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Schweiz Cannabis wirkt auch als Medikament – doch zugelassen ist es nicht

Nachdem eine Studie die Wirkung von Cannabis als Medikament gezeigt hat, hoffen Patientenschützer, dass dies ein erster Schritt hin zur Zulassung als von den Krankenkassen bezahltes Heilmittel ist. Eine Pharmafirma müsste einen entsprechenden Antrag stellen. Entscheiden wird der Bundesrat.

eine Cannabispflanze
Legende: Der Wirkstoff von Cannabis kann auch als Medikament verwendet werden. Keystone/Archiv

Ein Patient, der legal Cannabismedikamente nehmen will, muss heute auf eine Ausnahmebewilligung hoffen. 15-20 davon stellt das BAG wöchentlich in einem komplizierten Bewilligungsverfahren aus. Die Tendenz ist steigend.

Daran ändert auch die neue Studie vorerst nichts. Und bezahlen muss der Patient die teuren Medikamente auch weiterhin selber. Die Krankenkassen müssen erst dafür aufkommen, wenn Cannabis als Medikament zugelassen ist und auf die Spezialitätenliste des BAG kommt. Magrit Kessler hofft aber, dass die neue BAG-Studie nun genau dazu führt. Sie ist grünliberale Nationalrätin und Präsidentin des Patientenschutzes.

«Wir brauchen jetzt eine Pharmafirma, die den Antrag stellt, dass Cannabis in die Spezialitätenliste aufgenommen wird. Ich hoffe, dass das in der nächsten Zeit passieren wird.» Und damit läge der Fall beim Bund. Er müsste entscheiden, ob Cannabis als Medikament zugelassen und in die Spezialitätenliste des BAG aufgenommen wird.

Wirkung noch nicht genug belegt

Markus Jann bezweifelt aber, ob Cannabis dafür schon die nötigen Voraussetzungen erfüllt – trotz der jüngsten BAG-Studie, die Cannabismedikamenten ein gutes Zeugnis ausstellt. Jann ist beim BAG Leiter der Sektion Drogen. «Primär geht es darum, dass die Wirkung dieser Medikamente in breiten, umfangreichen Studien belegt ist. Und da ist die Datenlage noch eher dünn.»

Bislang ist aber aus der Pharmaindustrie kein Antrag auf Zulassung von Cannabis als Medikament eingegangen. Der Bund muss deshalb vorerst nicht entscheiden, ob Cannabis auf die Spezialitätenliste des BAG gehört.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Man kann selber mit Canabis Salben herstellen.. im Internet sind die Rezepte allenthalben erhaeltlich.. und diese Salben wirken erstaunlich gut, aber eben deshalb ist es nicht interessant, Canabis frei zu geben, der Staat wuerde keine Steuern erheben koennen und die Pharma nichts verdienen weil selbst ein 10Jaehriger sich selber eine Salbe herstellen koennte!
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Natürlich ist Cannabis als Medikament nicht zugelassen (obwohl seine Wirkung bei allen möglichen Leiden, von Krebs bis Glaukom, schon längst 1000-fach erwiesen ist) - damit kann die Pharmaindustrie schliesslich keine Milliarden scheffeln. Also müssen ihre Lobbyisten dafür sorgen, dass Cannabis und andere pflanzlich-natürliche Heilmittel, die man nicht patentieren kann, verboten bleiben.
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    1. Antwort von Markus bach, Basel
      Genau das ist das Problem. Die Pharmas werden mit Millionen dahegen ankämpfen. Eine Zulassung bezweifle ich.. Eine evtl. legalisierung von Cannabis trifft eher ein.
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    2. Antwort von Freddy Tobler, ZH
      @bach: wenn eine allfällige Initiative richtig ausformuliert ist und wenn die Nein Propaganda (mit viel Geld der Pharmaindustrie) keine Früchte schlägt. Zu viele "wenn's". Ist aber egal, kiffen ist nicht unmoralisch, Hanf medizinisch einzusetzen noch weniger, solange man mit sich im reinen ist sollen die in Bern sich doch streuben, ich lebe mein Leben glücklich.
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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Die Pharmaindustrie fälscht die Studien für ihre chemischen Produkte gleich selbst und besticht Ärzte reihenweise. Bleibt die erhoffte Wirkung für ein Medikament aus, kann man immer noch mit den Nebenwirkungen gutes Geld machen. Doch um die Zulassung für ein Naturprodukt, mit welchem die Menschheit Jahrtausende Erfahrung hat, führt man einen Eiertanz sondergleichen auf. Aber das wirklich tragische daran ist, man besteht auch noch darauf ernst genommen zu werden.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Quatsch grande.. die Test/Zulassungsbestimmungen sind so taff dass es zu teuer kommt ..schlicht und einfach zu teuer, bescheissen zu wollen! Ihre Unterstellung koennte sogar strafwuerdig sein..!
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    2. Antwort von M. Haener, Büsserach
      @Franz NANNI: Unter anderem ''Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Die Verbrechen der Pharmaindustrie'', ein Buch von Peter Peter C. Gøtzsche und eigene Erfahrungen, sprich Menschen welche z.B. von Medikamenten abhängig wurden trotz gegenteiliger Beteuerungen von Ärzten, stehen hinter meiner Aussage. Ich würde sie vor jeder Fernsehkamera wiederholen. "Es ärgert den Menschen, daß die Wahrheit so einfach ist." (Johann Wolfgang von Goethe)
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    3. Antwort von Maria Magdalena, ZH
      @franz nanni: Nur schon was die WHO ist ein Beschiss mit System.
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