Blochers Schwiegersohn tritt als SVP-Ortspräsident zurück

Entgegen der Linie der SVP Schweiz und seines Schwiegervaters Christoph Blocher hatte sich Roberto Martullo in den vergangenen Wochen hinter die Abzockerinitiative gestellt. Das sorgte für Häme und einige Schlagzeilen. Nun ist der Druck auf den Ortspräsidenten der SVP Meilen wohl zu gross geworden.

Roberto Martullo

Bildlegende: Für die Abzockerinitiative, gegen Mutterpartei und Schwiegervater: Roberto Martullo Keystone

Roberto Martullo, Schwiegersohn von SVP-Vizepräsident Christoph Blocher, tritt als Präsident der SVP-Ortspartei Meilen (ZH) zurück. In einer Mitteilung der Partei heisst es, der «mediale Druck» habe den Ausschlag für diesen Entscheid gegeben. Der «massive Polarisierungsdruck der Medien» verhindere eine konstruktive Amtstätigkeit Martullos.
 
Kantonalparteipräsident Alfred Heer sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, er schätze Martullo. «Ich hoffe, dass er politisch weitermacht», wenn auch nicht als Präsident der Sektion. Es sei Martullos eigener Entscheid gewesen und er habe diesen auch begründet.
 
Roberto Martullo hatte in der letzten Zeit für Aufsehen gesorgt, weil er die Abzocker-Initiative von Thomas Minder befürwortet. Der Mann der Industriellen Magdalena Martullo-Blocher ist damit auf Gegenkurs zur SVP-Mutterpartei und nicht zuletzt zu seinem Schwiegervater, dem Parteistrategen Christoph Blocher. Allerdings fassten auch etliche Kantonalparteien die Ja-Parole zu dem Volksbegehren.