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Schweiz Bundesratsfoto 2015: Gleich und gleich gesellt sich gern

Das neue offizielle Bundesratsfoto ist das vielleicht geselligste seiner Art. Da sitzen sie, die sieben Magistraten, schön am Tisch, vertieft in eine Diskussion beim Kaffee. Wahrheit oder Pflicht?

Sie lachen, unterhalten sich, es sieht gemütlich aus. Ein bisschen erhält man den Eindruck, man hört das Gemurmel der Konversation. Auf dem neuen offiziellen Foto sitzen die Bundesräte an einem Tisch im Vorzimmer des Bundesratszimmers.

Realisiert haben das Foto die beiden Fotografen Christian Grund und Maurice Haas. Die neue Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga persönlich hat sie kontaktiert und den präsidialen Auftrag erteilt. Sie liess sich inspirieren von einer Porträt-Serie, welche einer der Fotografen zuvor in einem deutschen Magazin publiziert hatte.

Abbild der Realität

Christian Grund sagt im Interview mit der «Tagesschau», er habe die Idee schön gefunden. Die Bundesräte seien noch nie so am Tisch sitzend inszeniert worden.

Zudem sei es für die Fotografierten angenehm: Die Hände könnten einfacher platziert werden und es herrsche eine entspanntere Atmosphäre. «Es ist ein Job. Es ist aber natürlich auch eine Ehre.»

Wo nötig, wurde das Bild korrigiert. Ein Bundesrat der nicht lächelt auf einem Bild? Das Gesicht wurde da einfach durch ein lächelndes ersetzt. Aber dieses gesellige, gemütliche Foto – ist das nicht ein bisschen aufgesetzt, künstlich? Vizekanzler und Bundesratssprecher André Simonazzi sagt: «Nein, das entspricht der Realität.»

Jede Sitzung des Bundesrates beginne mit einem Kaffee. Man duze sich, spreche über Alltägliches, über Politik, über Kultur. «Die Realität ist exakt abgebildet.» Schaut man noch ein bisschen genauer auf das Foto fällt noch etwas auf: das Telefon. Der heimliche Star. Ein Originalmodell aus dem letzten Jahrhundert. Es scheint alle politischen Stürme überlebt zu haben.

Legende: Video «Ein etwas anderes Bundesratsfoto» abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.01.2015.

61 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Also mit persönlich hätte gut gefallen, wenn unsere Räte, welche uns immer gerne an die schöne Vielfalt des menschlichen Sein, ans Multikulti & dessen Buntheit = Bereicherung für uns alle erinnern, hätten die Damen sich fürs Bild ruhig ein wenig farbenfroher kleiden dürfen.
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  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Diese dauernden Angriffe der Nationalkonservativen auf unsere Regierung sind einfach nur degoutant! Am Berner Münster steht der schöne Satz "Mach's Nah", was bedeuten soll wer glaubt, er könne es besser, soll sich doch wählen lassen, denn dieses Recht gehört auch zur direkten Demokratie, aber offensichtlich ist anonymes pöbeln und motzen sehr viel einfacher. Zum Glück schätzen die meisten Menschen, die ich hier in Bern kenne, die Arbeit des Bundesrates und auch die Arbeit der Parlamentarier.
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    1. Antwort von M. Haener, Büsserach
      @Samuel Bendicht: Meine Gesinnung ist weder nationalkonservativ noch sonst irgendwie etabliert, in der politischen Landschaft der Schweiz. Als gutes Zeichen empfinde ich, die mehrheitlich angestrebte Augenhöhe, auch wenn die Wortwahl manchmal zu wünschen übrig lässt. Es zeugt davon, dass bedingungslose Hörigkeit, definitiv Schnee von gestern ist. Von mir aus, könnte man Bundesräte nach einem Lotterieverfahren wählen, so dass alle damit rechnen müssten, einmal in den Bundesrat berufen zu werden.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    ...mit den wohl schönsten Äpfeln vom Märit, gäuet, Frou Sommaruga. Ehrlich, dieses Föleli gefällt mir entschieden besser, als das letztjährige. Da darf ich der Frau Bundespräsidentin für einmal ein Kompliment aussprechen. Da würde man sich gerne dazusetzen. Nur dürfte die Anordnung etwas asymmetrischer sein.
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    1. Antwort von Luca Cambiaso, Basel
      Aber Frau Zelger, Sie sind doch Musiklehrerin ... Wir haben in dem Bild doch eine klassische 3 + 5 Anordnung (1+2 und 1+ 2 x 2) - und die polierten Äpfel und Birnen sind nicht symmetrisch in der Mitte und ebenso die Anzahl keiner Logik folgend.
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