Mangelnde Unterstützung Carla del Ponte verlässt UNO-Untersuchungskommission zu Syrien

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Del Ponte versteht ihren Rücktritt als Provokation

1:22 min, aus Tagesschau vom 6.8.2017

  • Die Chefin der UNO-Untersuchungskommission für Syrien Carla del Ponte tritt zurück.
  • «Ich habe mich zum Rücktritt entschieden. Ich habe resigniert», sagt die Tessinerin an einer Podiumsdiskussion am Filmfestival in Locarno.
  • Sie sehe derzeit «keinen politischen Willen» zur Unterstützung des Gremiums, begründete sie ihren Schritt.

Die Tessinerin ist zur Erkenntnis gekommen, dass ihre Teilnahme an der UNO-Untersuchungskommission nicht mehr als ein «Alibi» gewesen sein. «Ich habe keine Einflussmöglichkeiten, wenn der UNO-Sicherheitsrat nichts macht», sagte sie. «Wir sind machtlos, in Syrien gibt es keine Gerechtigkeit.»

Zur Person Carla del Ponte

Die 70-Jährige ist seit 2012 Mitglied der Syrien-Kommission, die der UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte installiert hatte. Von 1994 bis 1999 war Del Ponte Bundesanwältin der Schweiz. Anschliessend war sie bis 2007 Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien sowie für den Völkermord in Ruanda. Von 2008 bis 2011 arbeitete sie als Botschafterin der Schweiz in Argentinien.