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Schweiz Bundesrat will Rabatte der Krankenkassen beschneiden

Der Bundesrat will die Zahl der Wahlfranchisen bei den Krankenkassenprämien von fünf auf drei senken. Die hohen Prämienrabatte korrigiert er nach unten. Das bedeutet für viele Versicherte höhere Prämien.

Hand mit Holzstäbchen und Hand mit Taschenlampe vor einem geöffneten Mund eines liegenden Patienten
Legende: Vor allem für Versicherte mit hohen Franchisen steigen die Prämien ab 2017 zusätzlich. Keystone

Der Bundesrat räumt bei den Krankenkassenprämien und ihren Rabatten auf: Er will die Franchisen von 1000 und von 2000 CHF streichen, weil diese nur wenige Versicherte nutzten, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt. Neben der für Erwachsene ordentlichen Franchise von 300 Franken stehen künftig nur noch die Franchisen von 500, 1500 und 2500 Franken zur Wahl, wenn die geplante Verordnungsänderung durchkommt.

Für Kinder nur noch drei Franchisen

Bei Kindern sollen neben der ordentlichen Franchise von 0 Franken nur noch zwei statt sechs Wahlfranchisen zur Verfügung stehen: diejenige von 400 Franken und diejenige von 600 Franken. Betroffen von den Änderungen sind gemäss BAG ungefähr 590'000 Erwachsene (rund 9 Prozent der Versicherten) und 66'600 Kinder (gut 4 Prozent).

Prämienrabatte sollen tiefer ausfallen

Anpassen will der Bundesrat auch die Höhe des maximalen Prämienrabatts, den die Krankenkassen für die Wahlfranchisen erteilen. Der Rabatt darf nur den Einsparungen entsprechen, die wegen der höheren Kostenbeteiligung der Versicherten entstehen und allenfalls auch weil der Versicherte weniger medizinische Leistungen in Anspruch nimmt.

Nicht mehr möglich sein sollen Rabatte, wenn eine Krankenkasse überdurchschnittich viele sogenannt gute Risiken versichert hat. Also vor allem junge Leute, die kaum ärztliche Leistungen beanspruchen.

Höchste Franchisen mit deutlich weniger Rabatten

Der derzeitige Rabatt sei höher als die risikobereinigten Einsparungen der Leistungskosten zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die auf die einzelnen Wahlfranchisen zurückzuführen seien.

Konkret bedeutet dies: Bei einer Franchise von 2500 Franken sinkt der Rabatt von 1540 Franken auf 1100 CHF. Bei einer Wahlfranchise von 1500 Franken sinkt der Rabatt von 840 auf 720 Franken. Bei der 500er-Franchise schliesslich bleibt der Rabatt 140 Franken gegenüber der Franchise von 300 Franken.

Die Anhörung zur Verordnungsänderung dauert bis am 12. November 2015. Die Neuerungen sollen per 1. Januar 2017 in Kraft treten; sie werden sich 2017 erstmals auf die Prämien auswirken.

46 Kommentare

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  • Kommentar von R.Klaus, 3073 Gümligen
    Es wird Zeit zu prüfen, ob man sich im Ausland versichern kann. Die Pharmaindustrie krigt noch zu wenig in den Hals. Mit Hilfe des Bundesrates werden mehr Leute zum Artz gehen. Wie lange wollen wir uns das noch bieten lassen?
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Eigentlich eine sinnige Massnahme. Und was tut der Bundesrat um die Kosten in den Krankenkassen in den Griff zu bekommen und zu senken?
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    1. Antwort von R.Klaus, 3073 Gümligen
      nichts...gar nichts... im Gegenteil...
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  • Kommentar von K. Räschter, Thurgau
    Wieder einmal ist der Bundesrat ein Preistreiber der Krankenkassen-Prämien. Und es werden wieder diejenigen bestraft, welche durch hohe Franchisen mehr Selbstverantwortung an die Krankenkassen-Kosten übernehmen und somit auch weniger Kosten verursachen. Diese Kompetenzen gehört dem Bundesrat entzogen, denn schon BR Delamuraz hatte damals mit Rabatt-Streichungen die Gleichen wie jetzt bestraft. Gut das schlimmste hat uns Frau BR Dreyfuss beschert; das unsägliche Krankenversicherungsgesetz.
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    1. Antwort von Doris Loegel, Fulenbach
      Sie sehen das zu einseitig K.Rätscher. Selbstverantwortung in Verbindung mit einer hohen Franchise ist löblich,wenn man sich letztere leisten kann. Das können jedoch längst nicht alle Menschen. Alleinerziehende, Teilzeitarbeitende und Rentner konnten sich diese schon bisher kaum oder nicht leisten, was nicht heisst dass sie für ihre Gesundheit keine Selbstverantwortung übernommen haben und mehr Arztbesuche unternahmen, wenn sie nur ein Boboli hatten. Das ist zu einfach gedacht.
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