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Schweiz Bund plant neues Wolfskonzept

Das Bundesamt für Umwelt (BafU) hat für ein neues Wolfskonzept bereits erste Anhörungen mit Vertretern der Kantone, der grossen Umwelt- und der Bauernverbände durchgeführt. Das Konzept soll im Winter bereitstehen und im Frühjahr 2014 landesweit in Kraft treten.

Dies bestätigt Reinhard Schnidrig vom Bundesamt für Umwelt gegenüber der «Tagesschau». Er spricht von bedeutenden Neuerungen gegenüber dem bestehenden Konzept. So sollen beispielsweise Wolfsabschüsse zu Regulierungszwecken möglich werden.

«Wenn wir in einer Region plötzlich zwanzig Wölfe haben und diese trotz Herdenschutz Schäden anrichten, dann würde man nach einem erfolgreichen Reproduktionssommer im Winter vier bis fünf Wölfe zum Abschuss freigeben.»

Der Wolfsbestand ist, gemäss Schätzungen des BafU, seit der Wiederansiedelung in der Schweiz auf mittlerweile 20 Tiere angewachsen, deshalb müssten Regulierungsmassnahmen konzipiert werden. Die Schweiz sei im Verhältnis zu anderen Staaten klein. Deshalb gehe es nun darum, eine pragmatische Lösung zu finden.

Druck vom Parlament

Grundlage für das neue Konzept bildet die neue Jagdverordnung. Zudem hat das Parlament im November 2011 einer Lockerung des internationalen Wolfschutzes zugestimmt.

Der Parlamentsentscheid sieht eine Kündigung der Berner Konvention vor – sollte die Schweiz nicht Vorbehalte gegenüber dieses strengen internationalen Wolfschutzes festlegen können. Um einem Austritt aus der Berner Konvention (internationales Vertragswerk zum Schutz des Wolfes) vorzukommen, schreibt der Bund nun das Wolfskonzept um.

Bauern fordern wolfsfreie Zonen

Der Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes, FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois, fordert im Rahmen der ersten Anhörungen wolfsfreie Zonen für die Schweiz.

Diese sollen im neuen Konzept festgeschrieben werden. Es gehe vor allem um den Schutz von Vieh- und Schafzüchtern, begründet Bourgeois seine Forderung in der «Tagesschau»: «Dieses Konzept betrifft vor allem die Bauern und Züchter. Diese müssen zukünftig ruhiger arbeiten können. Wolfsfreie Zonen könnten dazu sehr hilfreich sein.»

Das Bundesamt für Umwelt will diesen Vorschlag prüfen, allerdings dürften wolfsfreie Zonen sowohl juristisch als auch praktisch schwierig umzusetzen sein.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Grossenbacher, Basel
    Die Schweiz beweist aufs Neue ihre Unfähigkeit, mit der Natur umzugehen. Aus Gefälligkeit für eine kleine Lobby pfuscht das BAFU ein "Konzept" zusammen, nur um den Abschuss des Wolfes zu legalisieren. Das BAFU täte besser daran, seine Defizite aufzuholen, so gibt es bei uns nur einen einzigen, kleinen Nationalpark. Zum Vergleich: Deutschland 14, Frankreich 9, Österreich 7(!), Spanien 14, England 14, sogar das kleine Albanien 14! Arme Schweiz, armes BAFU, arme Jäger, armer Wolf.....
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  • Kommentar von F. Benz, christchurch nz
    Ich frag mich manchmal ja schon ueber uns Menschen!! Komm wirklich nicht draus wieso man den Wolf erst wieder angesiedelt hat, wenn man ihn dann doch eliminieren will. Genauso wie bei den Baeren. Die Bauer sollen ihre Herden mit Guarddogs beschuetzen, fuer das sind diese Zuchten ja est mal gezuechtet worden und nicht um in Hundeshows vorgezeigt zu werden!!!
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  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Wann endlich nimmt das BafU seine Kompetenzen wahr, und plant ein Konzept für die Regulierung der Population des Homo "sapiens" in der CH? Oder ist das BafU doch nur eine Behörde zur Gewissensberuhigung anstellig hintendran dran dem Wirtschaftsdepartement, um den Anschein zu wahren, die Regierung kümmere sich um Tiere und Pflanzen, aber nicht der WURZEL des Problems, der Überbevölkerung und der gewissenlosen Menschenproduktion?
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    1. Antwort von Jeff Kastens, Vaison la Romaine
      Bravo Rainer! Meine Worte.
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