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Schweiz Bodluv, Duro, Gripen: Warum geht es nie ohne Nebengeräusche?

Wenn die Armee Rüstungsgüter beschafft, läuft das selten ohne Komplikationen ab. Je teurer ein Projekt, desto grösser das Risiko für einen Skandal. Der Sicherheitsexperte Bruno Lezzi empfiehlt den Militärverantwortlichen, die Politik frühzeitig und umfassend miteinzubeziehen.

Legende: Video «Interview mit Sicherheitsexperte Lezzi» abspielen. Laufzeit 3:42 Minuten.
Vom 09.04.2016.

Das Problem liege bei der Information, sagt Bruno Lezzi, Sicherheitsexperte an der Universität Zürich, gegenüber der «Tagesschau». Heute würden in der neuen Informationswelt viel mehr Fragen zu Rüstungsvorhaben gestellt als früher. Zudem gebe es Kreise, die an Informationslecks interessiert seien. Demgegenüber informierten das VBS und die Armee nur punktuell, lückenhaft und zum Teil gar nicht.

Die Beschaffungsabläufe, die nach der Mirage-Affäre von 1964 festgelegt wurden, stimmten grundsätzlich immer noch, sagt Lezzi. Doch sei das Umfeld viel komplizierter geworden. Das Bedrohungsbild habe sich völlig verändert. Damals bereitete sich die Schweiz auf einen möglichen Angriff durch die Sowjetunion vor. Dadurch sei der Ausbau der Armee besser planbar gewesen. Heute dagegen würden Rüstungsvorhaben wegen der raschen Entwicklung und neuer Aufgaben stets schwieriger.

Legende: Video «Schweizer Rüstungsprobleme» abspielen. Laufzeit 2:05 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.04.2016.

«Pannen auch im Ausland»

Das Ausland macht es nach Meinung von Lezzi keineswegs besser. Überall, wo derart viel Geld im Spiel sei, bei grossen Vorhaben mit politischen und industriellen Interessen, passierten Pannen und komme es zu Verzögerungen. In Deutschland etwa habe man lange über das Luftverteidigungssystem gestritten und sei immer noch nicht davon überzeugt.

Der Sicherheitsexperte rät dazu, bei der Kommunikation anzupacken. Wenn die Politik dazu tendiere, derart früh in den Rüstungsprozess einzugreifen, sollte sie von den Militärverantwortlichen besser einbezogen werden. Es gelte, früh zu informieren, aus erster Hand und umfassend. So könnten Dinge, wie sie heute passierten, wenn nicht vermieden, so doch in etwas geordnete Bahnen gelenkt werden.

7 Kommentare

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  • Kommentar von A Züger (zua)
    Wenn es Parteien im Palament gibt, die sich Schwächung bis Abschaffung der Armee auf Fahne schreiben, liegt diesen politisch viel daran, dass es bei Rüstungsgeschäften möglichst viel "Lärm" gibt, um damit Stimmung zu machen gegen andere Parteien, die voll hinter Armee stehen. Dabei würde ihnen besser "vor eigener Türe kehren" anstehen, in "ihren" Bundesämtern müssen seit Jahren Budgets mit Sonderkrediten nachgebessert werden, letztmals rekordbverdächtig bereits vor Ende des 1.Quartals.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sind sie tatsächlich der Ansicht, dass man vor dem eigenen Tresen kehren muss. Wäre es nicht vielmehr besser, Profis damit zu beauftragen?
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Albert Planta, in unseren politischen Gremien gibt es nur noch Profi-Armee-Abschaffer. Logisch also, wenn's überall so läuft, wie es eigentlich gar nicht laufen dürfte. Fehlleistungen werden bewusst herbeigeführt um letztlich eben "Lärm" machen zu können. Als ADA kann man eigentlich heute seinen eigenen Leuten nicht mehr vertrauen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Wieder wird ein Faktum "undsverr..." nicht aufgeschaltet (zensuriert). 2. Versuch: Es gehörte schon immer und auch künftig zum medial ausgeschlachteten Gehabe der Mitte-Links-Elite, alles was für die militärische Sicherheit im Land benötigt wird, sei unnötig, viel zu teuer, usw.! Nun, natürlich brauchen wir Mittel für einen ganz anderen "Krieg" als vor 75 Jahren! Trotzdem, das ewige Gejammer bei den Militärausgaben ist rein ideologisch gefärbt!
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Ganz einfach: Weil ein Flieger nie geräuschlos fliegt.
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