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Schweiz Bosnischer Ex-Kommandant in Genf festgenommen

Der frühere bosnische Militärkommandant Naser Oric ist in Genf vom Grenzwachtkorps festgenommen worden. Der ehemalige Militärkommandant war seit vergangenem Jahr von Serbien per internationalem Haftbefehl gesucht worden.

Naser Oric
Legende: International gesucht, in Genf aufgegriffen: Serbien will Ex-Kommandant Naser Oric noch einmal vor Gericht ziehen. Reuters

Das schweizerische Grenzwachtkorps hat am Mittwoch um 12.30 Uhr in Thônex (GE) zugeschlagen: Die Beamten nahmen Naser Oric fest. Dieser war Militärkommandant der ehemaligen bosniakischen Enklave Srebrrenica.

Seit vergangenem Jahr war Oric von Serbien mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden. Oric sei nach der Festnahme der Genfer Kantonspolizei überstellt worden. Das Bundesamt für Justiz entscheide nun über das weitere Vorgehen, da es sich um eine Angelegenheit des Bundes handle, so ein Polizeisprecher.

Der 48-jährige Oric steht unter dem Verdacht, im Juli 1992 zusammen mit weiteren vier Personen Kriegsverbrechen an der serbischen Zivilbevölkerung in der ostbosnischen Ortschaft Zalazje unweit von Srebrenica begangen zu haben. Damals wurden neun Personen ermordet.

Verbrechen nicht verhindert – und dennoch freigesprochen

Oric war 2006 vom UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien wegen Kriegsverbrechen zunächst zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er in zwei Fällen Morde und Misshandlungen nicht verhindert habe. Im Berufungsverfahren wurde er aber 2008 von den Vorwürfen freigesprochen.

Er habe als Kommandant nichts unternommen, um diese Verbrechen zu verhindern oder die Schuldigen zu bestrafen, entschied eine Strafkammer des Tribunals. Die Revisionskammer bemängelte jedoch, dass die eigentlichen Täter nicht ausreichend identifiziert worden seien. Daher sei nicht bewiesen, dass Oric für die Taten verantwortlich war.

Der Freispruch hatte in Serbien zu grosser Empörung geführt. Wie schon das Urteil der ersten Instanz 2006. Es sei eine Niederlage für das Kriegsverbrechertribunal, sagte der damalige serbische Justizminister Vladan Batic.

Drei Jahre nach Orics Kommando-Tätigkeit, im Juli 1995, nahmen bosnisch-serbische Truppen Srebrenica ein und ermordeten etwa 8000 bosnische Muslime. Das UNO-Tribunal und der Internationale Gerichtshof haben dieses Massaker als Völkermord eingestuft.

6 Kommentare

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  • Kommentar von S.Petrovic, Luzern
    Die zahlen von getöteten Muslime im Srebrenica sind unterschiedlich . Nach Serbische Quelle sind 1000 und noch 1500 die im kampf gefallen sind. Nach muslimische und NATO Quelle sind 8000. Im Gräber sind gefunden 2500. Bis jetzt sind keine 8000 Namen bekannt die nach muslimische Information Opfer sind. Ohne Zweifel ist dort ein Kriegsverbrechen passiert und verantwortliche müssen vor Gericht. Aber auch müssen Muslime vor Gericht die im Srebrenica gebiet 2383 Serben umgebracht haben.
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    1. Antwort von E. Tahirovic, St. Margrethen
      @ Petrovic Du sagst dass serbische Quellen sagen 1000-1500 obwohl 2500 getöteten Muslime gefunden worden sind, sehr ignorant diese über 1000 tote Personen zu negieren . Nach muslimische Quelle ist die Zahl deutlich höher, als die 8000 getöteten Muslime aus NATO Quellen die sehr objektiv auf diese Zahl kamen. Die Zahl 2383 könntest du noch ein bisschen frisieren und die Muslime hätten Völkermord an bosnischen Orthodoxen begangen.
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    2. Antwort von c.jaschko, Bern
      Srebrenica ist passiert wegen den Mujahedin-Schlachtungen der Serben! Truppen unter Naser Orić werden mit Bezug auf die Überfälle und Gegenoffensiven für Kriegsgräuel gegen bosnische Serben verantwortlich gemacht. Die Angaben über die Opferzahlen von 1992 bis 1995 schwanken dabei. In den letzten Jahren wurde in serbischen Medien von 1000 bis 3000 Opfern gesprochen. Die Dokumentation des Niederländischen Instituts für Kriegsdokumentation (NIOD) geht von mindestens 1000 serbischen Zivilisten aus.
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    3. Antwort von S.Petrovic, Luzern
      @Tahirovic. 1000+1500=2500. Alle die man man im Gräber findet zählt zu opfern von masaker obwol 1500 im Kampf gefallen sind.
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    4. Antwort von E. Tahirovic, St. Margrethen
      Es gab keinen Kampf es waren Flüchtlinge. Am 12. und 13. Juli 1995 wurden UN-Soldaten zum Zeugen von Morden an den bosnischen Muslimen. Ihr müsst doch nicht in Opferrolle schlüpfen um diese Zeugenaussagen zu negieren. Die Mujahedin kamen nach Bosnien eben wegen Schlachtungen an Muslimen.
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    5. Antwort von E. Tahirovic, St. Margrethen
      Leider kamen viele mit verschiedenen Ideologien und infizierten die bosnische Bevölkerung. Wenn man den Balken aus eigenem Auge rauszieht, sieht man den wahren Schuldigen dass die Mujahedin nach Bosnien kamen. Wie kann man nur diesen Völkermord rechtfertigen wegen Mujahedin-Schlachtungen die ich auf jeden Fall verabscheue Falls es war sind.
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