Zum Inhalt springen

Bundesratswahlen 2015 Ein Bauer im Bundesrat: Freude bei den Landwirten

Mit der Wahl von Guy Parmelin sitzt zum dritten Mal in der Geschichte der Schweiz ein Bauer im Bundesrat. Das weckt Hoffnungen unter Bäuerinnen und Landwirten.

Guy Parmelin in seinem Rebberg.
Legende: Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft setzen ihre Hoffnungen in den neugewählten Bundesrat Guy Parmelin. Keystone

Der frisch gewählte Bundesrat und gelernte Landwirt Guy Parmelin besitzt zusammen mit seinem Bruder einen Landwirtschaftsbetrieb in der Waadt. Die beiden betreiben Wein- und Ackerbau. Schon bisher ist Guy Parmelin wegen seines politischen Engagements nur noch etwa einen Tag pro Woche im Betrieb. Auch diese 20 Prozent werden nun wegfallen.

Dennoch freut sich Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, über die Wahl Parmelins. Mit ihm halte eine Stimme aus der Landwirtschaft im Bundesrat Einzug. «Dies ermöglicht der Regierung eine zusätzliche Perspektive.» Damit könnten künftige Bundesratsentscheide noch breiter abgestützt werden, erwartet Ritter.

Parmelin: «Ich bleibe Bauer»

Ritters Vorgänger an der Spitze des Bauernverbandes, Hansjörg Walter, teilt diese Einschätzung. Er glaubt, Parmelin werde die Sorgen und Nöte der Bauern frühzeitig in die bundesrätliche Diskussion einbringen. Parmelin selbst sagte nach seiner Wahl: «Ich bin und bleibe Bauer.» Aber auch bei Entscheiden zur Landwirtschaft werde er sich ans Kollegialitätsprinzip halten.

Bauernverbandspräsident Markus Ritter spricht in zwei Mikrofone.
Legende: Mit Guy Parmelin halte eine Stimme der Landwirtschaft im Bundesrat Einzug, sagt Markus Ritter vom Bauernverband. Keystone

Konkrete Hoffnungen hat Christine Bühler, Präsidentin der Bäuerinnen und Landfrauen: «Ich könnte mir vorstellen, dass Parmelins Wahl gerade bei Budgetfragen Vorteile bringt.»

Erwartungen hegt auch die Kleinbauernvereinigung. Geschäftsführerin Barbara Küttel hofft, dass Weinbauer Parmelin zum einen Verständnis für kleine Betriebe hat und zum anderen selbst für eine vielfältige Landwirtschaft steht. Denn gerade bei der Weinproduktion mache es keinen Sinn, möglichst viel zu produzieren oder den Weltmarktpreisen hinterher zu rennen. «Stattdessen sind Weinbauern erfolgreich, die ein qualitativ hochstehendes Produkt erzeugen.»

50 Jahre seit dem letzten Bauern

Natürlich werde mit Bundesrat Parmelin nicht die ganze Landwirtschaftspolitik umgekrempelt, geben alle angefragten Bauernvertreter zu bedenken. Aber sie setzen ihre Hoffnungen in den dritten Bauern, der in der Geschichte der Schweiz in den Bundesrat gewählt worden ist.

Schliesslich ist ein halbes Jahrhundert verstrichen, seit mit Paul Chaudet der letzte Vertreter von Weinbau und Landwirtschaft in der Landesregierung war. Auch er stammte übrigens aus der Waadt.

13 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W. Helfer (W. Helfer)
    Ich finde es sehr gut, dass wieder ein Landwirt im BR ist. Landwirte waren, sind und werden immer ein sehr sehr wichtiger Bestandteil der CH sein u man muss ihnen auch Sorge tragen. Sie versorgen uns nicht nur mit Nahrung, sie pflegen auch unsere Landschaften. Dafür bezahle ich sehr gerne Steuern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die Natur gedeiht am Besten und vielfältigsten ohne die Eingriffe des Menschen. Der Spruch vom Landschaftsgärtner ist ein Blödsinn
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von W. Helfer (W. Helfer)
      A. Planta. Sie scheinen wohl nicht viel Ahnung davon zu haben, wie ihr Essen auf den Tisch kommt. Für Sie ist es wohl einfach Selbstverständlich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Albert Planta: Da haben Sie Recht. Wir sollten als Erstes sofort alle Autobahnen zurückbauen. Diese massiven menschlichen Eingriffe in die Natur versiegeln riesige Bodenflächen, verursachen Lärm- Abgas- und CO2-Emissionen, zerschneiden ganze Landstriche, so dass der Wildwechsel zum Erliegen kommt und sind grässlich anzuschauen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Singer (P.S.)
    Bauern profitieren nicht schlecht von unserem System. Sie leben entweder komplett auf Staatskosten oder ziehen dem ehrlichen Steuerzahler das Geld aus der Tasche obwohl sie selbst Millionen auf dem Konto haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Peter Singer: Werden Sie doch auch Bauer, dann können Sie auch so ein lockeres Leben führen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Nein ich verrichte lieber ehrliche Arbeit ;) Aber ich kenne Leute die nur ein paar Schafe halten um Flächenbeiträge zu kassieren und ansonsten völlig unproduktiv sind. Das ist nicht nur eine Verschwendung von Steuergeldern sondern gefährdet langfristig den Wohlstand der Schweiz. Man würde besser in produktivere Projekte investieren wo die Schweiz einen Vorteil hat.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Peter Singer: Ich hoffe, Sie sind genug produktiv, so dass man dank Ihnen auch einige unproduktive Projekte wie Kultur, Landwirtschaft, Sozialhilfe, Umweltschutz etc. finanzieren kann.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Der Bauern-Lobby gilt es fortan haargenau auf die Finger zu schauen. Aus diesem Grund ist der Mann am besten geeignet die Justiz zu übernehmen. Fehlt noch, dass uns die ärgsten "Beamten" und Jammerer in diesem Land noch mehr aus dem Geldsäckel saugen als bisher: lifere statt lafere ist angesagt. Einmal davon abgesehen, soll er seine Chance haben. Schlimmer als Maurer und Schneider-Ammann kann er kaum sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen