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Bundesratswahlen 2015 Mit Parmelin weg vom Blocher-Image?

Guy Parmelin ist der erste Westschweizer Bundesrat der SVP. Mit ihm will die Volkspartei nun auch in der Romandie punkten. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Legende: Video «SVP will Westschweiz erobern» abspielen. Laufzeit 3:19 Minuten.
Aus 10vor10 vom 10.12.2015.

«Die Westschweiz ist einer unserer letzten grossen Wachstumsmärkte. Die SVP hat ihr Potenzial in der Romandie längst nicht ausgeschöpft», freute sich Parteipräsident Toni Brunner nach der Wahl von Guy Parmelin. Brunners Erwartungen könnten sich erfüllen, glaubt Westschweiz-Korrespondent Thomas Gutersohn.

SRF News: Kann die SVP in der französischsprachigen Schweiz noch deutlich zulegen?

Thomas Gutersohn: Es ist schwierig zu sagen, wie gross das Wählerpotenzial der SVP in der Westschweiz ist. Man kann beispielsweise die Masseneinwanderungsinitiative als Messlatte nehmen: Diese wurde in der Westschweiz abgelehnt. Aber 38 Prozent der Romands haben Ja gestimmt. Wenn man diese Zahl mit dem effektiven Wähleranteil der SVP in der Westschweiz von 20 Prozent vergleicht, ist schon ein Unterschied vorhanden. Der Unterschied zeigt, dass doch viele Leute in Sachfragen einer Meinung sind, sie aber noch nicht wählen. Ich denke, dass noch ein ziemlich grosses Potenzial für die SVP vorhanden ist.

Bisher wurde die SVP in der Romandie immer mit Christoph Blocher identifiziert – und er ist hier einfach kein beliebter Mann.

Wie kann ein Westschweizer SVP-Bundesrat seiner Partei helfen, mehr Stimmen in der Romandie zu holen?

Guy Parmelin bietet der SVP in der Westschweiz vor allem ein neues Gesicht. Bisher wurde die SVP in der Romandie immer mit Christoph Blocher identifiziert – und er ist hier einfach kein beliebter Mann. Er hat bisher viele Leute davon abgehalten, die SVP zu wählen. Der Westschweizer SVP fehlte es immer an starken Persönlichkeiten. Genau das bietet jetzt Bundesrat Parmelin. Er wird das neue Gesicht der SVP in der Westschweiz. So dass sich die Partei von der Person Christoph Blocher in der Romandie emanzipieren kann.

Guy Parmelin wird aber längst nicht von allen Romands als idealer Vertreter angesehen. Zumal die stramme SVP-Linie nicht von vielen Leuten goutiert wird.

Das stimmt. Aber es geht nicht darum, die ganze Westschweiz umzukrempeln. Es geht lediglich darum, dass diejenigen Romands, die in Sachfragen mit der SVP auf einer Linie sind, sie auch bei den regionalen Wahlen unterstützen. Bei den Regierungsratswahlen 2017 im Kanton Waadt könnte es gut sein, dass ein SVP-Vertreter in die Regierung kommen wird. Diesbezüglich wird Guy Parmelin eine wichtige Rolle für seine Partei spielen.

Die Westschweiz ist nun mit drei Magistraten im Bundesrat vertreten. Was sagen die lokalen Medien zu dieser starken Vertretung?

Von Enthusiasmus kann man in der Westschweizer Presse nicht sprechen. Nur die Waadtländer Regionalzeitung «24 Heures» stimmt die Kantonalhymne an. Aber da hört es mit der Euphorie schon auf. Die «Tribune de Genève» spricht vom «Netten an den Kontrollhebeln» – Hier ist eindeutig dieses zweideutige «Nett» gemeint. «Le Temps» bleibt sachlich und neutral. Das vielleicht härteste Urteil fällt «La Liberté»: Sie schreibt, dass Parmelin aus Mangel an Alternativen gewählt wurde. Er ist zwar in der Westschweiz geboren, gilt aber nicht unbedingt als der Interessensvertreter des Landesteils. Da liegen die bilateralen Abkommen, die Masseneinwanderungsinitiative und die Unternehmenssteuerreform zwischen dem frischgewählten Bundesrat und der Westschweizer Politik.

Das Gespräch führte Susanne Schmugge.

