Buchhändler kämpfen gegen höhere Mehrwertsteuer

Buchhändler und Verleger schlagen Alarm: Mit der geplanten Reform der Mehrwertsteuer würden Bücher in der Schweiz noch teurer. Die Branche befürchtet dadurch einen weiteren Nachteil gegenüber den Internet-Buchhändlern.

Bücher sind in der Schweiz bisher weniger hoch besteuert worden als die meisten anderen Güter, nämlich mit 2,5 Prozent. Doch das könnte sich ändern. Der Bundesrat präsentierte letzte Woche zwei Vorschläge, wie das System der Mehrwertsteuer vereinfacht werden könnte.

Teurer würden Bücher in beiden Fällen. Bei der einen Variante würde sogar der normale Mehrwertsteuersatz von 8 Prozent angewendet. Für Bücherwürmer käme dies teurer, räumt der Bundesrat in seiner Botschaft ein.

« Die Steuersatzerhöhung für all jene Leistungen, welche neu zum Normalsatz, statt zum reduzierten Satz besteuert würden, wie Bücher, Zeitungen, Zeitschriften usw., würde sich auf die Kundinnen und Kunden auswirken. »

Buchhandel wehrt sich

«Eine höhere Mehrwertsteuer auf Bücher, das kommt nicht infrage!», betont Dani Landolf gegenüber Radio SRF. Der Geschäftsführer des Buchhändler- und Verleger-Verbandes befürchtet, dass den Schweizer Buchhandlungen damit das Leben noch schwerer gemacht würde.

Dani Landolf, Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands.

Bildlegende: Dani Landolf, Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands. Keystone/Archiv

«Wir würden noch teurer werden. Das vergrössert den Standortnachteil für den Schweizer Buchhandel.» Laut Landolf könnten davon nur ausländische Internet-Buchhändler wie Amazon profitieren. Diese verkaufen Bücher in der Schweiz jetzt schon günstiger. Der Schweizer Buchhändlerverband will deshalb mit seiner Lobbyarbeit gegen eine höhere Mehrwertsteuer ankämpfen.

Viele Buchhändler wünschen sich feste Verkaufspreise, die für den ganzen Handel verbindlich wären, sagt Landolf. Eine solche Buchpreisbindung hatte das Schweizer Stimmvolk aber vor bald einem Jahr bachab geschickt.

Einzige Hoffnung: Kulturbotschaft

Seit der Abstimmung habe die Politik nichts für das Kulturgut Buch getan, sagt Landolf. Politiker aus allen Lagern haben versprochen, dass andere Wege gesucht werden, um dem Schweizer Buchhandel zu helfen. «Wir wurden auf die Kulturbotschaft 2016 vertröstet.»

Die Kulturbotschaft ist für den Buchhändlerverband im Moment der einzige Strohhalm. Deshalb setzt er sich dafür ein, dass Schweizer Buchhändler und Autoren wenigstens ab 2016 unterstützt werden.

Wie die Unterstützung aussehen könnte, dafür gibt es bereits eine Idee: Succès livre, eine Prämie des Bundes für verkaufte Schweizer Bücher. Es ist aber klar: Eine solche Massnahme würde Geld kosten. Und über das Geld wird viel gestritten im Bundeshaus. Nicht nur wenn es um Bücher geht.