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Schweiz Bundesrat zieht Energiefressern den Stecker

Der Bundesrat erlässt strengere Effizienzvorschriften für Elektrogeräte. Ab 2015 können Konsumenten Geräte, welche die Anforderungen nicht erfüllen, zwar verwenden, aber nicht mehr kaufen.

Legende: Video Aus für Stromfresser abspielen. Laufzeit 3:20 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.06.2014.

Der Bundesrat hat eine Erneuerung der Energieverordnung beschlossen. Diese tritt am 1. August 2014 in Kraft. Die neuen Vorschriften gelten ab 1. Januar 2015. Geräte, die die Vorschriften nicht erfüllen, dürfen danach in der Regel noch während eines halben Jahres gebraucht werden.

Schärfere Vorschriften gelten für:

  • Elektrobacköfen
  • Elektromotoren
  • Umwälzpumpen

Vorschriften werden geändert für:

  • Tumbler
  • Set-Top-Boxen
  • Standby-Modus

Neu eingeführt werden Effizienzvorschriften für:

  • Spots
  • LED-Lampen
  • Computer und Server
  • Wasserpumpen
  • Raumklimageräte und Ventilatoren
  • Geschirrspüler
  • Staubsauger
  • Wärmepumpen

Bei den meisten Gerätekategorien werden die Effizienzanforderungen der EU übernommen. Für Backöfen gelten in der Schweiz strengere Vorschriften. Zudem wird für Kaffeemaschinen ab 2015 eine obligatorische Energieetikette eingeführt. In der EU bestehen dafür noch keine Vorschriften. Eine Etikette zur Deklaration bestimmter Eigenschaften wird es neu auch für Reifen geben.

Mit den neuen Vorschriften würden die ineffizientesten Geräte vom Markt ausgeschlossen, schreibt das Bundesamt für Energie (BFE) in einer Mitteilung. Die Deklarationspflicht soll die Konsumentinnen und Konsumenten mit Informationen zum Energieverbrauch versorgen und so den Kaufentscheid beeinflussen. Ziel ist es, den Stromverbrauch durch eine Steigerung der Effizienz zu senken.

Schweiz vergeudet zu viel Strom

Nach Angaben des BFE verbrauchen Elektrogeräte in der Schweiz jährlich rund 44 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht fast drei Viertel des gesamten inländischen Endverbrauchs. Davon entfallen 58 Prozent auf Antriebssysteme wie Aufzugmotoren oder Pumpen, 18 Prozent auf Haushaltsgeräte, 17 Prozent auf Beleuchtungen und knapp sieben Prozent auf elektronische Geräte.

Würden ausschliesslich die sparsamsten Geräte eingesetzt, könnte der Elektrogeräte-Stromverbrauch laut BFE um rund einen Viertel gesenkt werden. Dank der neuen Vorschriften sollen ab 2020 750 Gigawattstunden Strom pro Jahr eingespart werden. Das sind drei Viertel des Stromverbrauchs der Stadt Bern.

Erste Anpassungen 2002

Effizienzvorschriften für Lampen wurden in der Schweiz 2009 eingeführt, seit 2010 gelten Vorschriften für Geräte und Motoren. Die Energieetikette war schon 2002 für gewisse Haushaltgeräte eingeführt worden.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Schikanen, bevormunden und verbieten. Das ist wohl der einzige Weg den unsere Politiker und Behörden kennen! Fakt ist: WIR Bürger sparen schon seit den 80ern. Die Verbrauchskurve steigt aber trotzdem. Ich sage euch warum: das was wir einsparen ist nur ein Klacks zu dem was die Wirtschaft verbraucht. Selbst wenn wir bei Kerzenlicht am Lagerfeuer hocken würden, die Kurve ginge trotzdem nach oben. Fazit: WIR können gar nix bewirken, wir sind nur Baueropfer für weltfremde Politiker!
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    1. Antwort von W. Pip, Züri
      und woran liegt das genau? An der gestört expandierenden Wirtschaft und der stetig wachsenden Wohnbevölkerung. Nochmals: Zum Schluss kriegen wir Bürger -trotz selbständiger Sparbemühungen- hinterher die Rechnung in form von erhöhten CO2-Steuern und dergleichen Präsentiert ("oh je, Klimaziele verfehlt, Pech gehabt."). Das ist nicht länger hinnehmbar.
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  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    Juhu, wir sparen durch EU-Bürokratie irgendwann in der Zukunft vielleicht den Strom von 3/4 der Stadt Bern.. Bis dann sind dummerweise mehrere "Berns" in die Schweiz eingewandert und brauchen fleissig ein vielfaches des gesparten Stromes. Unter dem Strich wird man sich also überlegen müssen, wo das nächste AKW gebaut werden soll, denn mit Effizienz oder Solarstrom den durchs Bevölkerungswachstum verursachten Mehrverbrauch ausgleichen zu können, ist reine Träumerei.
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    1. Antwort von Chris G., St. Gallen
      Hauptsache das Endlager für den Atom-Müll wird nicht vor ihrer Haustür gebaut. Nur mit Effizienz und erneuerbarer Energie, wird es tatsächlich schwierig. Aber nicht unbedingt unmöglich. Was nämlich auch dazu gehört, ist die zum Teil verschwenderische Lebensweise von vielen Leuten abzugewöhnen.
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  • Kommentar von Paul Grunder, 9053 Teufen AR
    und wieviel Energie braucht die Herstellung der neuen Geräte ? aha, egal, die kommen ja aus dem Ausland, gut verzollt natürlich.
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    1. Antwort von Mike Schacher, 6000 Luzern
      Betroffen sind aber nur Neugeräte. Offenbar haben Sie den Artikel gar nicht gelesen.
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