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Schweiz Bundespräsident Maurer steht für Burkhalter zurück

Aussenminister Burkhalter wird dem designierten Bundespräsidenten Maurer im nächsten Jahr diverse Auslands-Termine abnehmen. Burkhalter wird 2014 Bundespräsident und kann so während zwei Jahren intensive Auslandskontakte pflegen.

Ueli Maurer, der am Mittwoch zum neuen Bundespräsidenten gewählt wird, wird sich in seiner neuen Funktion mit Auslandreisen zurückhalten. Nicht, weil er nicht gerne ins Ausland reisen würde, wie bisher allgemein angenommen worden ist.

Dahinter steckt vielmehr eine Absprache mit Aussenminister Didier Burkhalter, der übernächstes Jahr Bundespräsident wird. Burkhalter kann auf diese Weise zwei Jahre lang intensiv Auslandkontakte knüpfen.

Burkhalter statt Maurer

Dass Ueli Maurer ein Bundespräsident sein möchte, der sich auf Auftritte im Inland konzentriert, hat er in Interviews durchblicken lassen. Bisher nicht gesagt hat der SVP-Bundesrat, dass er damit bewusst Aussenminister Didier Burkhalter die Möglichkeit geben möchte, im nächsten Jahr zusätzliche Termine im Ausland wahrzunehmen.

Denn FDP-Kollege Burkhalter ist im nächsten Jahr Vizepräsident und 2014 Bundespräsident. Diese Konstellation habe die Gelegenheit geboten für eine Absprache mit Didier Burkhalter, sagt Bundesrat Ueli Maurer. «Das gibt eine gewisse Kontinuität – überall dort, wo die Schweiz darauf angewiesen ist.»

Zwei Jahre lang Auslandskontakte pflegen

Aussenminister Burkhalter bestätigt Maurers Darstellung. Demnach haben die beiden Bundesräte untereinander abgemacht, dass sich Bundespräsident Maurer mit Auslandauftritten im nächsten Jahr zurückhält, damit Aussenminister Burkhalter zwei Jahre Zeit erhält, seine Auslandbeziehungen zu pflegen.

Burkhard steht im Nationalrat am Rednerpult, Maurer sitzt daneben.
Legende: Der baldige Bundespräsident Maurer will sich bei Reisen zurückhalten und stattdessen Kollege Burkhalter vorlassen. keystone

Die Schweiz leide «etwas unter dem Nachteil, dass wir das Präsidium in jedem Jahr wechseln», sagt Maurer. Deshalb ist er als Bundespräsident bereit, seinem Kollegen Burkhalter Auslandreisen zu überlassen, wo dies Sinn macht. «Es geht darum, die Aufgaben so zu gliedern, dass es der Schweiz den grösstmöglichen Nutzen bringt», so der Bundespräsident in spe weiter.

Aussenminister Burkhalter seinerseits freut sich über die zusätzlichen Gelegenheiten für Auslandkontakte – vor allem auch in Bezug auf den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), den die Schweiz 2014 übernehmen wird. Da sei es gut, dass er schon im nächsten Jahr einige Termine mehr haben werde, um das Präsidialjahr vorzubereiten.

Maurer ist bereit, sich zu «präsentieren»

Allerdings stellt Ueli Maurer klar, dass er im nächsten Jahr nicht ganz auf Auslandreisen verzichten kann: «Wenn es den Präsidenten braucht, werde ich selbstverständlich gerne entsprechend reisen und mich präsentieren und die Schweiz vertreten.»