Zum Inhalt springen

Schweiz Bundesgericht bestätigt Urteil gegen «Heiler von Bern»

Der Mann, der während angeblichen «Akupunkturbehandlungen» 16 Personen mit HIV angesteckt hat, muss definitiv für 15 Jahre ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde des Mannes abgewiesen.

Gerichtszeichnung des «Heilers von Bern»
Legende: Das Bundesgericht spricht den «Heiler» wegen schwerer Körperverletzung schuldig. Keystone

Der «Heiler von Bern» hat auch das Bundesgericht beschäftigt. Dieser hatte seinen Fall weitergezogen, nachdem er vom Obergericht des Kantons Bern wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahre verurteilt worden war. Er pochte darauf, dass er keine schwere Körperverletzung begangen habe.

Der «Heiler» hat zwischen Mai 2001 und Mai 2005 16 Personen vorsätzlich mit dem Hi-Virus angesteckt. Dazu hatte er seinen Opfern mit Nadeln oder ähnlichen Gegenständen Blut, das mit dem Virus kontaminiert war, injiziert. Die Stiche in den Rücken erfolgten teilweise im Rahmen von angeblichen Akupunkturbehanldungen.

Tatbestand ist erfüllt

Das Bundesgericht hat nun das Urteil gegen den Mann im wesentlichen bestätigt. Das Berner Obergericht habe zurecht entschieden, dass es sich bei der Tat um eine schwere Körperverletzung handle. Dieser Tatbestand sei gegeben, auch wenn Aids heutzutage nicht mehr generell lebensgefährlich sei. Denn es sei Tatsache, dass eine HIV-Infektion mit grossen körperlichen und seelischen Belastungen verbunden sei und die Lebenserwartung der betroffenen Personen deutlich verkürzt sei.

Neu entscheiden muss das Berner Obergericht jedoch über die Genugtuungszahlungen, die der «Heiler» zu entrichten hat. Das Gericht hatte den Mann dazu verpflichtet, den Opfern jeweils 100'000 Franken und in einem Fall 90'000 Franken zu bezahlen. Das Bundesgericht erachtet den Entscheid als unvollständig.

3 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Dieses Urteil ist ein absoluter Hohn - 16 Menschen vorsätzlich mit einem unheilbaren, tödlichen Virus zu infiszieren und dafür nicht einmal ein Jahr Gefängnis pro Fall, ist ein Schlag ins Gesicht für jedes Opfer. Hier wären amerikanische Justizmethoden mehr als angebracht - dieser Vollpsycho gehört bis zu seinem natürlichen Tod 23 h pro Tag in eine Einzelzelle. Und selbst das wäre noch gnädig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Als Nebenstrafe akupunktieren mit kontaminierten Nadeln! DAS waere gerecht! Scharlatanismus muss verfolgt werden und hart bestraft.. allerdings, die Behandelten haben selber auch fahrlaessig gehandelt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Nur 15 Jahre? Wenn man bedenkt, dass er die 16 Personen bewusst mit einem tödlichen Virus angesteckt hat, sind die 15 Jahre lächerlich. Die Entschädigung ist eben so lachhaft. Die Behandlungs-, und Folgekosten sind doch um das x-Fache höher.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen