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Schweiz Block 1 des AKW Beznau wird erst später wieder hochgefahren

Die jüngsten Untersuchungen an den Reaktordruckbehältern des AKW Beznau haben laut Betreiberin Axpo keine neuen Erkenntnisse gebracht. Doch Block 1 wird wegen weiterer Analysen später hochgefahren als geplant – frühestens im Juli 2016. Messungen im Block 2 zeigten hingegen keine Auffälligkeiten.

Legende: Video Block 1 des AKW Beznau wird erst später wieder hochgefahren abspielen. Laufzeit 3:03 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 30.11.2015.

Der Block 1 des AKW Beznau im Kanton Aargau geht nicht vor Ende Juli 2016 wieder ans Netz. Das hat der Betreiber, der Energiekonzern Axpo, mitgeteilt. Im Reaktordruckbehälter waren Materialfehler entdeckt worden.

Die jüngsten Messungen für Block 1 werden gemäss der Axpo zurzeit noch ausgewertet. Sie bestätigten bisher die Resultate weitgehend. Die Axpo entschied sich nun für weitere Messungen. Dieses Prüfverfahren wurde für belgische Atomreaktoren entwickelt, bei denen ähnliche Materialfehler entdeckt worden waren.

Block 2 ohne Probleme

Aufgrund der bisher vorliegenden Ergebnisse sei man weiterhin überzeugt, «dass der Block 1 nach Abschluss der Prüfphase wieder ans Netz gehen wird», teilte die Axpo mit. Demnach nehmen die noch anstehenden Analysen und Nachweise mehr Zeit in Anspruch als erwartet. So wird Block 1 frühestens Ende Juli 2016 hochgefahren. Geplant war bisher, dass das AKW im Februar 2016 wieder ans Netz gehen kann. Wieder in Betrieb gehen kann Beznau 1 aber erst, wenn die Kontrollbehörde Ensi grünes Licht dafür gibt.

Die Ultraschallmessungen beim Block 2 hätten ihrerseits bisher nur vereinzelte kleinste «Anzeigen» ergeben, die nach Bewertung der Axpo-Experten «in Zahl und Lage ein unauffälliges Bild zeigen». Die Axpo geht davon aus, dass einem planmässigen Anfahren nach Abschluss der Revision Ende Dezember aus heutiger Sicht nichts entgegensteht.

Schwere der Schäden unklar

Die Axpo hatte im Juli mitgeteilt, dass bei Ultraschallmessungen am Reaktordruckbehälter in den Stahlwänden «an einigen Stellen ‹Anzeigen› registriert» wurden, «die auf minimale Unregelmässigkeiten aus dem Herstellungsprozess hinweisen».

«10vor10» hatte im Oktober ein Dokument präsentiert, dass die vorläufigen Resultate der ersten Ultraschall-Untersuchung zeigt. Demnach sind die «Anzeigen» durchschnittlich 7,5 mal 7,5 mm gross. 925 solche «Anzeigen» wurden gefunden.

Es handelt sich gemäss Axpo mit grosser Wahrscheinlichkeit um kleinste Einschlüsse, die nach bisherigem Erkenntnisstand bei der Herstellung der geschmiedeten Ringe des Druckbehälters entstanden waren.

(Bildquelle: Keystone)

Reaktion Umweltschützer

Greenpeace hat die neusten Entscheide der Axpo kommentiert. In einer Mitteilung heisst es, dass die Probleme offenbar grösser seien als dies der Energiekonzern bisher kommuniziert hatte. Die Umweltschützer fordern nun vollständige Transparenz – auch in Bezug auf Block 2. Ansonsten lasse sich das Wiederanfahren nicht rechtfertigen.

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