39 Kommentare

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  • Kommentar von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
    Genial. Unsere Linken Freunde jubeln schon, Herr Parmelin werde im Welschland nicht Wähleranteile gewinnen. Natürlich unterstützt von der linken Presse im Welschland. Ein Traum. Die SVP hat schon jetzt in verschiedenen Gebieten im Welschland mächtig zugelegt, auch das dachten unsere Welschen nicht.. Ebenso dass die MEI im Welschland besser abschneidet als vorausgesagt. Und wie sie schreiben wegen böser Blocher-Diktatur. Obschon das alles nicht stimmt.
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Die Westschw-Presse wiederspieglet genau meine Begeisterung. Ein wirtschaftl- starkes, weltoffenes Gebiet mit hochwertigen Mitwirkern verdient eine dementspr. Vertretung im Bundesrat,wenn schon! Die SVP wählt Personen in den BR, damit sie von den Mitten-Links-Parteien gewählt werden u.die SVP hintendurch weiter politisieren kann und die Stricke so in den Händen behält. BR Maurer u.BR Parmelin tun mir eigentlich leid. Wann revoltieren sich starke SVP-Mitglieder gegen diese Blocher-Diktatur?
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Theresia Weber: Diese "sog. Blocher-Diktatur" besteht tatsächlich eben nur in den Medien und bei den Gegner der SVP. Daher wird es auch kaum zu einer Revolte kommen können. Bitte beachten Sie das Blocher-Prinzip: Er (Blocher) sagte: "Sag als SVP-ler etwas gegen den Blocher und du wirst in den Medien beachtet." Und es funktioniert tatsächlich so. (smile)
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    2. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      " Wann revoltieren sich starke SVP-Mitglieder gegen diese Blocher-Diktatur? "Oh jesses Ich nehme an unsere gute Frau Weber, natürlich von Lausann weiss es auch das genau wann es soweit ist. So wie sie die Wahlen im Welschland schon genau voraussagt. Es gibt keine Diktatur in der SVP. Ganz im Gegenteil zu der Grünen Partei von unserer Frau Weber. Herr Thommen Grüne Partei bezeichnete seine Partei gar als stalinistische Verhältnisse. Und auch in der SP muss man denken was die Parteileitung vorgibt
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Ich muss doch schmulzen. Wenn die SVP-Führer denken, dass Sie dank eines waadtländer Bundesrates im Welschland punkten können, sollten sie sich doch die Mühe geben hinzuschauen wie die Welschen sind und welche Werte sie schätzen. Das kann ein sympathischer u. typischer Waadtländer als Bundesrat nicht ändern. Ist eigendlich eine Schande, dass die SVP ein Mitglied aus ihren Reihen zu diesem Zweck aufs Dreierticket gesetzt hat.
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    1. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      Ach ich musste auch schmunzeln beim lesen dieses Beitrages. 1. Selbstverständlich hat die SVP die Chance mit einem Welschen Bundesrat im Welschland zu punkten wie die anderen Parteien auch. Das war ja ein Grund warum man munkelte die SP, FDP wähle der SVP sicher keinen Welschen, weil sie selber einen wollten um dort stark zu bleiben. 2. Nicht die "bösi" SVP hat einen Welschen für sich gefordert, Nein die SP und CVP wars vor den Wahlen. Ach ja die CVP hatte die letzten Male nur Einerticket
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    2. Antwort von Theresia Weber (Resi)
      Schmulzen Sie weiter! Viel Vergnügen! Mag sein, dass die SVP im Gros-de-Vaud punkten wird (setze voraus, dass Sie wissen, wen ich meine). Aber sicher nicht am Genfersee! Weiteres was Sie sagen, ist pure SVP-Strategie, mit kurzen Beinen im Waadtland. Es scheint, dass Ihnen die welsche Mentalität total fremd ist.
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    3. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      Merci! Ja ich schmunzle weiter. Alleine schon wie unser Frau Weber genau wissen will wie die kommenden Wahlen ausgehen. Ich denke es ist mehr wunschdenken. Und Wie kann es SVP-Strategie sein, wenn die CVP oder SP einen welschen Kandidaten fordert. Und seit wann besteht das Welschland nur aus dem Genfersee:-I Nochmal Merci für die Erlaubnis weiterschmunzeln zu dürfen. Ich bin auch kräftig dabei. Merci
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    4. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "Ist eigentlich eine Schande, dass die SVP ein Mitglied aus ihren Reihen zu diesem Zweck aufs Dreierticket gesetzt hat." Leute wie Blocher benutzen auch sonst gerne andere wie billige Schablonen und Schachfiguren. Schliesslich wähnen sie sich ja oft als Zentrum der Welt.
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    5. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      "Leute wie Blocher benutzen auch sonst gerne andere wie billige Schablonen und Schachfiguren." Ach echt jetzt. Welche Schablonen. Ich kenne nur richtige Aussagen, Fakten im Gegensatz zu den Schablonen-Denken zu den Linken. Aber ich erwarte gerne die Antwort zu dem Mister Blocher
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    6. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      Nicht mal da darf man der Frau Schüpbach antworten....wow...SRF ich bin jetzt sehr naiv und versuche es einfach nochmal, ok?
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    7. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      "Leute wie Blocher benutzen auch sonst gerne andere wie billige Schablonen und Schachfiguren." Wo soll das Herr Blocher machen. Bitte konkrete fakten. Ich sehe billige Schablonen und Leute wie Schachfiguren benutzen nur bei den Linken.
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    8. Antwort von SRF News
      @Kalaam: Guten Tag, wir haben heute bereits mehr als ein Dutzend Kommentare von Ihnen publiziert – von «nicht antworten dürfen» kann also keine Rede sein. Tatsache ist, dass auch wir manchmal mit dem Freischalten nicht zeitgleich nachkommen, deswegen kann es etwas dauern. Ein wenig Geduld auch von Ihrer Seite wäre schön. Danke, Ihre Redaktion
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    9. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      Sehr geehrte Redaktion SRF NEWS. Darf ich mir erlauben mich zu entschuldigen? Sie haben absolut recht. Ich bin da etwas zu voreilig aufgetreten. Sie machen Ihre schwierige Arbeit sicher nach bestem Wissen und Gewissen. Als "Wiedergutmachung" wünsche ich Ihnen allen und Ihren liebsten ein schönes Weihnachtsfest und danke für Ihren Job. Und das Sie hier Menschen mit verschiedenen Meinungen erlauben diese kundtzutun
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    10. Antwort von SRF News
      Vielen Dank, das freut uns! Es ist ja noch ein bisschen hin, wir wünschen aber ebenso dann frohe Feiertage und eine gute Zeit. Ihre Redaktion
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    11. Antwort von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
      Besten Dank. Sie haben recht etwas früh. Auch wenn ich schon in Weihnachtsstimmung bin. Da sich (fast) alle bemühen friedlicher und freundlicher zueinander zu sein. Ausser die SP zu Andersdenkenden. Ist aber eine andere Geschichte. Hoffen wir auch die Politik von LInks bis Rechts und Rechts bis Links arbeiten besser, respektvoller zusammen.
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