Bundesratswahl: Widmer Gysel steht nicht zur Verfügung

Drei Tage vor den Bundesratswahlen tauchen neue potentielle Sprengkandidaten auf. Darunter ist auch eine Frau: Im Bundeshaus mache der Name der Schaffhauser SVP-Finanzdirektorin Rosmarie Widmer Gysel die Runde, berichtet die «NZZ am Sonntag». Doch diese kann über den Vorschlag nur schmunzeln.

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Spekulationen um Sprengkandidaten

1:14 min, aus Tagesschau vom 6.12.2015

Tritt neben den drei offiziell von der SVP Nominierten – Guy Parmelin, Thomas Aeschi und Norman Gobbi – am Mittwoch doch noch ein Sprengkandidat zur Bundesratswahl an? Die Spannung steigt in Bundesbern je näher der Wahltag rückt, und die Gerüchteküche kocht.

Vor allem die SP ist unzufrieden mit dem SVP-Dreierticket. Parteipräsident Christian Levrat sprach am Rande der Delegiertenversammlung vom Samstag Klartext, was er von den drei Bundesratsanwärtern hält: «Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn die wählerstärkste Partei des Landes ein solches Trio ins Rennen schickt», sagte er zu SRF.

Die SP sieht etwa den Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann als valablen Ersatz für Eveline Widmer-Schlumpf. Sonntagszeitungen bringen nun weitere Namen ins Spiel und entwerfen Szenarien. Laut der «NZZ am Sonntag» suchen die Sozialdemokraten eifrig nach einem wilden Kandidaten aus den Reihen der SVP.

«  Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn die wählerstärkste Partei des Landes ein solches Trio ins Rennen schickt. »

Christian Levrat
SP-Parteipräsident

Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel sei letzte Woche an mehreren Veranstaltungen als Sprengkandidatin gehandelt worden. Sie kommt ebenfalls aus Schaffhausen, ist ehemalige Managerin und war im Militär Oberst.

Widmer Gysel: Das sind die üblichen Spielchen

Damit sei sie weiter aufgestiegen als alle drei offiziellen SVP-Kandidaten. Widmer Gysel selbst äusserte sich gegenüber der «NZZ am Sonntag» nicht zur Bundesratswahl. Gegenüber Radio SRF nimmt sie nun Stellung.

«  Meine Kandidatur ist rein hypothetisch »

Rosmarie Widmer Gysel
Schaffhauser Regierungsrätin

Sie habe über den Vorschlag zuerst einmal herzhaft schmunzeln müssen. Und natürlich könne man spassen, auf Bundesrätin Widmer (Schlumpf) folge erneut eine Bundesrätin Widmer. Das werde aber nicht passieren. «Es ist ja sowieso rein hypothetisch. Und da würde ich nicht für eine Wahl zur Verfügung stehen.»

Die SVP hat nach der Wahl von Widmer-Schlumpf eine Klausel in ihre Statuten aufgenommen, wonach ein wilder Kandidat bei Annahme der Wahl automatisch aus der Partei ausgeschlossen wird.

Bereits früher hatten sich die anderen genannten Schaffhauser Sprengkandidaten geäussert. Weder Ständerat Hannes Germann noch Nationalrat Thomas Hurter waren demnach bereit, ihre Partei vor den Kopf zu stossen. Thomas Hurter liess am Sonntag auf Anfrage erneut durchblicken, dass sich daran nichts geändert habe. Vor allem aber sagte er, dass er sich nicht mehr zu Thema äussern werde.

Kein Rückzug der SVP geplant

Wählt die Bundesversammlung keinen der Kandidaten auf dem SVP-Dreierticket, müssten laut SVP-Präsident Toni Brunner die anderen Parteien diesen Bundesrat verantworten. Seine Partei würde trotzdem mit einem Mitglied in der Regierung verbleiben. «Der Rückzug aus dem Bundesrat steht eindeutig nicht im Vordergrund», sagte Brunner der «SonntagsZeitung».

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «Nicht das nötige Format»

    Aus Tagesschau vom 5.12.2015

    Die SP zeigt sich an ihrer Delegiertenversammlung in St. Gallen nicht begeistert über das SVP-Dreierticket für die Bundesratswahl: alle Kandidaten seien ungeeignet. Weiter entschieden wurde auch über die Parolen der vier Abstimmungsvorlagen vom 28. Februar.