Bund unterstützt Forschende dieses Jahr direkt

Nach dem Ausschluss von «Horizon 2020» nach der Zuwanderungsinitiative hat der Bundesrat jetzt die Übergangslösung vorgelegt. So werden Forschende, die sich 2014 an Kooperationsprojekten der EU beteiligen, vom Bund direkt unterstützt. Es stehen rund 500 Millionen Franken zur Verfügung.

Forschungslabor.

Bildlegende: Gestörte Forschungskooperation mit EU: Nun legt der Bundesrat die direkte Finanzierung für 2014 fest. Keystone

Seit Annahme der Zuwanderungsinitiative sind Schweizer Forschende von den Fördertöpfen der EU ausgeschlossen. Sie können sich somit zwar beteiligen, erhalten aber kein Geld. Die Schweiz gilt diesbezüglich als Drittstaat.

Mit dem Grundsatzentscheid für ein Übergangskonzept soll nun die dringend nötige Klarheit geschaffen werden, welche Förderumittel den Forschenden für 2014 zur Verfügung stehen.

500 Millionen Franken für direkte Finanzierung

Wie Forschungsminister Johann Schneider-Ammann vor den Medien darlegte, hat der Bundesrat dazu eine Direktfinanzierung beschlossen. Und zwar analog der Situation, wie sie vor 2004 bestanden hatte.

Damit sollen die Schweizer Forschenden wieder zu verlässlichen Projektpartnern gemacht werden. Beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sind bereits mehr als 250 Gesuche eingegangen, die nun finanziert werden können.

Es sei die «zweitbeste» Lösung für 2014. Für 2015 müsse dann das weitere Vorgehen beschlossen werden. Das EU-Forschungsprogramm «Horizon 2020» hat ein Gesamtvolumen von 80 Millliarden Euro für den Zeitraum von sieben Jahren. Das Schweizer Parlament hatte dafür 4,4 Milliarden Franken bewilligt. Für das laufende Jahr können laut Schneider-Ammann rund 500 Millionen Franken für die direkte Finanzierung verwendet werden.

Teil-Assoziierung als möglicher Weg?

Ziel sei es, die Schweiz so rasch wie möglich vollständig an «Horizon 2020» zu assoziieren, bekräftigte Schneider-Ammann. Die Schweiz steht nach seinen Worten «im Dauerkontakt mit Brüssel», um den Einstieg wiederzufinden. Seine Erwartungen scheint er jedoch schon etwas zurückgeschraubt zu haben. Inzwischen spricht er von einer möglichen «Teil-Assoziierung», was den Verzicht auf die Teilnahme an gewissen Programmbereichen bedeuten könnte.

Auch vom Bildungsprogramm «Erasmus+» ist die Schweiz derzeit abgeschnitten. Um den Studentenaustausch sicherzustellen, hatte der Bundesrat bereits Mitte April eine Übergangslösung beschlossen.