Bundessteuern: Wer vorzeitig bezahlt, erhält keinen Zins mehr

Das Finanzdepartement wird den Vergütungszins 2017 auf Null senken. Ein Grund für die Massnahme sind laut Bund die Negativzinsen: Sie bewegen immer mehr Steuerpflichtige dazu, die direkte Bundessteuer vor Fälligkeit einzuzahlen.

Frühzeitig bezahlen lohnt sich nicht mehr. Der Bund schafft den Vergütungszins ab.

Bildlegende: Frühzeitig bezahlen lohnt sich nicht mehr. Der Bund schafft den Vergütungszins ab. Keystone

Auf vorzeitig bezahlte Steuern zahlt der Bund künftig keinen Zins mehr. Das Finanzdepartement (EFD) hat am Freitag mitgeteilt, dass der Vergütungszins 2017 auf Null gesenkt wird.

Bisher gab es für Vorauszahlungen bis zum Fälligkeitstermin einen Vergütungszins von 0,25 Prozent. Die Negativzinsen hätten in den letzten Jahren immer mehr Steuerpflichtige dazu bewogen, die direkte Bundessteuer freiwillig vor der Fälligkeit einzuzahlen, schreibt das EFD. Das verzerre das Rechnungsergebnis und erschwere die Budgetierung.

Senkung zeichnete sich ab

Die Vorauszahlungen gehören denn auch zu jenen Sonderfaktoren, die zu einem Jahresabschluss der Bundesrechnung von 2,2 Milliarden über Budget führen könnten.

Die Steuerzahler, die ihr Geld beim Bund anlegen, dürften der Bundeskasse nach Angaben des EFD 2016 Mehreinnahmen von 900 Millionen Franken bescheren. Um Mehreinnahmen handelt es sich jedoch nur in den Büchern, tatsächlich sind die Vorauszahlungen einfach eine Verschiebung auf der Zeitachse.

Die Senkung des Vergütungszinses auf Null hatte sich abgezeichnet. Die Leute hätten gelernt, mit Negativzinsen umzugehen, sagte EFV-Direktor Serge Gaillard im August bei der Präsentation der Hochrechnungen für das laufende Jahr. Der Bund prüfe daher Änderungen bei der direkten Bundessteuer.