Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Bundesamt für Migration stoppt Ausschreibung

Das Migrationsamt hat die Ausschreibung für die künftige Bewachung der Asylunterkünfte gestoppt. Es ist der zweite Rückzug eines Millionenloses innert weniger Monate. Das könnte ein politisches Nachspiel haben.

Sicherheitskontrolle im Asylzentrum in Boudry/NE.
Legende: Sicherheitsdienst für Asylunterkünfte gesucht. Keystone

Das Gesetz verlangt, dass das Bundesamt für Migration (BFM) Aufträge zur Sicherheit von Asylzentren alle fünf Jahre neu vergibt. Im Herbst schrieb es den Sicherheitsauftrag neu aus. Jetzt hat es ihn überraschend zurückgezogen, wie BFM-Sprecher Michael Glauser gegenüber Radio SRF bestätigt. «Wir haben das im Januar entschieden. Und diese Ausschreibung wurde am vergangenen Freitag vom Netz genommen.»

Es ist die zweite Millionen-Ausschreibung, die dem Migrationsamt nicht auf Anhieb gelingt. Bereits im Dezember brach es die Suche nach Betreuern seiner Asylunterkünfte ab und verschob die Ausschreibung auf die erste Jahreshälfte 2013.

Kosten höher als angenommen

Grund für den neusten Ausschreibungsstopp: Die Bewachung der Asylunterkünfte kostet mehr als angenommen. Das BFM berechnete die Sicherheitskosten noch einmal, während die Ausschreibung schon lief. Dabei stellte sich heraus, dass seine ursprüngliche Annahme viel zu tief war, wie Glauser erklärt. Hat sich das Migrationsamt verrechnet? «Wir haben diese Zahlen jetzt erhalten und gesehen, wie hoch die Kosten sind. Dementsprechend wurde das Projekt auch optimiert».

«Optimiert» heisst, dass der Millionenauftrag neu nicht nur einer Firma vergeben werden soll: «Wir kommen mit einer neuen Ausschreibung mit mehreren Losen und öffnen den Markt», sagt Glauser. Es sollen sich mehrere, auch kleinere Bewachungsfirmen bewerben können. So könne das Migrationsamt wirtschaftlicher arbeiten und erhalte zugleich bessere Angebote. Das sei letztlich zum Vorteil aller Beteiligten, betont Glauser.

Ein Fall für die parlamentarische Aufsicht?

In der Politik verliert man trotz der Beteuerungen des BFM langsam die Geduld. Der grüne Nationalrat Ueli Leuenberger: «Ich bin wirklich erstaunt, wie unsorgfältig, teilweise unüberlegt gehandelt wird». Zumal das Migrationsamt vom Parlament dafür bereits mehrmals kritisiert worden sei. Leuenberger kündigt an, die jüngste Panne werde ein politisches Nachspiel haben: «Ich werde ganz sicher in der Geschäftsprüfungskommission GPK intervenieren.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von G. Niedermann, Zürich
    Mich wundert überhaupt nichts mehr. Ein Fahrlehrer erzählt mir heute, Syrischer Asylbewerber ohne Bescheid bekommt die Fahrstunden vom Mirgationsamt bezahlt. Weiss bald nicht mehr, wer ist dümmer, die Schweizer die hier bleiben oder die Asylanten, welche nicht herkommen...!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Wadelda Pip, Internet
    Tut nicht alle so erstaunt! IT-Projekte des Bundes sowie dieses hier sind nichts aussergewöhliches, das ist auch in der Wirtschaft an der Tagesordnung (bloss hat man dort oft nicht den Mut, sie abzubrechen!): Da werden Business Cases schöngerechnet, bis es passt und bis es einer merkt (vorzugsweise ist das aber erst, wenn die Projekte abgeschlossen in einen Betrieb überführt wurden; die Verantwortlichen haben dann die Lorbeeren und Boni längst kassiert). SO läuft das heute. Überall.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Pannen ueber Pannen.. Verschlampen ueber Verschlampen.. allenthalben im Asylwesen von Zuoberst bis nach Zuunterst... also vom einfachen "Sozialversager" bis zum hoechsten "Regierungsversager..." und von Links/Gruen in einen Assozialstaat geritten! Unter Mithilfe von Staat Kantone und Gemeinden... Da ist kein Kaktus gross genug um verteilt zu werden! PFUI!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen