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Bundesratswahlen 2015 Die SVP will einen Westschweizer oder Tessiner Bundesrat

Obwohl die SVP drei Kandidaten für die Bundesratswahlen aufgestellt hat, hat sie laut Fraktionschef Adrian Amstutz zwei Favoriten: den Tessiner Norman Gobbi und den Waadtländer Guy Parmelin. Der Zuger Thomas Aeschi liegt offenbar in der Gunst der Parteileitung weiter hinten.

SVP-Bundesratskandidaten Thomas Aeschi, Norman Gobbi und Guy Parmelin.
Legende: Die SVP präsentierte drei Bundesratskandidaten (von links): Thomas Aeschi, Norman Gobbi und Guy Parmelin. Keystone

Auf dem Ticket der SVP für die Bundesratswahlen stehen drei Namen: Thomas Aeschi (Zug), Guy Parmelin (Waadt) und Norman Gobbi (Tessin). Doch SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz hat zwei Favoriten – den Westschweizer und den Tessiner. «Es ist kein Geheimnis, dass die SVP neben Ueli Maurer gerne einen Vertreter des Tessins oder der Romandie im Bundesrat hätte.»

Für Amstutz wäre ein SVP-Bundesrat aus der lateinischen Schweiz strategisch interessant. Es sei klar, dass die Partei in der Romandie und im Tessin weiter wachsen wolle. Die Zusammenarbeit mit der Lega dei Ticinesi, für die Gobbi im Tessiner Regierungsrat sitzt, werde hoffentlich intensiviert, sagt Amstutz. «Die Wahl eines Bundesrates aus dem Tessin oder der Romandie würde sicher das Wachstum begünstigen.»

Aeschi unterstützt die anderen

Die Wahlempfehlung des Fraktionschefs für Gobbi und Parmelin sieht der Deutschschweizer Kandidat Aeschi als Nachteil für sich selbst. «Das spricht gegen mich.» Der 36-jährige Zuger Nationalrat unterstützt – scheinbar selbstlos – sogar die Empfehlung für einen Romand oder einen Tessiner. Die SVP sei in der West- und Südschweiz stark gewachsen. «Deshalb setze auch ich mich dafür ein, dass eine Person aus der Romandie oder der italienischsprachigen Schweiz Bundesrat wird.»

SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz.
Legende: «Die SVP hätte gerne einen Vertreter des Tessins oder der Romandie im Bundesrat», sagt Fraktionschef Adrian Amstutz. Keystone

Gobbi und Parmelin freuen sich über so viel Rückenwind. Der Waadtländer Parmelin betont: «Es war noch nie ein Romand SVP-Bundesrat.» Der Tessiner Lega-Regierungsrat Gobbi, der erst vor wenigen Tagen auch der SVP beigetreten ist, wirbt derweil in eigener Sache. «Meine Werte sind die Werte der SVP Schweiz – zum Beispiel bei der Sicherheit, Unabhängigkeit oder Freiheit unseres Landes.»

CVP glaubt der SVP nicht

Sind also Gobbi und Parmelin im Vorteil? Die SP und die FDP wollen sich erst in zehn Tagen zu den SVP-Kandidaten äussern. CVP-Präsident Christophe Darbellay hält die SVP-Empfehlung für einen Kandidaten aus der lateinischen Schweiz für ein Ablenkungsmanöver. «In gewissen politischen Kreisen ist es üblich, dass man das Gegenteil von dem sagt, was man erreichen will.»

Die beiden lateinischen Kandidaturen würden sich gegenseitig schwächen, sagt Darbellay. «Damit hat Thomas Aeschi einen Vorteil». Die SVP-Chefetage wolle den Zuger im Bundesrat, glaubt Darbellay.

Wem seine CVP den Vorzug geben soll, will er aber noch nicht verraten. Die Wahl findet am 9. Dezember statt.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Die blinde Wut gegen die SVP ist beispielslos. Es ist in unserem Land leider Mode, dass alles was gut und stark ist bekämpft werden muss. Das beginnt schon in der Schule, da darf keiner der Schnellste und Beste sein, sonst macht man ihn fertig.
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  • Kommentar von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
    Natürlich kennen wir das nicht anders von den strammen Grünen Parteisoldaten. Jeder mit anderer Meinung wird beleidigt. Es ist fakt, dass die SVP ein gutes 3erTicket vorgeschlagen haben. die CVP und SP forderten einen Welschen Kandidaten. Und auhc diesen haben sie bekommen. Es gabs bereits, dass in der Landesregierung 3 Persönlichkeiten aus dem Welschland stammten. Aber die SVP kann aufstellen wer sie will, gegen alles wird moniert. Ich würde mich freuen wenn die Konkordanz wieder stehen würde
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Die «Strategien» der SVP sind holpriger denn je. Jeder einigermassen vernünftig kombinierende Bürger durchschaut die Marschrichtung. Die SVP will den Hardliner & Blocher-Zögling Aeschi als Bundesrat sehen. Zu hoffen bleibt, dass auch der letzte Politiker dieses traurige Spiel erkennt Ich würde beinahe wetten, dass die Bundesversammlung einen anderen Kandidaten ins Amt hieven wird oder aber genau denjenigen wählt, den die Führungsriege der SVP nicht wollte: Parmelin! Das wäre dann ein Eigentor!
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    1. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      Ach so Niklaus Bächler. Vorher war es noch Herr Brand den die SVP durchboxen will.... Und warum soll die SVP Herr Parmelin nicht wollen? Ganz im Gegenteil. ". Jeder einigermassen vernünftig kombinierende Bürger durchschaut die Marschrichtung. " Ja das kennen wir nicht anders von unseren Grünen Parteisoldaten. Jeder mit anderer Meinung ist dumm..gähn. Die SVP hat ein 3er Ticket vorgeschlagen, was es erst einmal in der Geschichte gab. Die CVP+Grüne von Bächler haben schon nur 1 vorgeschlagen
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