kein Geld für Reformen aber für so was gibt man Milliarden aus!Mensch, wo bleibt die Menschlichkeit, oder ist dies etwa diese?
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  • Kommentar von Jum James, Zürich
    Wenn Blatter weg ist, wenn die Fifa nicht mehr existiert, die WM abwechslungsweise in Deutschland oder England stattfindet, nur noch eine afrikanische Mannschaft zugelassen wird. Platini, Hoeness und co. Mit vollen Taschen am Strand liegen. Dann merkt Ihr alle dass es in Brasilien Katar, Russland und Südafrika immer noch Arme gibt. Wer wird dann Schuld sein?
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