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Schweiz Bund: Wir müssen mit dem Klimawandel leben lernen

Das Bundesamt für Umwelt legt nach: 2007 war der letzte Bericht zur «Klimaänderung in der Schweiz» erschienen, nun folgt eine neue Einschätzung. Fazit: Die Treibhausgasemissionen sind seit 23 Jahren stabil. Wichtiger als eine weitere Verringerung ist die Anpassung an die neue Situation.

Dass der neue Bericht zur «Klimaänderung in der Schweiz» bereits sechs Jahre nach dem letzten erscheint, ist überraschend. Eine solch schnelle Neubeurteilung wurde weder erwartet noch vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) und vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz) angekündigt.

Stabile Werte seit 1990

Für die neue Untersuchung wurden 50 Indikatoren ausgewertet. Der Bund erwartet erste sichtbare Veränderungen im Bereich von Wasserkreislauf, Gletschern, Permafrost und Schneedecke – sowie bei potenziell grossen Schadenereignissen wie Extremtemperaturen, Dürren, Starkniederschlägen, Hochwasser, Erdrutschen und Murgängen. Die neuen klimatischen Verhältnisse würden unter anderem dem Wintertourismus schaden. Profitieren hingegen von höheren Temperaturen könnte die Landwirtschaft.

Besonders genau untersuchte man den CO2-Ausstoss in der Schweiz über die vergangenen Jahre. So stieg der Wert in den letzten 110 Jahren um das Vierfache auf 54 Millionen Tonnen an. Trotz der massiven Zunahme der Anzahl Fahrzeuge und des Bevölkerungswachstums bleibt die Summe der Treibhausgasemissionen seit 1990 aber stabil. Der Bund begründet die Stabilisierung mit dem CO2-Gesetz, welches im Jahr 2000 eingeführt wurde. Der grösste Anteil der Emissionen entfällt mit 30 Prozent auf den Verkehr.

Erwärmung «bestenfalls begrenzen»

Pro Jahr steigen die Temperaturen in der Schweiz um 0,012 Grad Celsius. Über die Jahrzehnte ist deshalb zu beobachten, dass Pflanzen im Frühling früher blühen. Die Pflanzen- und Vogelvielfalt nimmt seit Jahren zu. Die Menschen heizen weniger als früher, weil die kalten Tage seltener werden.

Die Massnahmen, die auf nationaler und internationaler Ebene zur Verringerung der Treibhausgasemissionen ergriffen wurden, können die Erwärmung «bestenfalls begrenzen», so das Bafu. Deshalb komme der «Anpassung» an die Klimaänderungen wachsende Bedeutung zu. Angesichts dieser Tatsache habe der Bund beschlossen, eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel auszuarbeiten.

Legende: Video In der Schweiz wird es immer wärmer abspielen. Laufzeit 2:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.04.2013.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 stans
    Ja, aber dann muss man nicht CO2 produzierende Gaskombikraftwerke als Alternative zu den AKW bauen, wie es sogar die Grünen unverständlicherweise befürworten.
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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Die ''Alternative'' ist ein One Way Ticket zum Mars, als ''Selbsterfahrungstrip'' sozusagen, inklusive Selbstfindung.., freiwillige bitte vortreten. Das Prospekt sieht fantastisch aus und die Aussicht ist gewaltig, man kann die Erde gut sehen.
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  • Kommentar von D Keller, Zürich
    Die zentrale Frage ist, wo die Ursachen des Klimawandels liegen. Es ist klar, dass sich das Klima schon immer verändert hat und sich auch weiterhin, unabhängig vom Menschen, verändern wird. Doch wenn wir uns die Natur unterordnen hat dies zwingendermassen auch negative Folgen. Wir können nicht Lebensmittel essen, die mit Gift behandelt wurden und dann alle Verantwortung von uns weisen. Der blauäugige Konsument trägt die Verantwortung für den Klimawandel. Die Verpackungen täuschen ihn bewusst.
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