Bundesrat will Korruption im Sport härter bestrafen

Bestechung bei der Vergabe grosser Sportanlässe soll künftig bestraft werden. Dies hat der Bundesrat entschieden. Über die geplanten Gesetzesänderungen entscheidet nun das Parlament.

Ein geöffneter Aktenkoffer gefüllt mit Geldscheinen. Schweizer Geld.

Bildlegende: Geld lockt Kriminelle an: Neu Korruption im Sport bestraft, auch wenn eine Konkurrenzsituation fehlt. Keystone

Heute ist die Bestechung Privater nur dann strafbar, wenn sie zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Dies setzt das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb fest. Fehlt eine klassische Konkurrenzsituation, ist Korruption nicht strafbar. Dies soll sich ändern.

Ausserdem soll die Privatbestechung zum Offizialdelikt werden, also von Amtes wegen verfolgt werden. Heute wird sie nur strafrechtlich verfolgt, wenn ein Betroffener Strafantrag stellt.

Viele Sportverbände in der Schweiz

Obwohl die Schweiz sehr selten von Korruption betroffen ist, drängen sich laut Justiz- und Polizeidepartement punktuelle Verbesserungen auf.

Zum einen sei die Schweizer Wirtschaft stark in internationalen Märkten engagiert, deren Korruptionsbekämpfungs-Standards bisweilen mangelhaft seien. Zum anderen hätten zahlreiche internationale Sportverbände ihren Sitz in der Schweiz. Diese seien durch Korruptionsskandale in Verruf geraten.

Nach der Verabschiedung der Botschaft liegt der Ball nun beim Parlament.

Auch wenn Dritte profitieren

Ausdehnen will der Bundesrat auch die geltenden Strafbestimmungen über die Vorteilsgewährung und -annahme. Heute sind die Strafbestimmungen nur anwendbar, wenn der Vorteil dem Amtsträger selbst Nutzen bringt. Künftig sollen sie auch anwendbar sein, wenn der Vorteil einem Dritten Nutzen bringt.