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Schweiz Britischer Rechtspopulist: «Schweiz ist Leuchtturm der Hoffnung»

Er ist der personifizierte Albtraum der Brüsseler EU-Elite: Nigel Farage. An einer Versammlung der Auns in Winterthur machte der Chef der britischen rechtspopulistischen UKIP seinem Image als schärfster EU-Kritiker alle Ehre.

Legende: Video Britischer Rechtspopulist bei der Auns zu Gast abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.10.2014.

Beifallsstürme auf der einen, Protest auf der anderen Seite: Der Auftritt von Nigel Farage, dem Vorsitzenden der britischen Unabhängigkeitspartei UKIP, bei der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) in Winterthur löste höchst unterschiedliche Reaktionen aus.

Demonstrationen versus «Standing ovation»

In der Winterthurer Altstadt protestierten rund 100 Personen gegen den Auftritt des rechtspopulistischen Politikers aus Grossbritannien. Zur unbewilligten Demonstration aufgerufen hatte das Aktionsbündnis Winterthur auf der Plattform Indymedia. Die Aktion sei ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte eine Sprecherin der Stadtpolizei. Nach rund einer Stunde habe sich der Zug aufgelöst. Die Stimmung sei friedlich gewesen.

Im Kongresszentrum der evangelischen Freikirche «Gemeinde von Christen» in Oberwinterthur wurde derweil das «Enfant terrible» der britischen Politik von über 1000 AUNS-Mitgliedern, Sympathisanten und Gästen mit tosendem Applaus und «Standing ovations» gefeiert. Auns-Präsident Lukas Reimann war sichtlich stolz darauf, bei der ausserordentlichen Mitgliederversammlung einen internationalen Politstargast präsentieren zu können.

Dass es zu Beginn seines Referates eine Tonpanne gab, nahm Farage gelassen. Als EU-Parlamentarier sei er es gewohnt, dass ihm hin und wieder das Mikrofon ausgeschaltet werde. Als die Verstärkeranlage dann wieder funktionierte, zog der EU-Gegner ohne Umschweife gegen die EU-Fanatiker vom Leder.

Lob für den «Modellfall Schweiz»

Farage geisselte die EU, den Machtapparat in Brüssel und die Währungsunion. Die Eurozone sei eine Fehlkonstruktion. Je schneller sie kaputt gehe, desto besser sei das für die Menschen in Europa. Die Währungsunion habe Europa in Nord und Süd gespalten, das Wirtschaftswachstum abgewürgt und Arbeitslosigkeit produziert.

Immer wieder kam Farage in seiner Rede auf die Schweiz zu sprechen. Der UKIP-Chef lobte die direkte Demokratie und beglückwünschte das Land dafür, dass es der EU fern bleibe. Die Schweiz sei ein Modellfall und ein «Leuchtturm der Hoffnung», sagte Farage und erntete dafür viel Beifall.

Als Europaparlamentarier werde er alles unternehmen, um Grossbritannien aus dem «völlig antidemokratischen System» herauszuführen. Seinen Optimismus begründete Farage damit, dass die Zahl der Europa-Skeptiker immer grösser und seine UKIP immer stärker werde.

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99 Kommentare

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  • Kommentar von mary popins, schweiz
    "Der Begriff „Populismus“ kam in der Sozialwissenschaft Ende des 19. Jahrhunderts auf. Diese beschrieb damit die Farmerbewegung in den USA, die gegen das in New York City konzentrierte Großkapital für eine Politik billiger Kredite, die Silberwährung, Referendumsdemokratie und landwirtschaftliche Verwertungsgenossenschaften kämpfte und dazu 1889/1890 die People's Party gründete. Die Demokratische Partei griff manche dieser Forderungen und Ideen auf, so dass diese im New Deal nachwirkten."
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  • Kommentar von A.Liedgens, Deutschland
    Ich wohne in der EU und kann Ihnen nur sagen,daß Sie als Schweizer noch nicht gezwungen wurden beizutreten.Europa war mal ein Gedanke von Frieden,Freiheit und Freunden auf einem Kontinent.Weil freier Handel unter den Menschen einen wahnsinnigen Vorteil hat.Nämlich, daß wer Handel und Eigentum im anderen Land hat wird es nicht zulassen das andere Land anzugreifen, denn auch das eigene Eigentum wäre davon betroffen.Wer mit Waren kommt,kommt nicht mit Panzern.Aber aus der Idee EUROPA wurde die EU.
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  • Kommentar von M. Sutter, Aargau
    Mit einer gewissen Belustigung und Befremden habe ich die Beiträge gelesen. Ich war dabei. Was Nigel Farage sagt, hat Hand und Fuss. Die EU, der EURO sind künstliche Gebilde, die nicht überleben werden. Die Völker werden belogen, Demokratie ist eine Farce, die südlichen Länder überschuldet, die Einwanderung nicht mehr kontrollierbar. Was mich aber am meisten befremdet ist das grosse Polizei- und Security-Aufgebot zu unserem Schutz. Sind die Linken EU-hörig? Demokratie lässt grüssen!
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Alle negativen Argumente, warum die "jetzige Form" einer europäischen UNION (EU) nicht überleben wird, sind reale Fakten: Es ist schon unglaublich, dass all diese aufgezählten Tatsachen von den "Träumern" (EU-Hörigen) weiterhin einfach negiert werden! Ihrer Zusammenfassung, Herr (oder Frau) Sutter, ist wahrlich nichts mehr beizufügen. Nur schade, dass Sie sich anonym verhalten ("M. Sutter, Aargau"). Wer hier eine Meinung einbringen will, soll dazu auch stehen dürfen! Das SRF verlangt dies ja!
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