Burkhalter hält an OSZE-Mission fest

Noch immer fehlt von den beiden verschwundenen OSZE-Teams im Osten der Ukraine jede Spur. Ungeachtet dessen will Bundespräsident Didier Burkhalter an der Mission festhalten. Trotz der grossen Gefahr lohne sich der Einsatz, sagt der Vorsitzende der OSZE.

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Didier Burkhalter zur OSZE-Mission

1:07 min, aus Tagesschau vom 5.6.2014

Am 26. Mai ist der Kontakt zu einem der Beobachterteams im Osten der Ukraine abgebrochen. Seither wird fieberhaft an deren Freilassung gearbeitet – bisher ohne Erfolg.

Auch heute konferierte das EDA wieder mit dem russischen Aussenministerium. Das Ziel sei die bedingungslose Freilassung der Verschleppten, sagt Bundespräsident Didier Burkhalter. Die Lage in der Ostukraine bleibt aber weiterhin angespannt.

Hunderttausende Menschen sind ohne Wasser. Im Raum Donezk seien fünf von militanten pro-russischen Kräften beherrschte Städte wegen der Beschädigung einer Leitung jetzt von der Versorgung abgeschnitten, teilte der ukrainische Zivilschutz in Kiew mit. Betroffen seien unter anderem die Grossstädte Slawjansk und Kramatorsk mit jeweils mehr als 100'000 Einwohnern.

Ungeachtet dessen hält der OSZE-Vorsitzende an der Mission fest. «Das Mandat wurde von den 57-Mitgliedsstaaten erteilt und es gibt derzeit keinen Grund, etwas zu ändern», sagte Burkhalter in der «Tagesschau». Einzige Bedingung: Die Sicherheit müsse gewährleistet sein.

Warnung aus Kiew

Inzwischen wurden die Beobachter mit schusssicheren Westen und gepanzerten Autos ausgestattet. Wie es allerdings um deren Sicherheit steht, ist schwer abzuschätzen. Zumal es aus Kiew offenbar Warnungen gab.

Die Behörden hatten nach eigenen Angaben eine später entführte Gruppe von OSZE-Beobachtern vor der Reise nach Donezk im Osten des Landes gewarnt. Dies sagte der amtierende ukrainische Verteidigungsminister Michail Kowal am Rande eines Treffens mit den Nato-Verteidigungsministern in Brüssel. «Wir haben alles mögliche getan, um für ihre Sicherheit zu sorgen», sagte er. «Und wir haben sie vor einer Reise nach Donezk gewarnt. Leider haben sie nicht auf uns gehört.»